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Verdeckter Determinismus pädagogisch-psychologischer Interesseforschung

  • Anke Grotlüschen

Zusammenfassung

Ein Forschungs- und Theoriestrang, der sich parallel zur erwachsenenbildnerischen Adressatenforschung entwickelt, ist die so genannte Interesseforschung. Sie ist, soweit ich es übersehen kann, kaum in der Erwachsenen- und Weiterbildungsforschung rezipiert worden, sieht man von einigen Ausnahmen ab (Schmidt 2006; Kade 1979). Anders als Schmidt hat Kade bereits in den ausgehenden Siebzigern eine fundierte Kritik am Ansatz der pädagogischen Interessetheorie formuliert. Er fragt, inwiefern subjektive Interessenorientierungen in ihrem Verhältnis zu strukturellen Interessenlagen erfasst sind und argumentiert, dass die Pädagogisierung einer Leistungsmotivationstheorie mit dem Ziel einer gegenstands- aber auch gesellschaftsbezogenen Interessetheorie nicht hinreichend gelungen sei, weil sowohl das Individuum als auch die Gesellschaft in zu reduzierter Form konzipiert werden. Eine zentrale Kritik richtet sich auf die Loslösung des Interessebegriffs von materialistischer Gesellschaftstheorie. Der Interessebegriff wird s. E. auf diese Weise zahnlos und ist zur Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse nicht mehr geeignet.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2010

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  • Anke Grotlüschen

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