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Pfadfinden pp 67-81 | Cite as

»Pädagogisierung« als Liberalisierung. Der Bund Deutscher Pfadfinder (BDP) im gesellschaftlichen Wandel der Nachkriegszeit (1945-1970)

  • Eckart Conze

Zusammenfassung

Auf seinem »Bundesthing« am 1. Mai 1967 beschloss der Bund Deutscher Pfadfinder (BDP) eine Erklärung zur Zielsetzung des Bundes bei der Erziehung seiner Mitglieder. Ziel des Bundes, so die »Wolfshausener Erklärung«, benannt nach dem Ort ihrer Verabschiedung in der Nähe von Marburg, sei »der kritisch verantwortungsbewusste Mensch, der bereit ist, sich zu engagieren und der sich in der Gesellschaft zurechtfindet« (zit. n. Hübner u.a. 1981, S. 311). Die »Wolfshausener Erklärung« löste die Bundesurkunde des BDP ab, die dieser sich 1950, zwei Jahre nach seiner Gründung, gegeben hatte. Dort hatte es geheißen: »Das Ziel des Bundes ist, seinem Volk Menschen zu geben, die körperlich, geistig, sittlich und charakterlich stark sind« (zit. n. Seidelmann 1991, S. 24f.). 17 Jahre lagen zwischen den beiden Grundsatzerklärungen zu den Erziehungszielen des größten interkonfessionellen deutschen Pfadfinderbundes, und nicht nur die Sprache der beiden Erklärungen vermittelt einen Eindruck davon, wie sehr sich der BDP in dieser Zeit verändert hat.

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden 2012

Authors and Affiliations

  • Eckart Conze
    • 1
  1. 1.Fachbereich Geschichte und KulturwissenschaftenPhilipps-Universität MarburgMarburgDeutschland

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