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Kinderliebe, Pädophilie und pädosexuelle Straftaten

M — eine Stadt sucht einen Mörder — Pädophilie (ICD-10: F65.4)
  • Friedemann Pfäfflin

Auszug

Der Regisseur dieses Films, Fritz Lang (1890–1976), hat 43 Filme hinterlassen und zählt zu den weltweit bedeutendsten Regisseuren, so wie der Film von vielen Fachleuten zu den 10 oder 20 besten Filmen der Welt gerechnet wird (Lang 1987). Das Drehbuch für M — Eine Stadt sucht einen Mörder (⊡ Abb. 1) schrieb Lang, damals 41 Jahre alt, zusammen mit seiner Frau Thea von Harbou. Es war sein erster Tonfilm. Bei den beiden Premierevorstellungen im Ufa-Palast am Zoo in Berlin im Mai des Jahres 1931 waren 5000 Zuschauer, und der Beifall nach den Vorstellungen wollte kein Ende nehmen. Ursprünglich sollte der Titel „Mörder unter uns“ heißen, doch weigerte man sich, ihm für einen Film mit solch einem Titel das Studio in Berlin-Staaken zur Verfügung zu stellen. Lang:

„Ich wusste überhaupt nicht, was los war. Keiner wollte mir etwas Bestimmtes sagen. Schließlich fragte ich, was die Leute denn gegen einen Kindermörder-Film hätten — worauf die Gegenseite nun wieder sehr erstaunt war. Die hatten geglaubt, es handele sich um einen Angriff gegen die Nazis, was ich dann später im letzten [sc. deutschsprachigen] Mabuse-Film aller- dings wirklich getan habe“ (aus einem Gespräch zwischen Fritz Lang und Erwin Kipfmüller, abgedruckt in FILM, Dezember 1956, vgl. seine Ausführungen gegenüber Siegfried Kracauer 1984, S. 229). Von Lang stammen u. a. auch die Filme Dr. Mabuse, der Spieler (1922), Die Nibelungen, Teil I und II (1924), Metropolis (1927), Das Testament des Dr. Mabuse (1932/1933), Der Tiger von Eschnapur (1958), Die tausend Augen des Dr. Mabuse (1960).

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Literatur

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Copyright information

© Springer Medizin Verlag Heidelberg 2008

Authors and Affiliations

  • Friedemann Pfäfflin
    • 1
  1. 1.Sektion Forensische PsychotherapieUniversitäßsklinikum UlmUlm

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