Innovativität im Prozess der Computerisierung

  • Nadine Müller
Part of the Innovation und Gesellschaft book series (INNOVAT)

Zusammenfassung

In diesem Beitrag stehen die Fragen im Vordergrund, wie es zu der Bedeutungszunahme von Innovationen gekommen ist und welche Probleme damit einhergehen. Es soll gezeigt werden, dass diese Bedeutungszunahme eng mit Veränderungen in der Produktion zusammenhängt, die sich im Prozess der Computerisierung vollziehen (vgl. Müller 2007, 2010). Die Computerisierung zeichnet sich durch die Transformation des dominanten Arbeitsmittels sowie der Arbeitsorganisation aus. Mit diesem Dominanzwechsel von Maschinen zu Software (Arbeitsmittel) sowie von körperlicher zu geistig-kreativer Arbeit mit der ihr entsprechenden Organisation nimmt die Bedeutung von Innovationen gerade auch für Produktivitätssteigerungen zu. Deshalb werden die Bemühungen verstärkt, Innovationen und deren Entstehungsprozesse zu ‚messen‘ bzw. zu ‚indikatorisieren‘ als Grundlage und für den Nachweis von (gesteigerter) Produktivität. Hierbei ergeben sich jedoch Probleme, vor allem weil die Anforderungen an computerisierte und innovative Arbeit nicht konsequent analysiert und umgesetzt werden. Diese Anforderungen kulminieren in der Notwendigkeit einer weitgehenden Demokratisierung von Arbeitsorganisation, die somit eine Perspektive für nachhaltige Innovativität darstellt. Die hier vorgestellten Analyseergebnisse basieren auf einer theoretischen wie empirischen Untersuchung, bestehend aus qualitativen Fallstudien in zwei Geschäftsbereichen eines Großunternehmens der Elektroindustrie.

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  • Nadine Müller

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