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Die Medizin der alten Hochkulturen — Exemplarisch: China und Indien

Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Auszug

Seit der Mitte des 20. Jh. erfreut sich die traditionelle chinesische Medizin (TCM) auch in der westlichen Welt eines großen Zustroms Interessierter. Vielfach wurde sie als Ergänzung naturheilkundlicher Praktiken rezipiert und popularisiert. Häufig allerdings gelangte die TCM in dieser frühen Phase gar nicht direkt aus China, sondern vielmehr aus Vietnam oder Japan nach Europa oder Nordamerika. Mit der Öffnung Chinas gelangte schließlich als erste klassische der chinesischen Heilmethoden die Akupunktur seit den 1970er Jahren in den Westen. Den neuen China-Boom in der Heilkunde hat vielleicht der Bericht eines amerikanischen Journalisten über eine erfolgreiche Akupunktur-Schmerzbehandlung nach der Operation seines Blinddarms während eines Chinabesuchs im Jahr 1971 ausgelöst Bedauerlicherweise verselbstständigte sich allerdings die so genannte Chinesische Medizin im Westen unter dem Einfluss alternativer Heilmethoden und Heilserwartungen immer mehr zu einer Form der Heilkunde, in der das unwissenschaftliche Prinzip des „Wer heilt, hat Recht!“ Oberhand gewann. Was chinesische Ärzte in jahrelangem Studium etwa der Akupunktur erlernten, wurde im Westen in Schnellkursen vermittelt Inzwischen ist diese Verflachung der traditionellen chinesischen Medizin im Westen nicht ohne Folgen geblieben und hat dazu geführt, dass sich in China ein Ausbildungsmarkt für TCM herausgebildet hat, der die im Westen modifizierte Form derTCM für westliche Kunden anbietet (Pizza-Effekt). Die echte traditionelle chinesische Medizin ist in diesen Ausbildungsangeboten nur noch schemenhaft auszumachen.

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© Springer Medizin Verlag Heidelberg 2009

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