Friedrich Schaffstein (1905–2001)

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Zusammenfassung

Die Abwendung von den abstrakten Allgemeinbegriffen, welche mit Recht als ein wesentliches Kennzeichen der jungen Rechtswissenschaft und zugleich als notwendige Voraussetzung einer nationalsozialistischen Rechtserneuerung angesehen wird, bringt auch den Allgemeinen Teil des Strafrechts und seine Begriffswelt ins Wanken. Dieser Allgemeine Teil verdankt seine Entstehung vornehmlich der deduktiv-rationalistischen Denkweise des Naturrechts und der Aufklärung und wird eben dadurch bereits hinreichend in seinem weltanschaulichen Gehalt charakterisiert. Natürlich gibt es auch in ihm Begriffe, welche ihrem Inhalt nach echte konkrete Situationen erfassen wie etwa Notwehr oder Zurechnungsfähigkeit, und gegen die anzukämpfen kaum Anlaß besteht. Daneben aber stehen die blutleeren Erzeugnisse der Abstraktion, welche wie die Allgemeinbegriffe anderer Rechtsgebiete sich bei näherem Zusehen als Deckmantel für politische Inhalte erweisen, indem sie diesen durch ihre scheinbare Allgemeingültigkeit ewigen Bestand zu verleihen suchen. Zu den Allgemeinbegriffen dieser zweiten Art, deren aufklärerisch-individualistischen Gehalt es zu entlarven gilt, gehört neben dem […] Begriff „Strafanspruch“ […] und manchen anderen namentlich auch derjenige Begriff, der seit mehr als einem Jahrhundert den Angelpunkt der gesamten Strafrechtsdogmatik gebildet hat, der Begriff „Rechtsgut“.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2011

Authors and Affiliations

  1. 1.Rechtswissenschaftliche Fakultät Institut für Juristische ZeitgeschichteFernUniversität in HagenHagenDeutschland

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