Zusammenfassung

Die Verfassungsgeschichte Polens reicht bis in das Spätmittelalter zurück. Die bis zur dritten Teilung Polens 1795 dauernde Adelsrepublik („Erste Republik“) bildete gegen Ende des 15. Jahrhunderts mit dem Sejm (Reichstag) ein Zwei-Kammer-Parlament aus, das sich aus dem Senat als Vertretung der Magnaten, der Bischöfe und königlichen Räte sowie der Landbotenkammer (Izba poselska) als Vertretung des niederen Adels (Szlachta) zusammensetzte. In der Konstitution Nihil novi von 1505 gestand der König dem Parlament zu, dass es neuen Gesetzen, die insbesondere die Besteuerung betrafen, zustimmen musste. Damit wurden in der Adelsrepublik bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts Forderungen der Glorious Revolution in Großbritannien 1689 und der Amerikanischen Revolution im 18. Jahrhundert durchgesetzt. 1569 wurde in der Lubliner Union der zuvor eher als eine Personalunion geführte Verbund mit Litauen im Wesentlichen in eine Realunion umgewandelt. Ab 1573 wählte das Parlament den König, der durch Wahlkapitulationen zu weiteren Zugeständnissen gezwungen wurde. Da die Szlachta bis zu zehn Prozent der Bevölkerung ausmachte, verfügte Polen-Litauen über eine Zahl aktiv Wahlberechtigter, von der etwa Großbritannien im 18. Jahrhundert deutlich entfernt war.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2013

Authors and Affiliations

  • Klaus Ziemer
    • 1
  1. 1.Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität WarschauWarschauPolen

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