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Sozioökonomische und regionale Ausgangsbedingungen in Brasilien

  • Martin Coy

Zusammenfassung

Seit jeher ist Brasilien durch wirtschaftliche, soziale und räumliche Disparitäten gekennzeichnet, in denen sich historisches Erbe, Entwicklungsstile und ihre Folgen sowie in jüngeren Jahren sicherlich auch die Konsequenzen der Einbindung des Landes in die Globalisierung niederschlagen. Gleichzeitig ist Brasilien gerade in jüngeren Jahren Bühne zahlreicher dynamischer Prozesse in sozioökonomischer und politischer Hinsicht gewesen, die den Anspruch des Landes als Führungsmacht des Südens unterstreichen. Dabei zeigen bereits die einfachsten Indikatoren, dass Brasilien, dem größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas, im weltweiten Vergleich eine Schlüsselstellung zukommt. So liegt das Land auf dem fünften Platz unter den Nationen hinsichtlich Einwohnerzahl (derzeit ca. 190 Millionen) und Fläche (ca. 8,5 Mio. km²) und belegte in den letzten Jahren immerhin den zehnten Platz hinsichtlich der Wirtschaftsleistung weltweit (gemessen am Volumen des Bruttoinlandsproduktes). Brasilien ist weltweit größter Produzent von Kaffee, Zuckerrohr oder Orangen, es streitet sich mit seinen „Rivalen“ USA und Argentinien um den ersten Platz bei der Rindfleisch- und der Sojaproduktion (vgl. Almanaque Abril 2009). Auch bei den mineralischen Rohstoffen gehört das Land zu den wichtigsten Förderern und belegt beispielsweise bei Eisenerz, bei Aluminium sowie bei verschiedenen Stahlveredlern die vordersten Rangplätze (vgl. Coy & Töpfer 2009). Auch bei der Erdölförderung bieten sich Brasilien viel versprechende Zukunftsperspektiven, zumal immer größere Offshore- Vorkommen entdeckt und mit Hilfe moderner brasilianischer Fördertechniken ausgebeutet werden. Bezeichnenderweise finden sich in der Gruppe der zehn größten brasilianischen Unternehmen mit dem halbstaatlichen Erdölkonzern Petrobras sowie mit Vale, Usiminas und Gerdau vier Energie-, Rohstoff- und Stahlkonzerne (vgl. Almanaque Abril 2009: 92).

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Authors and Affiliations

  • Martin Coy

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