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Die Macht der Sprache

  • Max Fuchs
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Zusammenfassung

Dass die Sprache als Zeichensystem wichtig ist für das Erkennen der Welt, weiß man schon lange. Spätestens seit Kant (1974, Bde. III und IV) hat dieses Wissen eine systematische Form und Begründung erhalten. Erkennen war nunmehr nämlich nicht mehr bloß mechanisches Abbilden dessen was ist (Sensualismus), sondern individuelle Konstruktion nach Maßgabe der im Subjekt vorhandenen Kategorien. Die Realität wurde in ihrer Existenz zwar nicht bestritten („Ding an sich“), war aber im Grundsatz nicht erkennbar. Seither unterscheidet man diese Realität von „der Wirklichkeit“, die sich das Subjekt selber schafft. Dabei ist es nicht nur eine einzige Wirklichkeit. Ernst Cassirer hat sich in seiner „Philosophie der symbolischen Formen“ (zusammenfassend in 1990) ausführlich mit den Möglichkeiten der Weltwahrnehmung befasst und ist daher auf einen ganzen Katalog von Weltzugangsweisen gestoßen: Neben der Sprache werden Mensch und Welt auch noch über Wissenschaft, Technik, Wirtschaft, Politik, Religion, Mythos und Kunst vermittelt. Jede dieser symbolischen Formen erfasst die Welt auf ihre eigene Weise, mit einem spezifischen „Brechungswinkel“, wobei Welterfassung, Weltgestaltung und Selbstgestaltung eine Einheit bilden. In Bezug auf Sprache wurde die These von der Abhängigkeit des Weltbildes von der Sprache sogar zu einem Determinismus, also einer unvermeidbaren Abhängigkeit des Weltbildes von der Sprache zugespitzt. Diese Frage wird etwa im Kontext der Sapir-Whorf-Hypothese (oft auch: Humboldt-Sapir-Whorf-Hypothese) und unter dem Stichwort „linguistischer Determinismus“ diskutiert.

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  • Max Fuchs

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