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Zorn

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Abstract

F„Zorn“ ist das erste Wort in der abendländischen Dichtung, gleich zu Beginn der Ilias, der Zorn des Peleiden Achilles, den die Muse zu besingen habe. Geschildert wird er meisterhaft: Wie Achilles auf König Agamemnon ergrimmt, nachdem ihn dieser gezwungen hat, seine Konkubine Briseis aus seinem Zelt zu entlassen. Um seinen Stolz – ebenfalls eine Todsünde – zu wahren, weigert sich Achilles, gegen die Trojaner zu kämpfen, die die Oberhand gewinnen. Hektor, ihr stärkster Held, tötet einen herausragenden Kämpfer: Patroklos, den innigsten Freund von Achilles, worauf sich dieser in Schuld und Gram verzehrt und sein Zorn neuerlich mächtig auflodert, diesmal, auf Rache sinnend, gegen Hektor. Rasend fordert er ihn zum Kampf, tötet ihn und demütigt die Trojaner, indem er den Leichnam an seinen Streitwagen hängt und um die Stadt schleift. Zorn, von Homer noch in der Brust und erst von Hippokrates im Gehirn lokalisiert, ist die in der Ilias am häufigsten genannte Emotion, 130 Mal, während es „Furcht“, im Schlachtengetümmel noch und noch erlebt, gerade auf 29 Nennungen bringt (Mumford 1996).

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2012

Authors and Affiliations

  1. 1.SalzburgÖsterreich

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