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Werdegang

  • Eva von Redecker
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Zusammenfassung

„Ein Leben erzählen“ kann man laut der jüdischen Philosophin Hannah Arendt erst nach dem Tod (Arendt 2002: 240). Judith Butler verkompliziert die Sache weiter, indem sie darauf hinweist, dass der narrativen Integration eines Lebens immer gerade die ‚Lebendigkeit‘ entginge: dass ein Leben nichts ist, das sich kontinuierlich entwickelt, wie etwa ein Baum wächst, sondern seine Ausrichtung und Charakteristik gerade dadurch gewinnt, durch Umstände und Gegenüber unterbrochen – ‚dekomponiert‘ – zu werden. Butler nennt das auch die „Enteignung“ durch Kontexte, und dieses ‚biographische‘ erste Kapitel konzentriert sich deshalb neben der Darstellung einiger Eckdaten und Butler’schen Selbstauskünfte, die ihre Entwicklung hin zur Philosophie betreffen, besonders auf zwei solche unterbrechende Kontexte. Das ist zunächst die Diskussionslage innerhalb der feministischen Bewegung um 1979, d.h. zu dem Zeitpunkt als Butler selbst aktiv in die Gendertheorie eintrat. Und es ist zweitens der spezifische Aktivismus, der sich im Widerstand gegen die homophobe Stimmung und Administration während der AIDSKrise Mitte der 1980er formierte, als Butler Gender Trouble verfasste. Die Skizzen der feminist sex wars und von ACT UP sollen nicht als umfassendes Hintergrundbild für Butlers Werk gelten, bilden aber wichtige Momente, deren Intervention in Butlers Werdegang sich in der Ausrichtung ihrer Theorie niedergeschlagen hat – und anders als jüngere Ereignisse wie etwa die Kriege im Irak und in Afghanistan handelt es sich um Kontexte, die dem aktuellen Kreis der Butlerleser_innen vielleicht nicht präsent sind.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2011

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  • Eva von Redecker

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