Advertisement

Typisch europäisch: Politisch limitierter Pluralismus und koordinierte Beschäftigungspolitik

  • Karin Schulze Buschoff

Zusammenfassung

Im Mittelpunkt dieses Beitrags steht das von Hegelich und Schubert entworfene und von Blum, Dehling, Hegelich und Schubert weiter entwickelte Konzept des politisch limitierten Pluralismus (vgl. Hegelich und Schubert 2008; Blum et al 2010). Das Konzept ist als Auswertung von 25 Länderstudien und einer Datensammlung über sozialpolitisch relevante Entwicklungen im EU-25-Raum seit 1995 entstanden. Der Blick auf die einzelnen Länderstudien zeigt: Weder Cluster, Regime oder Gruppen, wie sie in der Literatur üblicherweise abgegrenzt werden, können bestätigt werden, noch können trennscharf andere Gruppen abgegrenzt werden. Dies gilt auch für die Typologisierung Esping-Andersens – die drei Welten des Wohlfahrtskapitalismus – die nach ihrer Veröffentlichung 1990 schnell zum zentralen Bezugspunkt der Wohlfahrtsstaatsforschung wurde und noch heute die Debatte prägt. Das Konzept des politisch limitierten Pluralismus zeigt wenig Kompatibilität mit Esping-Andersens Regimebildung. Es betont vielmehr die Vielfalt, die Eigenständigkeit und die Unterschiedlichkeit, mit der die einzelnen Wohlfahrtsstaaten auf – oftmals gemeinsame Problemlagen – reagieren. Die Grundannahmen des Konzepts des politisch limitierten Pluralismus werden in Kapitel 1 weiter ausgeführt. Es folgt eine Kritik und eine Würdigung der Stärken des Konzepts.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literaturverzeichnis

  1. Alber, Jens 2008: Geschwister und Rivalen. Was Europäer und Amerikaner jenseits der Tagespolitik verbindet und trennt, in: Der Tagesspiegel vom 04. 07. 2008.Google Scholar
  2. Alemann, Ulrich von 2000: Vom Korporatismus zum Lobbyismus? Die Zukunft der Verbände zwischen Globalisierung, Europäisierung und Berlinisierung, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 26–27.Google Scholar
  3. Arrowsmith, James/Sisson, Keith/Margison, Paul 2004: What can „benchmarking“ offer the open method of co-ordination?, in: Journal of European Public Policy. Special issue “The open method of co-ordination in the European Union” 11/2, 311–328.Google Scholar
  4. Blum, Sonja/Dehling, Jochen/Hegelich, Simon/Schubert, Klaus 2010: Politisch limitierter Pluralismus. Die Wohlfahrtssysteme der 27 Mitgliedsländer der Europäischen Union. Friedrich Ebert Stiftung, Schriftenreihe Internationale Politikanalyse.Google Scholar
  5. Brockhaus-Enzyklopädie (o. J.): Stichwort „Pluralismus.“ 19., völlig neu bearb. Ausgabe. Leipzig/Mannheim.Google Scholar
  6. Cohen, Joshua/Rogers, Joel 1989: The Economic Basis of Deliberative Democracy, in: Social Philosophy and Policy 6/2, 25–50.CrossRefGoogle Scholar
  7. Cohen, Joshua/Rogers, Joel 1993: Associate Democracy, in: Bardhan, Pranab/Roemer, John (eds.): Market Socialism. New York.Google Scholar
  8. Cox, Robert W. 2004: Beyond empire and terror: critical reflections on the political economy of world order, in: New Political Economy 9/3, 307–323.CrossRefGoogle Scholar
  9. Dienel, Christiane/Overkämping, Sabine 2010: Der Vertrag von Lissabon und die europäische Sozialpolitik, in: Leiße, Olaf (Hrsg.): Die Europäische Union nach dem Vertrag von Lissabon. Wiesbaden, 176–195.Google Scholar
  10. Eigmüller, Monika 2010: Vom Nationalstaat lernen? Möglichkeiten und Grenzen der Analogiebildungen zwischen nationaler und europäischer Sozialpolitikentwicklung, in: Eigmüller, Monika/Mau, Steffen (Hrsg.): Gesellschaftstheorie und Europapolitik. Sozialwissenschaftliche Ansätze zur Europaforschung. Wiesbaden, 353–379.Google Scholar
  11. Eschenburg, Theodor 1955: Herrschaft der Verbände? Stuttgart.Google Scholar
  12. Europäische Kommission 2010: Europa 2020. Eine Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum. Mitteilung der Kommission. Brüssel, den 3.3. 2010. KOM (2010) 2020.Google Scholar
  13. Fetscher, Caroline 2010: Wer sind wir – und wenn nein, warum?, in: Der Tagespiegel vom 23./34. Mai 2010, 8.Google Scholar
  14. Fraenkel, Ernst 1973: Reformismus und Pluralismus. Hamburg.Google Scholar
  15. Fraenkel, Ernst 1999ff.: Gesammelte Werke. Sieben Bände, hrsg. von Brünneck, Alexander von/Buchstein, Hubertus/Göhler, Gerhard. Baden-Baden.Google Scholar
  16. Girndt, Cornelia 2008: Die EugH-Urteile, in: Mitbestimmung 7+8, 22.Google Scholar
  17. Haas, Ernst 1958: The Uniting Europe: Political, Social, and Economic Forces 1950–1957. Stanford.Google Scholar
  18. Hegelich, Simon/Schubert, Klaus 2008: Europäische Wohlfahrtssysteme: Politisch limitierter Pluralismus als europäisches Spezifikum, in: Schubert, Klaus/Hegelich, Simon/Bazant, Ursula (Hrsg.): Europäische Wohlfahrtssysteme. Ein Handbuch. Wiesbaden, 647–660.Google Scholar
  19. Jacobi, Otto 2008: Fatale Ratschläge. Reaktion auf das Interview mit Fritz Schapf (s. o.). Mitbestimmung 7+8, in: Mitbestimmung 9.Google Scholar
  20. Jordan, Grant/Schubert, Klaus 1992: Pluralism, corporatism and policy networks. European Journal of Political Research 21/1-2, 7–27.CrossRefGoogle Scholar
  21. Kaufmann, Franz-Xaver 2003: Varianten des Wohlfahrtsstaates. Der Deutsche Sozialstaat im internationalen Vergleich. Frankfurt a. M.Google Scholar
  22. Kelso, William Alto 1978: American Democratic Theory: Pluralism and its Critics. Westport.Google Scholar
  23. Kröger, Sandra 2006: When Learning Hits Politics Or: social Policy Coordination Left to the Administrations and the NGOs? European Integration Online Papers 10/3.Google Scholar
  24. Leibfried, Stephan/Pierson, Paul 1998: Standort Europa. Europäische Sozialpolitik. Frankfurt a. M.Google Scholar
  25. Lamping, Wolfram 2008: Auf dem Weg zu einem postnationalen Sozialstaat? Die Sozialpolitik der Europäischen Union, in: Schubert, Klaus/Hegelich, Simon/Bazant, Ursula (Hrsg.): Europäische Wohlfahrtssysteme. Ein Handbuch. Wiesbaden, 595–620.Google Scholar
  26. Münkler, Herfried 2004: Über den Krieg. Stationen der Kriegsgeschichte im Spiegel ihrer kritischen Reflexion. Frankfurt a. M.Google Scholar
  27. Offe, Claus 1969: Politische Herrschaft und Klassenstrukturen. Zur Analyse spätkapitalistischer Gesellschaftssysteme, in: Kress, Gisela/Senghaas, Dieter (Hrsg.): Politikwissenschaft. Eine Einführung in ihre Probleme. Frankfurt a. M., 155–189.Google Scholar
  28. Offe, Claus 2003: The European Model of „Social“ Capitalism: Can it survive European Integration?, in: The journal of political philosophy 11/4, 437–469.CrossRefGoogle Scholar
  29. Preunkert, Jenny 2009: Chancen für ein soziales Europa? Die offene Methode der Koordinierung als neue Regulierungsform. Wiesbaden.Google Scholar
  30. Schäfer, Armin/Streeck, Wolfgang 2008: Korporatismus in der Europäischen Union, in: Höpner, Martin/Schäfer, Armin (Hrsg.): Die Politische Ökonomie der europäischen Integration. Schriften aus dem Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung. Band 61. Frankfurt a. M., 203–236.Google Scholar
  31. Scharpf, Fritz W. 2002: The European Social Model: Coping with the Challenges of Diversity, in: Journal of Common Market Studies 40/4, 645–670.CrossRefGoogle Scholar
  32. Scharpf, Fritz W. 2008: Der einzige Weg ist, dem EugH nicht zu folgen, in: Mitbestimmung 7+8, 19–23.Google Scholar
  33. Thadden, Elisabeth von 2003: Komm, alter Esel, in: Die Zeit vom 17. Juli 2003, 43.Google Scholar
  34. Trampusch, Christine 2006: Postkorporatismus in der Sozialpolitik–Folgen für die Gewerkschaften, in: WSI-Mitteilungen 59/6, 347–352.Google Scholar

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2011

Authors and Affiliations

  • Karin Schulze Buschoff
    • 1
    • 2
  1. 1.Bundesvorstandsverwaltung der Vereinten DienstleistungsgewerkschaftGermany
  2. 2.Otto-Suhr-Institut der FU BerlinFU Berlin

Personalised recommendations