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Mein Verhältnis zur Soziologie

  • Ferdinand Tönnies
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Zusammenfassung

Ich hatte mich schon früh philosophischen Studien zugewandt und diese etwa von 1877 an auf Thomas Hobbes, besonders auf dessen rechts- und staatsphilosophische Schriften konzentriert. Von da aus ging mein Weg allgemein in die englische Literatur über diese Gegenstände und führte mich bald auch zu Herbert Spencer. Von ihm ging ich dann zurück auf Auguste Comte. Hier hatte ich die beiden großen Autoren der damaligen Soziologie, zu denen sich mir, als Deutscher von Gewicht, bald Albert Schäffle gesellte. Schäffles Werk Bau und Leben des sozialen Körpers ist gleich dem Spencerschen ganz organizistisch gedacht, aber noch mehr in die einzelnen Analogien ausgeführt, die mich damals sehr interessierten, indem ich mich gleichzeitig bemühte, meine biologischen Kenntnisse zu erweitern und zu vertiefen. In der Rechtsphilosophie empfing ich eine starke Anregung teils durch Rudolf von Ihering, teils durch Henry Sumner Maine, und beschäftigte mich auch mit der vorzugsweise deutschen Literatur des rationalen Naturrechts von Samuel Pufendorf sowie mit der historischen Rechtsschule als auch den Romantikern, die jenes Naturrecht verleugneten und ablösten. So habe ich damals (etwa 1881) auch Adam Müllers Buch Die Elemente der Staatskunst mit lebhaftem Interesse gelesen.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2012

Authors and Affiliations

  • Ferdinand Tönnies

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