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Nachhaltigkeit als „regulative Idee“

  • Simon A. Frank

Zusammenfassung

Mit diesem Zitat aus Immanuel Kants Schrift „Über den Gemeinspruch“ lässt Armin Klein die zweite und dritte Auflage des „Kompendium Kulturmanagement“ beginnen. Es ist dabei anzunehmen, dass dieser Absatz des Königsberger Philosophen bestimmt nicht ohne reichlich Überlegung gewählt wurde, da es kein unikaler Verweis Kleins auf Immanuel Kant ist. Auch in anderen Publikationen, in Vorträgen und Vorlesungen wird nicht selten auf die Philosophie des wohl wichtigsten Denkers des 18. Jahrhunderts verwiesen. Aber nicht nur deshalb lohnt sich ein genauer Blick, im welchen Kontext Kants Werk für die Praxis und Theorie des Kulturmanagements im Zusammenhang mit der diesem Sammelband zugrunde liegenden Überlegungen zur „Nachhaltigkeit“ fruchtbar gemacht werden kann. Eine zweite Anregung kommt durch den von Armin Grunwald und Jürgen Kopfmüller formulierten Vorschlag, die „nachhaltige Entwicklung als eine ‚regulative Idee‘ im Sinne von Immanuel Kant zu verstehen“ (Kopfmüller und Grunwald 2006: 40). Dies ist deshalb eine interessante Überlegung, da nach Kant „regulative Ideen“ zwar eine wichtige Rolle spielen, jedoch sozusagen außer ihrer einheitsstiftenden Wirkung im Erkenntnisbereich keinerlei Realität haben. Dies würde, übertragen auf das Verständnis von „nachhaltiger Entwicklung“, einen Perspektivenwechsel ermöglichen: Man könnte „nachhaltige Entwicklung“ als „regulative Idee“ sozusagen in dieselbe Schublade stecken wie Kants andere „regulative Ideen“, nämlich „Gott“ und „Seele“.

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Literatur

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  • Simon A. Frank

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