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Zum Problem des „Neutralen“ Geldes

Chapter
Part of the Meilensteine der Nationalökonomie book series (MEILENATIONAL)

Auszug

Der vorliegende Beitrag enthält die Hauptergebnisse einer demnachst in holländischer Sprache zu veröffentlichenden Untersuchung über das Thema: „Geldversorgung und wirtschaftliches Gleichgewicht“. Für eine nähere Begründung mancher Thesen, die schon aus Raumrücksichten in diesem Aufsatze nur andeutungsweise hervorgehoben werden konnten, sei somit von vornherein ausdrücklich auf jene später erscheinende Arbeit des Verfassers verwiesen. Insbesondere soil schon an dieser Stelle bemerkt werden, daß zumal die Ausführungen über die technischen und organisatorischen Möglichkeiten einer; „Managed Currency“ — im Gegensatz zu den Fragen nach deren Erwünschtheit und etwaigen Konsequenzen — in der vorliegenden Arbeit absichtlich knapp gehalten sind, und daß es demnach unvermeidlich erseheint, daß in diesem Punkte manches, was vielen Lesern zunächst noch problematisch erseheinen dürfte, ohneweiters als erwiesen vorausgesetzt worden ist. Nur auf dieser Weise erschien es möglich, innerhalb des jedem Mitarbeiter hier zur Verfügung stehenden Raumes eine irgendwie vollständige und geschlossene Darstellung zu bieten von einem zweiten — und zwar, nach den Ansichten des Verfassers, weitaus bedeutungsvolleren — Aspekte des gleichen Problemkreises, nämlich der Frage nach den Kriterien, nach denen ein nationales oder internationales „Management“ der Geldversorgung — dessen Möglichkeit einmal vorausgesetzt — vorzugehen habe, wenn ein wirtschaftlich „vernünftiges“ Resultat erreicht werden soll.

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Literatur

  1. 1.
    Wir verstehen darunter in erster Linie die Gruppe, die von Keynes (A Treatise on Money, Vol. I, S. 199) als die „Neo-Wicksell-Schule“ gekennzeichnet worden ist. Es sind hiezu, außer Professor Hayek, u. a. die Autoren G. Haberler, F. MaChlup, A. Mahr und O. Morgenstern zu rechnen, während als Anhänger einer verwandten Geistesrichtung außerhalb dem eigentlichen Wiener Kreise zumal W. Ropke sowie H. Neisser zu erwähnen sind.Google Scholar
  2. 2.
    Von einer nur irgendwie vollständigen Würdigung der jüngsten Arbeit Keynes’ (A Treatise on Money, 2 Vols., London 1930) kann im Rahmen dieses Aufsatzes selbstverständlich nicht die Rede sein; es sei jedoch gleich an dieser Stelle bemerkt, daß die in jenem Werke vertretenen Gedankengänge uns im allgemeinen Jerner liegen als die Ansichten der übrigen oben erwähnten Autoren.Google Scholar
  3. 3.
    Es gilt dies unseres Erachtens zumal von den Ansichten G. M. Verrijn Stuarts über die Relation zwischen dem Begriffe des „wertbeständigen“ und dem des „neutralen“ Geldes (siehe unten S. 221/2), sowie auch mit Rezug aul die Ausführungen M. W. Holtrops über die Zusammenhänge zwischen Kassenhaltung („Horten“) und Umlaufsgeschwindigkeit (siehe unten S. 266 u. 302 ff.).Google Scholar

Literatur

  1. 1.
    The Purchasing Power of Money, New York 1911, S. 337 ff.; weiter ausgearbeitet in dem Aufsatz „A compensated Dollar“ im Quarterly Journal of Econ., Vol. 27 (1912/13), S. 213 ff.Google Scholar
  2. 2.
    New York 1928, S. 216ff.Google Scholar
  3. 1.
    Die sogenannte „Strong Bill“; Einzelheiten hierüber in deutschei Sprache u. a. bei A. Mahr, Die Stabilisierung der Kaufkraft des Dollars, Weltw. Archiv 1929, Bd. 29, S. 26ff.Google Scholar
  4. 2.
    Als die bekanntesten Namen seien hier nur erwähnt G. Cassel, J. M. Keynes, R. G. Hawtrey, und von den Bankpraktikern zumal R. Mac Kenna (der Letter der Midland Bank).Google Scholar
  5. 1.
    Vgl. hie von u. a. S. 254ff.Google Scholar
  6. 2.
    Diese letztere Frage ist unseres Erachtens prinzipiell nur von untergeordneter Bedeutung (näheres hiezu unten, §§ 92/3). Von den bisher genannten Autoren befürworten Cassel und Hawtrey eine Geldwertregulierung unter Beibehaltung der Goldwährung, während Keynes und Mc. Kenna für deren (permanente!) Aufhebung eintreten. Nach I. Fishers bekanntem Vorschlag des „kompensierten“ Dollars sollte die Goldwährung zwar scheinbar aufrechterhalten werden, jedoch ohne ihr nach unserer Ansicht wichtigstes Merkmal, nämlich das feste Wertverhältnis zwischen der Geldeinheit und einer bestimmten Gewichtsmenge Feingold; es handelt sich hier also im Grunde nur noch um eine „Pseudo-Goldwährung“.Google Scholar
  7. 1.
    Näheres über diese und die sonstigen „Funktionen“ des Geldes auf S. 247ft.Google Scholar
  8. 2.
    Insbesondere „A Tract on Monetary Reform“, London 1923.Google Scholar
  9. 1.
    R. G. Hawtkey, The Genoa Resolutions on Currency, Econ. Journal 1922, Vol. XXXII, S. 298.Google Scholar
  10. 2.
    F. A. Hayek, Geldtheorie und Konjunkturtheorie, Wien 1929, S. 53ff.Google Scholar
  11. 3.
    Über die Definition des Inflationsbegriffes siehe S. 245/6.Google Scholar
  12. 5.
    Es handelt sich hler offenbar urn die bekannte, zumal von L. Mises (Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel, 2. Aufl., München u. Leipzig 1924, S. 119ff.) vertretene und heutzutage wohl ziemlich allgemein anerkannte „dynamische“ Theorie der Inflation, nach der die Preissteigerungen immer zunächst nur von einem beschränkten Gebiete ihren Ausgang nehmen und sich erst allmählich über die ganze Wirtschaft verbreiten.Google Scholar
  13. 1.
    Vgl. hiezu vor allem Hayek, a. a. O. S. 55ff.; mit Bezug auf die vermutliche Ursache dieses zunächst ganz merkwürdig erscheinenden Tatbestandes, sowie der üblichen Überschätzung des Geldwertfaktors im allgemeinen siehe S. 251/2.Google Scholar
  14. 4.
    C. Menger, Art. „Geld“ im Handwörterb. d. Staatswiss., 3. Aufl., Bd. IV, S. 592 bis 598.Google Scholar
  15. 5.
    L. Mises, a. a. O. S. 104 u. 221/222.Google Scholar
  16. 6.
    „Inleiding tot de Leer der Waardevastheid van het Geld“, den Haag 1919.Google Scholar
  17. 7.
    Der Vorwurt Hayeks, daß die Identifizierung der Begriffe „wertbeständiges“ und „neutrales“ Geld im allgemeinen ohne irgend welche Begründung vorgenommen wird, trifft also mit Bezug auf diesen Verfasser nicht zu.Google Scholar
  18. 1.
    A. a. O. S. 123. Es handelt sich hier, wohlbemerkt, um die Definition des Wertbeständigkeitsbegriffes, während der Begriff der „Neutralität“ — allerdings ohne Verwendung dieses Wortes, siehe S. 228 — als gegeben vorausgesetzt wird; in den meisten Fällen wird bekanntlich die logische Rangordnung dieser beiden Begriffe im umgekehrten Sinne aufgefaßt.Google Scholar
  19. 2.
    F. A. Hayek, a. a. O. S. 71; daß diese Ablehung jedoch nicht die „Geldwerttheorie“ in dem erweiterten Sinne trifft, wie diese u. a. von Mises aufgefaßt wird, wird von Hayek selbst, a. a. O. S. 62, Anm., ausdrücklich hervorgehoben.Google Scholar
  20. 1.
    An anderer Stelle — „De Zin der Bankpolitiek”, de Economist (Haarlem) 1925, S. 811ff. — haben wir diese letztere Auffassung schon einmal ausführlicher zu begründen und dessen Konsequenzen, zumal in konjunkturtheoretischer Beziehung, herauszuarbeiten versucht. Wir stellten uns allerdings damals noch auf den Standpunkt — von dem wir erst später abgekommen sind —, die oben erwähnte „faktische“ Identität sei tatsächlich vorhanden.Google Scholar
  21. 1.
    A. a. O. Kap. III, passim.Google Scholar
  22. 2.
    K. Wicksell, Geldzins und Güterpreise, Jena 1898, Kap. VIIff. und passim. Über die Vertreter verwandter Lehrmeinungen in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts (zumal Thornton und Joplin) siehe Hayek, Preise und Produktion, Wien 1931, S. 12 bis 20.Google Scholar
  23. 3.
    Über die terminologischen Fragen im Zusammenhang mit Wicksells Lehre siehe Hayek, a. a. O. (Geldtheorie usw.) S. 75, Anm.; der auch nach unserer Ansicht zutreffendste Ausdruck „Gleichgewichtszins“ stammt, wie dort angegeben wird, ursprünglich von K. Schlesinger, Theorie der Geld-und Kreditwirtschaft, München u. Leipzig 1914, S. 128.Google Scholar
  24. 1.
    Vgl. auch hiezu wieder Hayek, Geldtheorie und Konjunkturtheorie (neben den schon oben erwähnten Stellen zumal auch S. 72/73).Google Scholar
  25. 2.
    Die einschlägige Literaturangabe findet sich auf S. 228 u. 240/1.Google Scholar
  26. 3.
    In der Periode 1898 bis 1918 haben sich unseres Wissens überhaupt nur S. F. Altmann in seinem Beitrag „Zur deutschen Geldlehre des 19. Jahrhundert“ in der Festschrift für Gustav Schmoller (1908), S. 45ff., und L. Mises in der ersten Ausgabe seines oben zitierten Werkes (1912, S. 421 ff.) mit den Wicksellschen Auffassungen beschäftigt.Google Scholar
  27. 4.
    J. M. Keynes, A Treatise on Money, London 1930, Vol. I, Ch. 13, S. 185ff.Google Scholar
  28. 1.
    Daß Keynes, ungeachtet der beträchtlichen Wandlung in seinen Auffassungen seit der Erscheinung seiner früheren Arbeit „A Tract on Monetary Reform“ (London 1923), sich auch jetzt noch im wesentlichen zu dem Stabilisierungsprogramm bekennt, ergibt sich an zahlreichen Stellen, zumal in dem zweiten Bande des „Treatise” (vgl. z. B. Book VII, „The Management of Money“, S. 211 ff. und insbesondere auch die Schlußbetrachtungen, S. 388 ff.)Google Scholar
  29. 2.
    Eine Ausnahme bildet allerdings die Stelle bei A. C. Pigou, Industrial Fluctuations, London 1927, Ch. XIII, Par. 9, wo im Zusammenhang mit der Frage der Geldschöpfung durch die Kreditbanken ein Unterschied gemacht wird zwischen dem Falle, wo die Funktion der Bank „purely mediatorial“ ist und den sonstigen Fällen; jener Ausdruck wäre wohl ungefähr mit „neutral“ zu übersetzen. Vgl. auch die später noch zu erwähnende Stelle in Ch. XII, Par. 5.Google Scholar

Literatur

  1. 1.
    Das Wort „neutral“ ist in diesem Zusammenhang unseres Wissens zuerst von Wicksell (a. a. O. S. 93) verwendet worden und von dieser Stelle unmittelbar in die Hayeksche Arbeit „Geldtheorie und Konjunkturtheorie“ (S. 59) übergegangen. Es war indessen der Ausdruck in Deutschland schon eher wieder aufgetaucht bei L. v. Bortkiewicz („Die Frage der Reform unserer Währung usw.“, Brauns Annalen, Bd. 6, 1919, S. 57 und 59), von welcher Stelle er von W. G. Behrens (Das Geldschöpfungsproblem, Jena 1928, S. 157, Anm. 1) übernommen wurde, der ihn in dem anschließenden positiven Teil seiner Untersuchung (S. 228ff.) zum ersten Male ausgiebig verwendet hat und durch dessen Arbeit wir persönlich den Ausdruck auch zuerst begegneten. Um die Mitte von 1929 — somit etwa um ein Jahr nach der Erscheinung des Behrensschen Werkes — dürfte der Ausdruck in den an der Geldtheorie interessierten Kreisen in Holland ziemlich allgemein bekannt gewesen sein, und wurde er u. a. auch von G. M. Verrijn Stuart in seinem damaligen schon oben zitierten Gutachten (a. a. O. S. 96) verwendet; in der sich dabei anschließenden mündlichen Debatte (Utrecht, November 1929) wurde er dann von mehreren Diskussionsrednern, darunter auch von uns selbst, als eine schon ziemlich geläufige Redewendung gebraucht. Wir erwähnen diese Einzelheiten an dieser Stelle nur deshalb, weil den holländischen Nationalökonomen im allgemeinen und uns persönlich im besonderen in der Hayekschen Schrift „Preise und Produktion“ (S. 30, Anm. 1) ein besonderes Verdienst mit Bezug auf die „Wiederbelebung“ dieses Ausdruckes zugemutet worden ist, die uns nicht ganz gerechtfertigt scheint; die Priorität in dieser Beziehung ist ja zweifellos Bortkiewicz und Behrens zuzuschreiben. Im übrigen halten wir diese Priorität nicht für allzu wichtig, weil es sich dabei doch im Grunde nur um das Wort handelt, und der Begriff sich in diesem Falle — Mephistopheles zum Verdruß! — schon längst „eingestellt“ hatte, als das Wort noch fehlte. Es war dies sogar schon längere Zeit vor der Erscheinung des oben erwähnten Misesschen Werkes, das doch im allgemeinen wohl als der Anfang der „neuen Epoche“ in der Geldtheorie betrachtet werden darf, der Fall; für die diesbezüglichen Stellen, zumal derjenigen bei Helfferich, wo in diesem Zusammenhang — und zwar mit dem unseres Erachtens richtigen, d. h. normativen, methodologischen Akzent (vgl. unten S. 230ff.) — von der „Indifferenz“ des Geldes die Rede ist, siehe S. 241, Anm.1.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. z. B. Hayek, a. a. O. (Geldtheorie usw.) S. 3, Anm.Google Scholar
  3. 2.
    Neben der österreichischen, durch C. Menger begründeten Schule sind hierzu bekanntlich auch die englische (Jevons, Marshall) und die Lausanner Schule (Walras) sowie die Fortbildung der letzteren durch Pareto usw. zu rechnen.Google Scholar
  4. 3.
    Vgl. zu diesem, in den nachfolgenden Paragraphen von uns wiederholt zu verwendenden Begriff in erster Linie die Ausführungen Max Webers „Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre“, Tübingen 1922, S. 190ff., und „Wirtschaft und Gesellschaft“ (Bd. III, 1 d. Grundriß der Sozialökonomik, 2. Aufl., Tübingen 1925), S. 4. Zu den „idealtypischen Konstruktionen“ in diesem Sinn ist in erster Linie der Begriff des wirtschaftlichen Gleichgewichtes als solchen, weiter z. B. der sogenannte „Homo oeconomicus“ und — auf dem engeren Gebiete der vorliegenden Arbeit — wohl auch der Wicksellsche Begriff des „natürlichen Kapitalzinses“ zu rechnen.Google Scholar
  5. 3.
    H. H. Gossen, Entwicklung der Gesetze des menschlichen Verkehrs usw., 3. Aufl., Berlin 1927, S. 12 (nicht etwa S. 5).Google Scholar
  6. 1.
    Vgl. z. B. die nachfolgende Äußerung A. C. Pigous, der doch wirklich nicht als ein doktrinärer Anhänger des Laissez-faire betrachtet werden kann: „There is still enough life in the old doctrine of ‚maximum satisfaction ‘to throw the burden of proof upon those who would interfere with ‚natural tendencies‘.“ (Essays in Applied Economics, London S. 97.)Google Scholar
  7. 2.
    J. Schumpeter, „Kreditkontrolle“, Archiv f. Sozialwiss. 1925, Bd. 54, S. 325ff.Google Scholar
  8. 3.
    Es ist allerdings anzuerkennen, daß diese Bedingung mit Bezug auf Keynes — auf dessen damalige Schriften die obige Bemerkung Schumpeters sich insbesondere bezog — nicht erfüllt gewesen sein dürfte, und daß insoweit diesem Verfasser gegenüber die Interpretation Schumpeters immerhin zutreffend sein könnte. Es dürfen jedoch nach unseren obigen Ausführungen gerade deshalb die Keynesschen Ansichten auch nicht ohneweiters als repräsentativ für das Programm des „Managed Currency“ überhaupt betrachtet werden. Die meisten Vertreter des Stabilisierungsgedankens betonen ja ausdrücklich, daß nichts ihnen ferner liegt als etwa die Preise der einzelnen Güter zu regulieren. Vgl. hiezu u. a. den Untertitel des Fisherschen Buches „Stabilizing the Dollar“ (New York 1920), nämlich: „A plan to stabilize the general price-level without fixing individual prices.“Google Scholar
  9. 1.
    Den Ausdruck „aktiv“ mit Bezug auf die Geldpolitik verwenden wir an dieser und an anderen Stellen in doppeltem Sinne als einen Gegensatz, nämlich erstens zu der traditionellen Lehre von dem sogenannten „Automatismus“ der Goldwährung und zweitens und hauptsächlich zu der (unseres Erachtens grundfalschen) „Bedarfsgeldlehre“ — bekanntlich aus dem sogenannten Banking-Principle hervorgegangen und in deutscher Sprache insbesondere von Ad. Wagner, F. von Wieser und (mit unwichtigen Modifikationen) von Fr. Bendixen vertreten — nach der die ideale Organisation der Geldversorgung darin bestehen soll, sich möglichst passiv den Schwankungen des in einem jeden Augenblick als eine eindeutig bestimmte Größe betrachteten „Geldbedarfs“ (bzw. Kreditbedarfs) anzupassen.Google Scholar
  10. 2.
    Die entscheidende Wendung in dieser Anschauungsweise dürfte sich nach unserer Ansicht vollzogen haben innerhalb der gleichen Periode, in der die „moderne“ Geldtheorie überhaupt ihren Anfang genommen hat; d. h. in der Periode von 1898 (Wicksells „Geldzins und Güterpreise“) bis 1912 (erste Auflage von Mises’ „Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel“). Unter dem Einflusse der Kriegs-und Nachkriegsereignisse hat sich dann auch in diesem Punkte die „neue“ Auffassung ziemlich rasch durchsetzen können.Google Scholar
  11. 3.
    J. Stuart Mill, Principles of Political Economy, III. Buch, Kap. VII, Par. 3 (Ausg. Ashley, S. 488). (Zitiert nach Hayek, Preise und Produktion, S. 119, Anm.)Google Scholar
  12. 4.
    Das heißt etwa bis in die ersten Nachkriegsjahre; in dieser Zeit hat sich dann der Neutralitätsgedanke ziemlich rasch verbreitet. Vgl. z. B. die schon oben zitierten Arbeiten Verrijn Stuarts (1918) und Bortkiewicz’ (1919) sowie die Stelle bei K. Elster (Die Seele des Geldes, Jena 1920, S. 215), wo das Neutralitätsprinzip — freilich unter einer anderen Benennung — als ein schon ziemlich allgemein anerkannter geldpolitischer Grundsatz erwähnt wird. (Die Tatsache, daß dieser letztere Autor, der bekanntlich als Anhänger des Knappschen Nominalismus in vielen Punkten den damals vorherrschenden geldtheoretischen Ansichten in schroffster Weise entgegentrat, sich dennoch ohne Bedenken zu jenem geldpolitischen Grundprinzip bekannte, ist unseres Erachtens ein typischer Beweis für die relative Irrelevanz der dogmatischen Kontroversen über das „Wesen“ des Geldes; siehe S. 246/7.)Google Scholar
  13. 1.
    Unter diesen „Pionieren“ des Neutralitätsgedankens ist u. E. in erster Linie K. Helfferich zu nennen, von dem schon in der ersten Auflage seines Buches „Das Geld“ (Leipzig 1903, S. 508 u. 528) der Begriff der „Indifferenz“ des Geldes verwendet wurde, der sich fast vollständig mit demjenigen der Neutralität in dem obigen Sinne deckt. Das gleiche gilt auch von dem schon erwähnten Menger-Misesschen Begriffe der „inneren Wertbeständigkeit“ des Geldes (siehe oben S. 221); und zwar wurde diese „innere“ Wertbeständigkeit von jenen Autoren auch wirtschaftspolitisch der „äußeren“ Wertbeständigkeit vorgezogen. Die Identität zwischen dem ersteren dieser beiden Begriffe und dem der Neutralität des Geldes ist u. a. von Behrens (a. a. O. S. 229) hervorgehoben und von Hayek (Preise und Produktion, S. 30, Anm. 1) ausdrücklich anerkannt worden; nur die terminologische und analytische Anlehnung an den Begriff des Geldwertes ist hiebei zunächst etwas irreführend.Google Scholar
  14. 1.
    In diesem Sinne u. a. Fr. Bendixen, Das Inflationsproblem, Stuttgart 1917, S. 13.Google Scholar

Literatur

  1. 2.
    J. Schumpetkr, Das Wesen und der Hauptinhalt der theoretischen Nationalökonomie, Leipzig 1908, S. 288ff.Google Scholar
  2. 3.
    A. Amonn, Objekt und Grundbegritfe der theoretischen Nationalökonomie, Wien u. Leipzig 1911, S. 342 ff. Von den sonstigen Autoren, die sich zu einer ähnlichen Auffassung bekennen, soll hier nur noch A. Sommer (Das Geld und die Erscheinungsformen der Werteinheit, Conrads Jahrbücher 1929, Bd. 130, S. 31 ff.) erwähnt werden; in Holland hat sich insbesondere M. W. Holtrop (De Omloopssnelheid van het Geld, Amsterdam 1928, S. 78 ff.) dieser Betrachtungsweise angeschlossen.Google Scholar
  3. 4.
    Als ein ausgesprochener Gegner dieser Aulfassung in der jüngsten Literatur soll hier nur S. Budge, „Lehre vom Geld“, Bd. 1, „Wesen und Wert des Geldes“ Jena 1931, S. 20 ff. und passim, erwähnt werden.Google Scholar
  4. 1.
    Vgl. hiezu u. m. Holtrop, a. a. O. S. 79/80; schon aus diesen wenigen Beispielen geht u. E. hervor, daß man zur Darlegung dieses Tatbestandes keineswegs auf die fast legendarische „Makute“ der Angola-Neger zurückzugreifen braucht.Google Scholar
  5. 2.
    F. v. Gottl, Die wirtschaftliche Bimension, 1923, S. 169 (zitiert nach Sommer, a. a. O. S. 34).Google Scholar
  6. 4.
    A. Marshall, Remedies for Fluctuations of General Prices, 1887 (aufgenommen in den Memorials of Alfred Marshall, herausgegeben von Pigou, London 1925), S. 188.Google Scholar
  7. 6.
    Den diesbezüglichen Widerlegungsversuch K. Elsters in seinem Aufsatze „Vom Werte, den das Geld nicht hat“, Conrads Jahrb. 1921, Bd. 116, S. 507, betrachten wir, wenigstens mit Bezug auf den Tauschwert des konkreten Geldes, als durchaus mißlungen; es sei denn, daß es sich hierbei — wie dies aus den Betrachtungen des Verfassers auf S. 524 bis 526 hervorzugehen scheint — überhaupt nur um eine terminologische Frage handeln dürfte. Mit Bezug auf das abstrakte Geld stimmen wir hingegen der Elsterschen Auffassung in dieser Hinsicht im wesentlichen bei (vgl. auch S. 252, Anm. 4).Google Scholar
  8. 1.
    Zwar gibt es bekanntlich auch in einer solchen Wirtschaft Güter, die für ihre individuellen Besitzer keinen Gebrauchswert und dennoch Tauschwert haben; jedoch dieser Tauschwert ist dann doch immer auf einen direkten oder indirekten Gebrauchswert dieser Güter für irgendwelche andere Wirtschaftssubjekte zurückzuführen. Eben dieses trifft hingegen mit Bezug auf das Geld nicht Oder doch wenigstens nicht notwendig zu. Insoweit bekennen wir uns mithin zu einer „Derivativwerttheorie“ (im Gegensatz zu einer „Originarwerttheorie“) des Geldes: vgl. Behrens, a. a. O. S. 4ff.Google Scholar
  9. 2.
    G. F. Knap, Staatliche Theorie des Geldes, 2. Aufl., Leipzig 1918, Par. 3, S. 37 ff.Google Scholar
  10. 3.
    L. Mises, a. a. O. (2. Aufl.), S. 23ff. u. 264ff.Google Scholar
  11. 4.
    Auch das Giralgeld rechnen wir also zu dem konkreten Gelde; die gegenteilige, insbesondere von R. Liefmann (Geld und Gold, Stuttgart u. Berlin 1916, S. 97ff.) vertretene Auffassung führt zu durchaus unklaren Ergebnissen, die sogar leicht dazu Anlaß geben können, daß man die unseres Erachtens richtige Bedeutung des abstrakten Geldbegriffes überhaupt aus dem Auge verliert.Google Scholar
  12. 5.
    Vgl. hiezu schon Hartley Withers, The Meaning of Money, 1st. ed. London 1909 (deutsche Übersetzung von Patzauer, Geld u. Kredit in England, Jena 1911). In deutscher Sprache wohl zuerst J. Schumpeter, Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, 1. Aufl. (1912), S. 202ff., und Mises, a. a. O., 1. Aufl. (ebenfalls 1912), S. 301ff.; später zumal A. Hahn, Volkswirtschaftliche Theorie des Bankkredits, 1. Aufl., Tübingen 1920, 3.— unseres Krachtens wesentlich verbesserte! — Aufl., ebenda 1930. Heutzutage ist diese Theorie bekanntlich fast allgemein anerkannt worden.Google Scholar
  13. 2.
    P. Sraffa, Dr. Hayeks views on Money and Capital, Econ. Journal 1932, Vol. XLII, S. 42 ff. Der von Hayek in jenen Vorträgen wohl zuerst in die englische Sprache eingeführte Ausdruck „neutral money“ war jenem Kritiker offenbar neu und hätte somit von ihm an und für sich ebensogut nach der Seite des konkreten Geldes hin interpretiert werden können, wie dies von Hayek, seiner ganzen weiteren Argumentation gemäß, zweifelsohne beabsichtigt war. Es konnte unseres Erachtens nur die herkömmliche Überschätzung der Erscheinungen des abstrakten Geldes den Referenten zu der These veranlassen, daß, insoweit man von den in Geld ausgedrückten Forderungen und Schulden sowie von der Starrheit der Geldpreise, bzw. der Geldlöhne abstrahiert, das Geld dadurch eo ipso neutral werden muß, gleichgültig ob die Geldmenge sich ändert oder nicht (a. a. O. S. 44). Angesichts derartiger Äußerungen dürfte man allerdings wohl beinahe daran verzweifeln, die in jenem Gedankenkreise festgebannten Theoretiker überhaupt je von der Möglichkeit, bzw. der Bedeutung der nichtneutralen Wirkungen des konkreten Geldes überzeugen zu können!Google Scholar
  14. 2.
    Die sich auf die Vergangenheit beziehenden Wertvorstellungen sind zumal im Zusammenhang mit der vielfach üblichen — unseres Erachtens prinzipiell verfehlten! — „retrospektiven“ Methode der Kostenberechnung von Bedeutung: so z. B. dort, wo in Inflationszeiten ein „Gewinn“ kalkuliert wird, wenn irgendeine Ware zu einem höheren Nominalpreis verkauft wird, als sie eingekauft wurde, obwohl der „prospektiv“ bemessene Kaufpreis — d. h. also der Wiederbeschaffungspreis — jenen Verkaufspreis beträachtlich übersteigt (vgl. z. B. I. Fisher, The Money Illusion, S. 7 If.). Es dürfte allerdings ungerecht sein, diese Erscheinungen zur Gänze auf das Konto der Geldillusion zu stellen!Google Scholar
  15. 1.
    Fr. v. Wieser, „Der Geldwert und seine Veränderungen“ und „Über die Messung der Veränderungen des Geldwertes“, Schriften d. Ver. f. Sozialpolitik, Bd. 132, Leipzig 1910, S. 509 u. 546.Google Scholar
  16. 1.
    Zwar sind die meisten der betreffenden Autoren sich mehr oder weniger dessen bewußt, daß mit der Wahl der zu stabilisierenden Indexziffer die eigentlichen Schwierigkeiten erst anfangen (vgl. z. B. R. G. Hawtrey, Money and Index-Numbers, Journa of the Royal Statistical Society 1930, Vol. XCIII, 1930, S. 64ff.); jedoch nur die wenigsten kommen auf diesem Wege zu dem Ergebnis, daß es sich hiebei überhaupt nicht um eine einzige Indexzahl handeln kann. Daß man allerdings bei genauerer Analyse auch von der zunächst rein formalen Seite der Indexberechnung heraus zu einem ähnlichen Resultat kommen kann und muß, zeigt in vorzüglicher Weise G. Haberlkr in seiner Schrift: „Der Sinn der Indexzahlen“, Tübingen 1927.Google Scholar
  17. 2.
    In diesem letzteren Sinne insbesondere Hawtrey, a. A. O. S. 71ff.Google Scholar
  18. 3.
    J. B. Say, Traité d’Economie Politique, 8ième éd., Paris 1876, S. 146ff.Google Scholar
  19. 1.
    Wir entnehmen diesen Ausdruck Fr. Bendixen („Das Wesen des Geldes“, 2. Aufl., München u. Leipzig 1918, S. 29 ff.), selbstverständlich aber ohne daß wir, mit diesem Verfasser, das Vorhandensein einer solchen Vorleistung als ein Wesensmerkmal des Geldes überhaupt betrachten. (Gegen diese letztere Auffassung ebenfalls O. Eengländer, Das Geld ohne Eigenwert und die Preislehre, Conr. Jahrb. 1922, Bd. 119, S. 104, sowie Behrens, a. a. O. S. 156 u. 270.)Google Scholar
  20. 2.
    Vgl. zu diesen Ausdrücken (engl. „New Hoarding“ bzw. „Dishoarding“) insbesondere D. H. Robertson, Banking Policy and the Price Level, London 1926, Ch. V, S. 41 ff.; in deutscher Sprache findet sich der Ausdruck „Enthorten“ u. a. bei E. v. Mickwitz, Kassenhaltung und Preisniveau, Arch. f. Soz. Wiss. 1929, Bd. 62, S. 555ff.Google Scholar
  21. 3.
    H. Neisser, Der Tauschwert des Geldes, Jena 1928, S. 13.Google Scholar
  22. 4.
    Vgl. hierzu insbesondere auch die Stelle bei Hayek, a. a. O. (Geldtheorie und Konjunkturtheorie) S. 46/47, wo von „einer sozusagen einseitigen Änderung der Nachfrage“ infolge der Eigenschalt des Geldes als „Nur-Tauschmittel“ die Rede ist, und ebenfalls S. 56, wo die Theorie der Geldwirtschaft als eine „Theorie der einseitigen Wirkungen“ bezeichnet wird.Google Scholar
  23. 4.
    F. A. Hayek, Preise und Produktion, Wien 1931, S. 111 bis 116.Google Scholar
  24. 3.
    Vgl. auch hiezu insbesondere wieder Hayek, a. a. O. S. 99ff., und zumal F. Machlup, „Börsenkredit, Industriekredit und Kapitalbildung“, Wien 1931, S. 115ff. Über die Zweideutigkeit des Begriffes „Elastizität“ in dieser Beziehung vgl. auch Mises, a. a. O. (2. Aufl.) S. 317.Google Scholar
  25. 2.
    Scharf gegen diese und verwandte Lehren richtet sich zumal auch D. H. Robertson, „Theories of Banking Policy“ Economica 1928, S. 131 ff., zumal S. 142.Google Scholar
  26. 4.
    Wir machen also in dieser Beziehung keinen prinzipiellen Unterschied zwischen der „regulären“ Kassenhaltung der Einzelwirtschaften und dem „Horten“ im engeren Sinne. Zwar leugnen wir nicht, daß diese Unterscheidung für eine Analyse der Ursachen des neuen Hortens und Enthortens — wie sie insbesondere von Holtrop (De Omloopssnelheid van het Geld, Amsterdam 1928, Kap. VI und VII) vorgenommen worden ist — von großer Bedeutung sein kann; jedoch für die Folgen jener Vorgänge, die uns an dieser Stelle ausschließlich interessieren, ist jene Unterscheidung unseres Erachtens völlig irrelevant. Diese Folgen treten eben „automatisch“ ein, gleichgültig auf Grund welcher Motive die einzelnen Hortungs-, bzw. Enthortungsakte vorgenommen werden, und insbesondere gleiehgültig, ob das neue Horten nach der Absichl der betreffenden Wirtschaftssubjekte für eine kurze oder für eine längere Zeit stattfinden soll. Vgl. hierzu auch die Ausführungen von Mickwitz’, a. a. O. (zumal S. 567) der ebenfalls sämtliche Kassenvorräte unter einem einheitlichen Gesichtspunkt zusammenzufassen versucht. — A fortiori ist es für unseren Zweck durchaus gleichgültig, ob ein dem Umfange nach unveränderter Kassenbestand fortlaufend aus den gleichen konkreten Geldeinheiten besteht, oder ob fortwährend „neue“ Geldeinheiten hinzukommen und sogleich die „alten“ wieder verausgabt werden; nach dem üblichen Wortgebrauch würde hier aber dennoch im ersten Falle von einem „Horte“, im zweiten hingegen von einem „regulären“ Kassenvorrat die Rede sein.Google Scholar
  27. 1.
    In verwandtem Sinne u. a. J. F. Feilen, Die Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes, Berlin u. Leipzig 1923, S. 70ff.Google Scholar
  28. 3.
    E. v. Mickwitz, a. a. O. S. 564, stellt diese Identität auf Grund einer u. E. nicht ganz zureichender Motivierung in Abrede, hat aber nichtsdestoweniger die Bedeutung der in dem nächsten Paragraphen von uns erörterten Problemstellung klar durchschaut, wie aus seiner weiteren Analyse deutlich hervorgeht.Google Scholar
  29. 1.
    D. H. Robertson, a. a. O. S. 47 ff.Google Scholar
  30. 2.
    L. Mises, a. a. O. S. 112/113 u. 147.Google Scholar
  31. 3.
    Diese letztere Auffassung dürfte unseres Erachtens, mehr oder weniger bewußt, zumal dem Standpunkte der sogenannten „Unterkonsumtionstheorien“ zugrundeliegen, wenigstens insoweit diese überhaupt von einem monetären Moment (Geldvernichtung oder neuem Horten) ihren Ausgangspunkt nehmen. Vgl. in diesem Zusammenhange u. m. den Versuch zur Fortbildung der Marxschen Geldtheorie durch J. F. Feilen, a. a. O. S. 45ff. und zumal S. 69ff.Google Scholar
  32. 2.
    Die in diesem Zusammenhange relevanten „Gütermengen“ sind allerdings nach unserer Auffassung von Einzelwirtschaft zu Einzelwirtschaft verschieden und stehen zumal nicht in irgendeiner festen Beziehung zu dem speziellen „repräsentativen“ Güterkomplex (nach Keynes: „Consumption Unit“), welcher der Berechnung der „allgemeinen“ Indexzahl zugrundeliegt. Für den Zweck unserer obigen Analyse ist dies jedoch völlig gleichgültig, weil es sich dabei eben überhaupt nicht um eine mengenmäßige Bestimmung des „Induced (Dis)lacking“, sondern vielmehr nur um die jeweilige Richtung dieser Vorgänge handelt.Google Scholar
  33. 1.
    Vgl. hierzu auch die verwandten Remerkungen über den Unterschied zwischen „Kompensationsmomenten“ und „Gegenwirkungen“ bei E. v. Mickwitz, a. a. O. S. 573ff.Google Scholar
  34. 5.
    Zumal die Tatsache, daß in diesem Falle die Marktzinsrate sich höchstens nur vorübergehend von dem Gleichgewichtszinse entfernen könnte, müßte auch in dieser Beziehung als eine Bremse wirken; insoweit erkennen wir dann auch die zumal von Keynes selbst hervorgehobene Verwandtschaft seiner Theorie mit dem Wicksellschen Gedankengange an, obwohl wir auf der anderen Seite — ebenso wie Hayek, Reflections on the Pure Theory of Money of Mr.J. M. Keynes, Economica 1931, S. 279ff. — gegen die Weise, in der dieser Gedankengang von Keynes im einzelnen interpretiert wird, vieles einzuwenden haben.Google Scholar
  35. 1.
    Vgl. hiezu auch Hayek, Geldtheorie und Konjunkturtheorie, S. 124/125.Google Scholar
  36. 2.
    K. Wicksell, Geldzins und Güterpreise, Jena 1898, S. 93. Im gleichen Satze findet man auch das Wort „neutral“ verwendet, siehe oben S. 228, Anm. 1.Google Scholar
  37. 3.
    K. Wicksell, Der Bankzins als Regulator der Warenpreise, Conr. Jahrb. 1897, Bd. 68, S. 233.Google Scholar
  38. 4.
    K. Wicksell, Geldzins und Güterpreise, S. 111.Google Scholar
  39. 6.
    K. Wicksell, Vorlesungen über Nationalökonomie auf Grundlage des Marginalprinzipes (Theoretischer Teil, 2. Bd., Geld und Kredit, Jena 1922), S. 220, nebst Korrektur auf S. 263.Google Scholar
  40. 2.
    Vgl. zu diesem Ausdruck K. Singer, Referat über „Kreditkreation und Konjunktur“, Schr. d. Ver. f. Sozialpol., Bd. 173,II, München u. Leipzig 1928, S. 319.Google Scholar
  41. 1.
    Dieses Wort wird hier selbstverständlich nicht in dem hier und dort üblichen Sinne verwendet, wo es auch solche Vorgänge mitumfaßt, die in unserem Gedankengange überhaupt nicht als „Inflation“ zu betrachten sind, wie z. B. die Zahlung der Zinsen öffentlicher Anleihen aus dem Erlös neuer Anleihen. (In diesem Sinne z. B. die beiden Aufsätze V. Mildschuhs, „Kreditinflation und Geldtheorie“, Arch f. Soz.-Wiss. 1924, Bd. 51, S. 714ff., und „Kreditinflation und Kreditdeflation in Theorie und Praxis“, Zeitschr. f. d. Ges. Staats-wiss. 1929, Bd. 86, S. 472ff.; gegen den ersteren Aufsatz, unseres Erachtens ganz zu Recht, H. Neisser, a. a. O. S. 169/170.) Solange nämlich diese neuen Anleihen ihrerseits wieder aus „echten“, d. h. freiwilligen Ersparnissen finanziert werden, kann nach unserer Terminologie von einer „Inflation“ überhaupt nicht die Rede sein; und in dem gegenteiligen Falle liegt ganz einfach eine Neugeldschöpfung, also ein regelrechter Fall der „Geldinflation“ vor.Google Scholar
  42. 2.
    Diesen Ausdruck entnehmen wir der schon oben erwähnten Arbeit Machlups (a. a. O. S. 121), auf die wir später — S. 282ff. — noch ausführlicher zurückkommen werden.Google Scholar
  43. 2.
    In diesem Sinne zumal auch W. RÖpke, Kredit und Konjunktur, Conr. Jahrb. 1926, Bd. 69, S. 281/282; vgl. übrigens auch unten, § 90.Google Scholar
  44. 2.
    Die Auffassung Hayeks, nach der sogar während einer Depressionsperiode die Gefahren einer Inflation noch immer drohender sind als das Umgekehrte (Preise und Produktion S. 117), geht uns somit entschieden zu weit; als das wirkliche Übel betrachten wir vielmehr die Leichtigkeit, mit der die Wirtschaft in eine Situation hineingeraten kann, in der sozusagen „die Deflation sich selbst festgerannt hat“. Eben aus diesem Grunde ist unseres Erachtens während einer akuten Depression mit monetären Mitteln so wenig auszurichten und könnte, wie auch oben im Texte noch einmal hervorgehoben wird, eine monetäre Konjunkturpolitik nur während der Hausse mit Erfolg ansetzen; vgl. hiezu auch S. 359.Google Scholar
  45. 3.
    Diesen Ausdruck entnehmen wir Behrens, a. a. O. S. 262ff.Google Scholar
  46. 2.
    Vgl. insbesondere a. a. O. S. 121ff. „Es ist... die Grenze der noch zuträglichen Kreditinflation durch das Ausmaß der effektiven Hortungsdeflation bestimmt“ usw. (Hervorhebung vom Verfasser). Hingegen spielt der Begriff der „Umlaufsgeschwindigkeit“ in der Machlupschen Argumentation fast überhaupt keine Rolle.Google Scholar
  47. 3.
    Vgl. hiezu a. a. O. S. 124. Auffallend ist in diesem Zusammenhange zumal die gegenteilige Ansicht Machlups mit Bezug auf etwaige Änderungen in der Bevölkerungszahl, die er auf S. 125 ausdrücklich als ein für die Bestimmung der „Sollgeldmenge“ irrelevantes Moment erwähnt. Die auf der Hand liegende Analogle zwischen diesem und dem im Texte besprochenen Falle, auf die wir schon oben (S. 272, Anm.3) hinwiesen, ist diesem Verfasser offenbar völlig entgangen. — Eng verwandt mit der Machlupschen Aulfassung ist übrigens gerade in diesem Punkte diejenige Hayeks, siehe unten S. 285.Google Scholar
  48. 1.
    Vgl. hiezu insbesondere a. a. O. S. 121, in Zusammenhang mit S. 28/29. Allerdings ist zuzugeben, daß diese Auflassung des Begriffes „Horten“ sich mehr als die unsrige mit dem bisher üblichen Wortgebrauch deckt.Google Scholar
  49. 1.
    F. A. Hayek, Preise und Produktion, S. 115/116.Google Scholar
  50. 2.
    Ebenda, S. 114.Google Scholar
  51. 3.
    Ebenda, S. 66/67.Google Scholar
  52. 4.
    Ebenda, S. 116.Google Scholar
  53. 5.
    F. A. Hayek, Geldtheorie und Konjunkturtheorie, S. 47ff. und passim.Google Scholar
  54. 1.
    „Preise und Produktion“, S. 115.Google Scholar
  55. 4.
    In diesem Sinne zumal J. Schumpeter in seiner bekannten Arbeit „Das Sozialprodukt und die Rechenpfennige“, Arch. f. Soz.-Wiss., Bd. 44 (1917/1918), S. 627ff., zumal S. 675.Google Scholar
  56. 5.
    A. a. O. S. 667ff.Google Scholar
  57. 6.
    M. W. Holtrop, a. a. O. S. 112ff.Google Scholar
  58. 7.
    A. C. Pigou, a. a. O. (Industrial Fluctuations), Ch. XV, Par. 7.Google Scholar
  59. 1.
    In diesem Sinne ausdrücklich Holtrop, a. a. O. S. 112. Schumpeter, a. a. O. S. 665ff. verwendet eine etwas andere Methode, indem er sowohl das gehortete wie das in der „Kapitalsphäre“ zirkulierende Geld von der Größe M ausschließt. Er findet also für die „Effizienz“ „U“ (in seiner Terminologie gleichbedeutend mit „Umlaufsgeschwindigkeit“) im Einzelialle einen anderen konkreten Wert als Holtrop und wir. Das Produkt „M. F“ (nach unserer Schreibweise) ist aber jedenfalls mit dem Schumpeterschen Produkt „M. U“ identisch und bezeichnet in beiden Fällen die Einkommenssumme pro Zeiteinheit (also „E“ nach der Schumpeterschen, „I“ nach unserer obigen Schreibweise). Vgl. zu der erwähnten Arbeit Schumpeters zumal auch G. Haberler, Kritische Bemerkungen zu Schumpeters Geldtheorie, Zeitschr. f. Volkswirtsch. usw., N. F. Bd. IV (1924), S. 647ff.Google Scholar
  60. 2.
    Bei der genaueren Definierung, bzw. der numerischen Berechnung dieser Größe ergeben sich selbstverständlich alle die gleichen prinzipiellen Schwierigkeiten, die in der Fisherschen Gleichung dem Begriff des „Handelsvolumens“ anhalten, und die bekanntlich zugleich auch den Kern des Problems der Indexzahlen bilden. Für weitere Ausführungen zu diesem Punkte fehlt uns hier der Raum; vgl. hiezu insbesondere G. Haberler, Der Sinn der Indexzahlen, Tübingen 1927, passim.Google Scholar
  61. 3.
    Auch diese Größe ist selbstverständlich im Grunde von der Wahl der einschlägigen „repräsentativen“ Gütermenge (Keynes’ „Consumption Unit“) abhängig.Google Scholar
  62. 4.
    Insbesondere könnte uns in diesem Zusammenhange der Quotient (E:I) — nach dem Obigen offenbar gleich dem Quotienten (V:F) — interessieren. Es ist nämlich diese Größe eng verwandt mit dem Holtropschen sogenannten „Differenzierungskoeffizienten“, d. h. die mittlere Anzahl der selbständigen Unternehmungen in dem „vertikalen“ Produktionsaufbau (Holtrop, a. a. O. S. 111ff.). Die Identität zwischen diesen beiden Größen ware sogar vollständig, wenn man unter E nicht etwa die Summe aller Zahlungen pro Zeiteinheit verstehen würde, sondern nur derjenigen, die (nach der Terminologie Keynes’) der „Industrial Circulation“ im Gegensatz zu der „Financial Circulation“ angehören. Anderseits besteht aber auch eine enge Verwandtschaft zwischen dieser Holtropschen Größe und dem oben erwähnten Hayekschen „Koeffizienten der Geldumsätze“; das fehlende Verbindungsglied zwischen diesen beiden wäre unseres Erachtens die mittlere „technische“ Stufenzahl der Produktion (eventuell zu bezeichnen als der „Koeffizient der Kapitalintensivität“), die sich indessen mit Hilfe der bisher verwendeten Symbole nicht darstellen läßt.Google Scholar
  63. 5.
    Vgl. zu diesen letzteren Varianten u. a. G. Haberler, a. a. O. („Indexz ahlen“ S. 103ff. insbesondere S. 110.Google Scholar

Literatur

  1. 1.
    Der Ausdruck „Gesetze der konträren Preisbewegung“ wird in diesem Sinne u. a. von E. v. Mickwitz, a. a. O. S. 582 verwendet, leider ohne weitere Quellenangabe; der Gedankengang selbst, von dem Worte abgesehen, ist allerdings hinreichend bekannt!Google Scholar
  2. 1.
    M. Tugan-Baranowsky, Studien zur Theorie und Geschichte der Handelskrisen In England, Deutsche Ausg. Jena 1901, S. 9/11.Google Scholar
  3. 4.
    Eine übersichtliche Darstellung der Einwände gegen die Tugansche und die damit verwandten Lehren überhaupt findet man u. a. bei L. Miksch, „Gibt es eine allgemeine Überproduktion?“, Jena 1929, und R. Stucken, „Theorie der Konjunkturschwankungen“, Jena 1926. Zumal auf die letztere Arbeit werden wir im Laufe dieser Untersuchung noch wiederholt Bezug zu nehmen haben.Google Scholar
  4. 2.
    In diesem letzteren Sinne u. a. G. Cassel, Das Geldwesen nach 1914, S. 44 (zitiert nach Hayek, a. a. O. — „Geldtheorie“ usw. — S. 54, Anm., der sich ausdrücklich gegen diese Auffassung wendet). Mit dem Casselschen Gedankengange in diesem Punkte eng verwandt erscheinen u. a. die Ausführungen G. M. Verrijn Stuarts, a. a. O. („Inleiding“ etc.) S. 122/6, bzw. im 1929er Gutachten (siehe oben S.223, Anm. 2), S. 97ff.Google Scholar
  5. 1.
    Es handelt sich hiebei somit um einen zwar begrenzten, sondern nach unserer Ansicht nichtsdestoweniger unentbehrlichen Bruchteil der vollständigen „Theorie der Geldwirtschaft“, deren Ausbildung zumal von Hayek (Geldtheorie usw., S. 71 und passim; Preise und Produktion, S. 28) als die heutzutage wichtigste Aulgabe der geldtheoretischen Forschung betrachtet wird.Google Scholar
  6. 2.
    A. C. Pigou, a. a. O. (Industrial Fluctuations), Ch. V.Google Scholar
  7. 3.
    R. Stucken, a. a. O. S. 9/10.Google Scholar
  8. 1.
    Zu einem im wesentlichen gleichen Ergebnis mit Bezug auf diesen speziellen Fall kommt, außer Stucken, auch A. Mahr, a. a. O. (Weltw. Archlv 1929) S. 48/49 und zumal auch R. G. Hawtrey in seinem außerordentlich scharfsinnigen Referat über „Money and Index-Numbers“ (Journal of the Royal Statistical Society 1930, Vol. XCIII, S, 69 und 78). Diese letztere Arbeit ist für unseren Zweck insbesondere deshalb von höchstem Interesse, weil der Verfasser sich nicht nur, wie dies vielfach üblich ist, darauf beschränkt, im allgemeinen darzulegen, weshalb er die Trennung von den Ursachen der Geldwertänderungen in „monetary“ und „non-monetary causes“ für durchaus zulässig hält, sondern sich auch im einzelnen darum bemüht, die Indexziffernmethode ausfindig zu machen, die diese Trennung in der Weise zum Ausdruck bringen wird, daß die betreffende Indexzahl nur die den monetären Einflüssen zuzuschreibenden Geldwertänderungen registriert, hingegen für die angeblich nichtmonetären Einflüsse unempfindlich bleibt. Inwieweit die Hawtreysche Lösung dieser Aufgabe als gelungen zu betrachten ist, werden wir später (S. 299/300, Anm. 4) noch eingehender untersuchen. Die hier erwähnten Autoren — Stucken, Mahr und Hawtrey — sind übrigens unseres Wissens in der heutigen geldtheoretischen Literatur die einzigen, deren Gedankengänge mit dem bisherigen Teil unserer Analyse mehr oder weniger verwandt erscheinen.Google Scholar
  9. 3.
    In diesem Sinne äußert sich u. a. ausdrücklich G. M. Verrijn Stuart in der (gerade während der Bearbeitung dieses Aufsatzes erscheinenden) zweiten Auflage seines Lehrbuches „Geld en Crediet“,’ s Gravenhage 1932. Es findet sich hier nämlich auf S. 78 die Anerkennung — die allerdings im Vergleich zu den früheren Schriften dieses Verfassers schon eine u. E. nicht zu unterschätzende Neuerung bedeutet — daß „eine Preissenkung irgendeines bestimmten Gutes pro Einheit, wenn gleichzeitig der Absatz proportional steigt, keinen Einfluß auf die allgemeine Indexzahl haben darf“ (im Original holländisch), was sich offenbar auf den gleichen Fall der Nachfrageelastizität gleich eins bezieht. Materiell, stimmt nun diese Auffassung offenbar weitgehend mit der unsrigen überein, indem ja auch Verrijn Stuart, genau so wie wir, in jenem Falle zur Verwirklichung der Neutralität des Geldes eine kompensatorische Preisänderung irgend welchei sonstiger Güter nicht für notwendig hält. Während wir nun aber (ebenso wie Mahr, a. a. O. S. 49) daraus die Schlußfolgerung ziehen, daß in diesem Falle das durchschnittliche Preisniveau, bzw. die allgemeine Preisindexzahl, eben nicht unverändert bleibt, sucht Verrijn Stuart hingegen den Begriff des „stabilen Preisniveaus“ derart umzudeuten, daß es auch diesenFall mitumfaßt. (Für die Einwände gegen diese Methode vgl. die nächste Anmerkung und im übrigen S. 314ff.)Google Scholar
  10. 1.
    Wir begründen diesen Einwand zumal mit der — unseres Erachtens vollkommen richtigen — These G. Haberlers (Der Sinn der Indexzahlen, Tübingen 1927, S. 19 und passim), daß die einzigen „sinnvollen“ Indexziffern diejenigen sind, die das Verhältnis der Preissummen einer und, derselben Güterkombination in verschiedenen Zeitpunkten zum Ausdruck bringen: das heißt also, in der technischen Sprache der Indexziffernmethoden, die sogenannten „einfach gewogenen“ — engl.: „single-weighted“ — Formeln, im Gegensatz zu den „Doppelgewichtsmethoden“ — „double-weighted Formula’s“ — wobei jeweils die Preissummen verschiedener Gütermengen verglichen werden. Es läßt sich nun aber ziemlich Ieicht nachweisen, daß gerade diejenigen Indexzahlen, die jener Bedingung Haberlers genügen, sich immer ändern müssen, wenn der Stückpreis eines einzigen Gutes A sich ändert, während alle die übrigen Preise gleich bleiben — es sei denn, daß dieses Gut A in der betreffenden „repräsentativen“ Gütermenge überhaupt nicht vertreten, bzw. mit einem Gewichtskoeffizienten gleich Null versehen wäre. (Nach dieser letzteren Richtung hin bewegt sich u. a. ein Teil der Ausführungen Hawtreys, der ja tatsächlieh vorschlägt, die jeweils durch eine nichtmonetär bedingte Preisänderung betroffenen Güter systematisch aus der Indexzahl zu „eliminieren“ [a. a. O. S. 67 ff., zumal S. 69]. Daß und weshalb jedoch auch dieser letztere scheinbare Ausweg notwendig in eine Sackgasse führen muß, ja sogar den Verzicht auf eine jede vernünftige Indexermlttlung überhaupt darstellt, können wir erst später — S. 316 ff. — darlegen.)Google Scholar
  11. 1.
    Sogar Machlup, der — wie sich unten noch ausführlicher ergeben wird — in mancher Hinsicht unseren diesbezüglichen Auffassungen am nächsten steht, erscheint dennoch das Prinzip der kompensatnrischen Preissummenänderungen als eine glatte Selbstverständlichkeit. Vgl. zumal a. a. O. S. 85: „Man sollte doch meinen, daß es bei einigem Nachdenken jedermann klar werden muß, daß unter sonst gleichbleibenden Umständen“ — was dieser Vorbehalt in concrete bedeuten soil, ist hier allerdings nicht ganz klar! — „eine erhöhte Preissummenzahlung für ein Produkt nur bei verminderter Preissummenzahlung für ein anderes Produkt möglich ist“, und wenige Zeilen vorher: „Die Erklärung jeder Preisverschiebung würde unmöglich, wenn man immer darauf beharrte, daß der Verkäufer mit dem für seine Ware erhaltenen Geld jene Güter nachfragen könnte, auf deren Kauf sein Abnehmer verzichtef hatte.“ (Auf die weiteren diesbezüglichen Ausführungen Machlups werrten wir am Ende dieses Abschnittes — S. 337 ff. — noch zurückzukommen haben.)Google Scholar
  12. 3.
    Der Begriff der „Wirtschaftsperiode“, wie dieser hier zum ersten Male von uns verwendet wird, 1st zunächst, wie wir unmittelbar zugeben, alles weniger als eindeutig. Die Konkretisierung dieses Begriffes ist prinzipiell sogar in ganz verschiedener Weise möglich; hauptsächlich kommen zu diesem Zwecke jedoch wohl nur 1) die überwiegend von technischen Momenten bedingte durchschnittliche Produklionsperlode, 2) die hauptsächlich historischkonventionell bestimmte Einkommensperiode — zumal die der Lohn-, Gehalts-, Pacht-, Mieten-und Zinsenzahlungen — und 3) die mit der letzteren mehr oder weniger zusammenhängende durchschnittliche Ruhezcit des Geldes — d. h. der reziproke Wert der Uralaufsgeschwindigkeit — in Betracht. In der Wirkllchkeit können diese drei Perioden natürlich eine ganz verschiedene Länge haben (für die Bedeutung des Verhältnisses zwischen der ersteren und der dritten dieser Größen, zumal im Zusammenhang mit dem Problemkreis der Geldwertstabilisierung, vgl. unter mehr D. H. Robertson, a. a. O. — „Banking Policy“ usw. — S. 57 ff.), jedoch für den überwiegend „negativen“ Zweck unserer Analyse können wir uns wohl auf den vereinfachten Fall beschränken, wo diese drei Perioden voraussetzungsgemäß zusammenfallen und wo sich somit der Ausdruck „Wirtschaftsperiode“ für alle diese unterschiedslos verwenden läßt.Google Scholar
  13. 2.
    In diesem Sinne zumal auch Stucken, a. a. O. S. 9: „Von der aus der vorhergehenden (ersten) Phase verfügbaren Kaufkraft können die Landwirte dasselbe wie bisher für andere Güter aulwenden, alle andere brauchen weniger für Korn, können also mehr für ihre Produkte aufwenden; insgesamt wird also mehr Kaufkralt hierfür aulgewandt“ usw. (Hervorhebung im Original). Beiträge zur Geldtheorie.Google Scholar
  14. 3.
    In diesem Sinne ebenfalls Stucken, a. a. O. S. 9: „Fortlaufend wird nun in den weiteren Phasen der genannte geringere Teil der Kaufkraft (geringer im Verhältnis zur ersten Phase) für Korn und der größere für andere Güter aufgewandt“ usw. (Hervorhebung von uns).Google Scholar
  15. 2.
    Ein für diesen Gedankengang geradezu typisches Beispiel — allerdings mit Bezug auf einen anderen Problemkreis, nämlich den des sogenannten „Kaufkraftargumentes“ in der Lohndiskussion — findet sich zumal bei O. Conrad, Absatzmangel und Arbeitslosigkeit als Dauerzustand, Wien 1926, insbesondere S. 77 ff., wo gerade dieser Gedankengang für die Ablehnung des Kaufkraftargumentes seitens des Verfassers von entscheidender Bedeutung ist. Für unseren Zweck ist die betreffende Stelle hauptsächlich deshalb interessant, weil es sich hier um einen der in der Literatur ziemlich seltenen Versuche handelt, das im Text erwähnte „Time-Lag-Argument“—dessen Richtigkeit ja in weitaus den meisten Fällen mehr oder weniger implizite vorausgesetzt zu werden pflegt — ausführlicher zu motivieren; und zwar geschieht dies von Conrad hauptsächlich auf Grund der Überlegung, daß die entgegengesetzte Auffassung eine Erhöhung oder Erniedrigung der Umlaufsgeschwindigkeit impliziert, während doch (wir zitieren wörtlich) „die Unveränderlichkeit der Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes... ebenso wie die Unveränderlichkeit der umlaufenden Geldmengen, eine selbstverständliche Voraussetzung jeder derartigen theoretischen Untersuchung... bildet“ (a. a. O. S. 78; Hervorhebungen im Original). Unser Einwand dagegen ist offenbar dieser, daß, insoweit man von der Hypothese einer neutralen Geldwirtschaft ausgeht, die betreffenden Annahmen hinsichtlich einer veränderlichen Umlaufsgeschwindigkeit keineswegs „unbegrilndet“ oder „unzulässig“ sind, die Hypostasierung des grundsätzlich nichtneutralen Time-Lags hingegen um so mehr!Google Scholar
  16. 1.
    Vgl. zu diesem Ausdruck oben S. 265.Google Scholar
  17. 2.
    Aus diesem Grunde dürfte es sich auch erübrigen, uns in diesem Zusammenhange ausführlicher mit den — allerdings durchaus scharfsinnigen — Untersuchungen H. Neissers (Der Kreislauf des Geldes, Weltw. Archiv 1931, Bd. 33, S. 365ff.) zu beschäftigen, deren Zweck ja hauptsächlich darin besteht, die kausalen Faktoren klarzulegen, von denen das jeweilige „Verhalten“ der Umlaufsgeschwindigkeit bestimmt wird, während die Frage, ob, bzw. inwieweit die von ihm skizzierten Vorgänge als „neutral“ zu betrachten sind, von diesein Autor überhaupt nicht berührt wird.Google Scholar
  18. 1.
    Insoweit stimmt somit unser Ergebnis vollständig mit dem Standpunkte Hayeks überein, in dessen Schriften wir allerdings (vielleicht mit Ausnahme des Auisatzes im Weltw. Archiv 1928, Bd. 28, S. 33ff., über „Das intertemporale Gleichgewichtssystem der Preise und die Bewegungen des Geldwertes“, dessen Argumentation sich aber nach unserem Geschmack noch allzusehr auf dem Gebiete des abstrakten Geldes bewegt) einen befriedigenden Beweis für die Richtigkeit dieses Standpunktes vermissen. Zumal in „Geldtheorie und Konjunkturtheorie“, S. 55 ff., wird unseres Erachtens die Richtigkeit der betreflenden Auffassung allzusehr als eine Selbstverständlichkeit angenommen.Google Scholar
  19. 2.
    Vgl. oben S. 284ff., bzw. S. 287, Anm. 4.Google Scholar
  20. 3.
    Vgl. oben S. 286.Google Scholar
  21. 4.
    Vgl. oben S. 287.Google Scholar
  22. 2.
    Vgl. z. B. den Aufsatz R. van Genechtens im Weltw. Archiv 1932, Bd. 36 — „Literatur zur Wirtschaftskrisis“ — wo diese Auffassung sogar an zwei Stellen zum Ausdruck kommt, nämlich S. 9*: „... Soil dies nun bedeuten, daß Inflation möglich ist, ohne daß das Preisniveau steigt ? Ich glaube nicht. es besagt nur, daß die angewandte Indexzahl keine richtige ist“ usw., und S. 16*: „Soll man deshalb die Ansicht teilen, die... Hayek... vertritt, daß stabiles Preisniveau und neutrales Geld noch nicht ein und dasselbe sind? Ich glaube nicht; es sollte nur eine genauere Fassung des Begriffes ‚stabiles Preisniveau ‘herausgearbeitet werden“ usw. Im gleichen Sinne äußerte sich der gleiche Verfasser übrigens auch schon im (Holl.) „Economist“ von 1930, Bd. 79, S. 180 ff., anläßlich unseres Diskussionsbeitrages zu der 19 29er Tagung der „Vereeniging voor de Staathuishoudkunde en de Statistiek“ (siehe oben S. 228, Anm. 1).Google Scholar
  23. 3.
    Vgl. z. B. G. M. Verrijn Stuart, a. a. O. (Geld en Crediet, 2. Aufl.) S. 78. Bezeichnend ist in diesem Zusammenhange zumal auch die Stelle bei Haberler, a. a. O. S. 12, wo dieser Autor infolge einer ähnlichen allgemeinen Redewendung sogar für einen Augenblick an der ausschließlichen Richtigkeit der sonst mit so glänzendem Scharfsinn von ihm befürworteten Methode der „einfachen“ Wägung irre zu werden scheint: nämlich indem er die Möglichkeit zugibt, eine einwandfreie Indexzahl könne sich auch dann ändern, wenn sämtliche Einzelpreise unverändert bleiben — also lediglich infolge einer Änderung in den Mengenverhältnissen — was ja offenbar nur bei Anwendung einer Doppelgewichtsmethode möglich ist.Google Scholar
  24. 1.
    Vgl. hiezu vor allem I. Fisher, „The Making of Index Numbers“, New York 1922 (Ch. III, S. 42ff. und passim); eine Arbeit, die übrigens nach unserer Ansicht nie ohne den warnenden Kommentar Haberlers gelesen werden sollte!Google Scholar
  25. 2.
    Mit Bezug auf die oben erwähnten Schriften van Genechtens ist allerdings anzuerkennen, daß dieser Verfasser in seinem soeben erwähnten holländischen Aufsatz aus dem Jahre 1930 tatsächlich einen — freilich nach unserer Ansicht mißlungenen — positiven Vorschlag für eine alternative Methode der Indexzahlenberechnung angegeben hat, die im wesentlichen darauf hinauskommt, in einem jeden Lande sei der Preis des „Grenzausfuhr-produktes“ als repräsentativ für den Geldwert überhaupt zu betrachten.Google Scholar
  26. 1.
    Wie dies zumal von van Genechten (a. a. O. S. 180) nahegelegt worden ist.Google Scholar
  27. 2.
    „Angeblich“: im Grunde betrachtet gibt es nämlich überhaupt keine „ungewogenen“ Indexziffern, sondern stellen die üblicherweise so bezeichneten Formeln, wie Haberleh, a. a. O. S. 10 u. S. 14 bis 16, überzeugend dargelegt hat, vielmehr nur einen Spezialfall der „einfachen Wägung“ dar.Google Scholar
  28. 3.
    Haberler, a. a. O. S. 19 und passim.Google Scholar
  29. 4.
    Diese Formulierung schließt bekanntlich keineswegs aus, daß die gleichen Formeln sich teilweise auch als „(gewogener) Durchschnitt der Preisverhältnisse“, bzw. als „Verhältnis der (gewogenen) Preisdurchschnitte“ darstellen lassen, wie dies u. a. von Haberler (a. a. O. S. 13/14) mit Bezug auf die beiden am häufigsten verwendeten Formeln dieser Kategorie — nämlich die Laspeyressche \( \left( {\frac{{\sum p_2 \cdot q_1 }} {{\sum p_1 \cdot q_1 }}} \right) \) und die Paaschesche I \( \left( {\frac{{\sum p_2 \cdot q_2 }} {{\sum p_1 \cdot q_2 }}} \right) \) — nachgewiesen worden ist.Google Scholar
  30. 7.
    Vgl. oben S. 297/8.Google Scholar
  31. 1.
    Etwas Derartiges dürfte unseres Erachtens wohl auch G. M. Vehrijn Stuart, zumal bet dessen auf S. 297/8, Amu. 3, von uns zitierten Äußerung, vorgeschwebt haben.Google Scholar
  32. 1.
    Zumal die Formulierung, die M. Bouniatian der Kumulationstheorie gegeben hat — ursprünglich in seiner bekannten Arbeit über die Wirtschaftskrisen, jüngstlich noch etwas eingehender in seiner kleineren französischen Schritt: „La Loi de Variation de la Valeur et les Mouvements généraux des Prix“, Paris 1927, S. 116ff. und 127ff., wie auch in seiner Besprechung von Pigous „Industrial Fluctuations“ im Archiv f. Soz.-Wiss. 1927, Bd. 58, S. 449 ff., unter dem Titel „Industrielle Schwankungen; Bankkredite und Warenpreise“, insbesondere S. 475/476 — stimmt mit den hier vertretenen Gedankengängen weitgehend überein. Das von diesem Verfasser hervorgehobene Moment der „Konzentration“ der Kaufkraftverwendung, bzw. des Kaufkraftentzugs, seitens der Produzenten des primär verteuerten oder verbilligten Gutes gegenüber der „Diffusion“ auf der Seite dessen Konsumenten (a. a. O. S. 121 und passim) ist ja offenbar im Grunde nichts anderes als eben ein Spezialfall der „qualitativen Reperkussionen“ in dem obigen Sinne. Zwar dürfte dieses Moment nach unserer Auffassung für das Zustandekommen einer kumulativen Preisänderung nicht unbedingt notwendig sein (weil ja nach unserer obigen Analyse auch eine beiderseitige „Konzentrierung“ der Kaufkraft, bzw. des Kaufkraftentzugs einen ähnlichen Effekt haben kann, insoweit diese sich nur an beiden Seiten auf verschiedene Güterkategorien richtet); jedoch die Voraussetzung einer „Diffusion“ auf der einen Seite dürfte es tatsächlich um vieles wahrscheinlicher machen, daß der „Ausgleich“ gerade auf den primär betroffenen Märkten und nicht erst etwa auf einer entfernteren Stufe (wie dies in den nächsten Zeilen des Textes schematisch dargelegt wird) zustande kommt. Im allgemeinen dürfte dem Bounia-Tianschen Gedankengange wohl am genauesten eine Art Umkehrung des in der vorhergehenden Anmerkung ausgearbeiteten Beispiels entsprechen: nämlich in der Weise, daß die primäre Nachfrageübertragung von den Nicht-A-Märkten (diffus) auf den A-Markt (konzentriert) stattfindet; daß der Mehrerlös für A durch die A-Verkäufer (konzentriert) für das Gut B aufgewendet wird; daß dadurch auch die Kaufkraft der B-Verkäufer steigt, jedoch um etwas weniger als die der A-Verkäufer (weil ja die B-Verkäufer selbst in diesem Falle teilweise durch den primären Nachfrageausfall auf sämtlichen Nicht-A-Märkten betroffen worden sind); daß diese vermehrte Kaufkraft der B-Verkäufer sich ihrerseits auf den C-Markt konzentriert; daß dadurch auch die Gesamtkaufkraft der C-Verkäufer steigt, jedoch wieder um etwas weniger, und so fort, bis endlich auf dem letzten der Nicht-A-Märkte der vollständige Ausgleich zustande kommt, wobei also im Endeffekt sämtliche Preise in der betreffenden Wirtschaft, sei es auch in verschiedenem Ausmaße, gestiegen sein würden und wiederum kein einziger sich erniedrigt hätte. Das bedeutet somit, daß wir die Bouniatiansche Auffassung, insoweit diese eben nichts weüer sein will als nur eine Theorie der Möglichkeit — selbstverständlich aber nicht der Notwendigkeit! — kumulativer Preisänderungen, grundsätzlich als einwandfrei betrachten, was indessen noch keineswegs bedeuten soll, daß wir uns nun etwa auch zu der Konjunktur-und Krisenlehre dieses Verfassers bekennen. Vielmehr handelt es sich hiebei nach unserer Auffassung nur um eine Theorie derjenigen Vorgänge, die von der Gesamtheit der Konjunkturerscheinungen übrig bleiben würden, wenn das Geld tatsächlich neutral wäre, d. h. also um die Theorie einer Konjunkturbewegung, die voraussetzungsgemäß ihrer „monetären Giftzähne“ beraubt wäre! Wie sich aus unseren Schlußbetrachtungen (S. 344ff.) noch ergeben wird, kommt aber gerade infolge dieser Voraussetzung das unseres Erachtens wesentliche an dem Konjunkturphänomen von vornherein zum Verschwinden; und eben dafür zeigt Bouniatian (wohl hauptsächlich auf Grund seiner Anlehnung an die Gedankengänge der Banking-Schule) nicht das geringste Verständnis. Zumal seine Versuche, die obige Preistheorie zu einer Überproduktionstheorie zu gestalten, sind nach unserer Ansicht durchaus mißlungen, was wohl hauptsächlich mit seiner volikommenen Verkennung der Bedeutung des Zinses als Konjunkturmoment zusammenhängen dürfte.Google Scholar
  33. 2.
    Zumal G. Cassel, Theoretische Sozialökonomie, V. Aufl., Leipzig 1932, S. 123 ff.Google Scholar
  34. 1.
    J. Rueff, „Mr. Keynes’ views on the Transfer Problem“, Econ. Journal 1929, Bd. 39, S. 389/390 (zusammen mit weiteren diesbezüglichen Schriften Rueffs zitiert bei G. Haberler, Transfer und Preisbewegung, Zeitsehr. f. Nat.-Ökon. 1930, Bd. I, S. 551/552).Google Scholar
  35. 2.
    Vgl. zumal die beiden in der vorhergehenden Anmerkung erwähnten Arbeiten Rueffs und Haberlers. Mit der überaus umfangreichen weiteren Literatur zu diesem Punkte können wir uns hier selbstverständlich nicht beschäftigen.Google Scholar
  36. 3.
    F. Macbxup, a. a. O. (Börsenkredit usw.) passim. Für ein Verzeichnis der weiteren diesbezüglichen Literatur (zumal die Schriften Cassels) sei auf die Literaturangaben bei Machlup verwiesen.Google Scholar
  37. 4.
    Vgl. hiezu insbesondere R. G. Hawtrey, Trade and Credit, London 1928, Ch. VI (Public Expenditure and the Demand for Labour), S. 104ff., sowie auch die darauf statt-gefundene Diskussion zwischen Pigou und Hawtrey im Econ. Journal von 1929, Bd. 39, S. 183ff. u. 636ff.Google Scholar
  38. 5.
    Vgl. z. B. die schon oben (S. 308, Anm. 2) von uns zitierte Arbeit O. Conrads und die von diesem erwähnten weiteren Schriften. Die meistens als „orthodox“ betrachtete Theorie verhält sich bekanntlich in diesem Punkte dem Prinzip der Kaufkrafterhaltung gegenüber fast allgemein ablehnend.Google Scholar
  39. 1.
    F. Wieser, Theorie der gesellschaftlichen Wirtschaft, Grundriß der Sozialökonomik, II. Aufl., Tübingen 1924, S. 180 u. 188; Art. „Geld“ im Hdwb. der Staatswiss., IV. Aufl., Jena 1927, Bd. IV, S. 684. Im ähnlichen Sinne unterscheidet u. a. O. Conrad, a. a. O. S. 81 ff., zwischen „wirksamen“ und „blinden“ Gliedern in der Kette der Kaufakte. Auch die bekannte Keynessche Unterscheidung zwischen „Industrial Circulation“ und „Financial Circulation“ bewegt sich in der gleichen Richtung.Google Scholar
  40. 2.
    F. Bendixen, a. a. O. („Wesen des Geldes“) S. 34 u. 37.Google Scholar
  41. 3.
    F. Machlup, a. a. O. S. 86.Google Scholar
  42. 4.
    Ebenda (im Original gesperrt).Google Scholar
  43. 5.
    Ebenda S. 87.Google Scholar
  44. 2.
    A. a. O. S. 87.Google Scholar
  45. 3.
    A. a. O. S. 86. Das Kriterium, durch das sich diese spezielle Gruppe der Preiszahlungen von den übrigen unterscheiden läßt, wird vom Verfasser auf S. 88 näher ausgearbeitet, und zwar in dem Sinne, daß die gleichen Schlußfolgerungen wie im Falle des Bildverkauls für alle diejenigen Güter zutreffen, die „Gegenstand des Tauschverkehrs sind, aber aus technischen, juristischen oder wirtschaftlichen Gründen trotz Erhöhungen ihres Preises zu keiner vermehrten Produktion Anlaß geben“. Zumal die Hineinbeziehung der „wirtschaftlichen Gründe“ dürfte hier unseres Erachtens von Interesse sein und das Anwendungsgebiet dieses Prinzips nicht unbetrachtlich erweitern. Wie sich aus einer Fußnote a. a. O. ergibt, umfaßt nämlich die oben umschriebene Gruppe von Gütern nach der Ansicht Machlups z. B. auch die Monopolgüter, insoweit die Nachfrage nach ihnen unelastisch ist. Wie diese Auffassung sich mit der in der nächsten Anmerkung von uns erwähnten Äußerung des gleichen Verfassers hinsichtlich des Gesetzes der kompensatorischen Preissummenänderungen in Einklang bringen läßt, bleibt allerdings ungelöst.Google Scholar
  46. 4.
    F. Machlup, a. a. O. S. 85, von uns ausführlicher zitiert auf S. 300, Anm. 2.Google Scholar
  47. 2.
    Gerade in den obigen Beispielen Machlups dürfte unseres Erachtens der Ansatz zu einer solchen anderweitigen Unterscheidung vorliegen, und zwar in dem Sinne, daß hiebei der Schwerpunkt auf die Frage verlegt wird, ob das betreffende Gut (Gemälde, Monopolgut usw.) außerhalb einer jeden Kostenverwandtschaft mit anderen Gütern steht oder nicht. Vgl. auch die Stelle a. a. O. S. 85/86: „Zu Veränderungen im Interdependenzsystem der Preise [müssen] nur jene Preiszahlungen Anlaß geben, die an sich eine Entscheidung über die Güter-erzeugung, über die, Disposition von Produktionsmitteln, bewirken“ (Hervorhebung von uns). Es handelt sich dabei aber, wie oben auf S. 335 dargelegt wurde, um eine grundsätzlich andere Problemstellung als die unsrige (und, nebenbei bemerkt, auch als die ursprängliche Machlupsche!), nämlich um die Frage der Preiszusammenhänge „über die Angebotsseite“ anstatt um diejenigen über die Nachfrageseite.Google Scholar
  48. 1.
    A. a. O. S. 90/91 (Hervorhebungen im Original). Wir können dieser Äußerung Machlups grundsätzlich beistimmen, obwohl der Verfasser — der eben nicht von dem Prinzip der Neutralität des Geldes in unserem Sinne ausgeht — die Frage der „Berechtigung“ der diesbezüglichen Voraussetzungen nach einem etwas anderen Gesichtspunkte vornimmt als wir und zumal der Frage, ob faktisch eine Zeitspanne vorhanden sei oder nicht, eine u. E. etwas zu große Bedeutung beimißt. (Siehe oben S. 309 ff.) Zu diesem Punkte wäre unsererseits noch zu bemerken, daß, wenn tatsächlich zwischen einem Effektenverkauf und der Wiederverwendung der betreflenden Geldsummen seitens des Verkäufers eine Zeitspanne vorliegt, dies nach unserer Auflassung auch in genau dem gleichen Sinne ein nichtneutrales, also deflatorisches Moment darstellt, wie in den entsprechenden oben analysierten Fällen des Güterverkaufs.Google Scholar
  49. 3.
    F. A. Hayek, Geldtheorie und Konjunkturtheorie, S. 111 (Hervorhebungen von uns).Google Scholar
  50. 1.
    A. a. O., S. 112.Google Scholar
  51. 4.
    Vgl. hiezu neben der bekannten Schumpeterschen Arbeit „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung“ (2. Aufl., München und Leipzig 1927, passim) zumal auch den Aufsatz dieses Verfassers über „Kreditkontrolle“, Arch. f. Soz.-Wiss. 1925, Bd. 54, S. 289ff., insbesondere S. 313 bis 324.Google Scholar
  52. 1.
    Es wird hiebei also stillschweigend vorausgesetzt, daß der Umfang des Sparens überhaupt von der Zinshöhe beeinflußt wird. Zwar geben wir zu, daß dies für eine vielleicht breite Schicht der Sparer nicht zutrifft, nämlich für diejenigen, denen schon die Zukunftsversorgung als solche, auch abgesehen von dem Zinsgenuß, einen ausreichenden Grund zum Sparen bedeutet. In bestimmten Fällen ist es sogar denkbar, daß bei einzelnen Individuen gerade infolge einer steigenden Zinsrate die „Sparquoten“ sicb verringern. Jedoch mit Bezug auf die „marginalen“ Ersparungen — auf die es ja in diesem Zusammenhange ausschließlich ankommt — trifft unseres Erachtens immer das umgekehrte zu. Vgl. zu diesen Fragen insbesondere W. RÖpke, Theorie der Kapitalbildung, Tübingen 1928, S. 28 ff.Google Scholar
  53. 4.
    Vgl. hiezu insbesondere A. MÜller, Ökonomische Theorie der Konjunkturpolitik, Leipzig 1926, S. 48; eine Arbeit, die übrigens für unseren Zweck auch deshalb interessant ist, weil der Verfasser schon vor der Erscheinung der diesbezüglichen Hayekschen Schriften — sei es auch auf Grund einer u. E. nicht ganz befriedigenden Motivierung — ausdrücklich gegen die Identifizierung der Begriffe neutrales und wertbeständiges Geld Stellung genommen hat.Google Scholar
  54. 1.
    Eine ähnliche „dualistische“ Auffassung mit Bezug auf das Konjunkturphänomen, alierdings in den Einzelheiten etwas abweichend begründet, findet sich zumal finch bei L. A. Hahn, Die konjunkturlose Wirtschaft, Geld und Kredit II, Tübingen 1929, S. 77 bis 80.Google Scholar
  55. 2.
    Vgl. zu dieser letzteren Frage zumal auch F. Machlup, a. a. O. S. 130/131 und passim, insbesondere die „Thesen“ Nr. 25 bis 27 auf S. 213.Google Scholar
  56. 3.
    F. Machlup, a. a. O. S. 213, These Nr. 26.Google Scholar
  57. 1.
    Hayek, a. a. O. (Preise und Produktion) S. 116/117.Google Scholar
  58. 1.
    Vgl. in diesem Sinne auch Hayek, „Das Schicksal der Goldwährung“, Der Deutsche Volkswirt, Februar 1932, S. 642ff. und 677 H.Google Scholar
  59. 2.
    Z.B. in der kleinen Arbeit „Post-War Monetary Stabilisation“, New York 1928, S. 44 ff.Google Scholar
  60. 1.
    Aus ähnlichen Gründen erscheint uns auch der Gedanke einer „Warenwährung“, wie sie heutzutage zumal in Holland von J. Goudriaan propagiert wird („De labilisatie van het economisch leven en de middelen ter bestrijding; de noodzakelijkheid von een wereldgrondstotfenvaluta“, Wochenschr. Econom. Stat. Berichten, 1931, S. 922 ff. und 944 ft.; wetter in ausführlichen polemischen Auseinandersetzungen mit mehrereu Kritikern in der gleichen Zeitschrift während 1931 und 1932; Zusammenfassung in englischer Sprache unler dem Titel „How to stop Deflation“, London 1932) als grundsätzlich vertehlt und jedenfalls dem System der Goldwährung in keinem einzigen wesentlichen Punkte vorzuziehen; dies sogar abgesehen von der Überlegung, daß sich unter einem solchen System (vorausgesetzt, daß es sich in der Tat erfolgreich verwirklichen ließe) doch höchstens nur die Stabilisierung eines nicht einmal einwandfrei „gewogenen“ Durchschnittes aus einer ziemlich beschränkten Anzahl Preise — nach den Vorschlägen Goudriaans sogar nur der Rohmaterialien — erreichen ließe. Auch aber insoweit letzteres tatsächlich erwünscht wäre, ließe sich dieser Zweck doch jedenlalls genau so gut auch ohne „Warendeckung“, bzw. Einlösbarkeit des Geldes in Waren — nämlich mittels einer direkten quantitativen Regulierung der Geldmengenänderungen — verwirklichen.Google Scholar
  61. 1.
    In diesem Sinne, allerdings auf Grund einer etwas anderen Motivierung, auch Hayek, Preise und Production, S. 110/111.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2007

Authors and Affiliations

  1. 1.Haag (Holland)

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