Advertisement

Muslime zwischen Diskriminierung und Opferhaltung

  • Haci-Halil Uslucan

Zusammenfassung

Gegenwärtige sozialpolitische Debatten um Zuwanderung und die Integration von Migranten – und dabei insbesondere muslimischer Migranten – haben in Deutschland einen Diskurs um sogenannte „Parallelgesellschaften“ mit ihren unterschiedlichen Wertestandards und Erziehungspraktiken entfacht. Dieser im Alltag und in den Medien auf unterschiedlichen Reflexionshöhen ablaufender Diskurs hat sowohl das Bedürfnis verdeutlicht, einen gesellschaftlichen Konsens in diesen bedeutsamen Fragen zu bekommen; aber er hat auch in einigen Kreisen die Gräben zwischen der Mehrheitsgesellschaft und Muslimen vertieft. So ist beispielsweise durch eine Engführung des Diskurses um den Islam mit den Themen Terror, Fundamentalismus, Gewalt und Bedrohung – und in der Folge zu massenmedial suggerierten Szenarien einer islamistischen Unterwanderung der bundesrepublikanischen Gesellschaft – die Möglichkeit des rationalen Diskurses geschwächt worden. Damit ist ein Nährboden geschaffen worden, der der Bildung und Verbreitung von Stereotypen und Vorurteilen Vorschub leistet. Das hat fatale Folgen für das Zusammenleben.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Buriel, R. und T. de Ment (1997): „Immigration and sociocultural change in Mexican, Chinese, and Vietnamese American families“, in: A. Booth, A. C. Crouter und N. Landale (Hrsg.): Immigration and the family. Mahwah, NJ: Erlbaum, S. 165–201.Google Scholar
  2. Garcia Coll, C. und K. Magnusson (1997): „The psychological experience of immigration. A developmental perspective“, in A. Booth, A. C. Crouter und N. Landale (Hrsg.): Immigration and the family. Mahwah, NJ: Erlbaum, S. 91–132.Google Scholar
  3. Jonas, K. (1998): „Die Kontakthypothese. Abbau von Vorurteilen durch Kontakt mit Fremden“, in: M. Oswald und U. Steinvorth (Hrsg.): Die offene Gesellschaft und ihre Fremden. Bern: Huber, S.129–154.Google Scholar
  4. Karakaşoğlu-Aydin, Y. (2000): Muslimische Religiosität und Erziehungsvorstellungen. Eine empirische Untersuchung zu Orientierungen bei türkischen Lehramts- und Pädagogik- Studentinnen in Deutschland. Frankfurt: IKO.Google Scholar
  5. Müller, P. (2001): „(Religions-)Pädagogische Überlegungen“, in: U. Baumann (Hrsg.): Islamischer Religionsunterricht. Grundlagen, Begründungen, Berichte, Projekte, Dokumentationen. Frankfurt a. M.: Lembeck, S. 163–181.Google Scholar
  6. Sackmann, R. (2001): „Türkische Muslime in Deutschland. Zur Bedeutung der Religion“, in: Zeitschrift für Türkeistudien1,2(2001), S. 187–205.Google Scholar
  7. Sassenberg, K u.a. (2007): „Eine sozialpsychologische Analyse zur Reduzierung von sozialer Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund“, in: Zeitschrift für Sozialpsychologie38(2007), S. 239–249.CrossRefGoogle Scholar
  8. Schiffauer, W. (1991): Die Migranten aus Subay. Türken in Deutschland. Eine Ethnographie. Stuttgart: Klett-Cotta.Google Scholar
  9. Skrobanek, J. (2007): „Wahrgenommene Diskriminierung und (Re)Ethnisierung bei Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund und jungen Aussiedlern“, in: Zeitschrift für Soziologie der Erziehung27,3(2007), S. 265–284.Google Scholar
  10. Stapf, K. H./W. Stroebe und K. Jonas (1986): Amerikaner über Deutschland und die Deutschen. Urteile und Vorurteile.Opladen: Westdeutscher Verlag.Google Scholar
  11. Stöbe, A. (1998): Die Bedeutung des Islam im Sozialisationsprozess von Kindern türkischer Herkunft und für Konzepte interkultureller Erziehung. Essen: Gesamthochschule Essen, Diss..Google Scholar
  12. Tan, D. (1999): „Zur Rolle der Religion in der Erziehung“, in: Arbeitskreis Neue Erziehung (Hrsg.): Erziehung, Sprache, Migration. Gutachten zur Situation türkischer Familien. Berlin: Arbeitskreis Neue Erziehung, S. 37–92.Google Scholar
  13. Uslucan, H.-H./U. Fuhrer und S. Mayer (2005): „Erziehung in Zeiten der Verunsicherung“, in: Th. Borde und M. David (Hrsg.): Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Frankfurt a.M.: Mabuse, S. 65–88.Google Scholar
  14. Uslucan, H.-H. (2007): „Zwischen Allah und Alltag. Islamische Religiosität als Integrationshemmnis oder -chance?“, in: Archiv für Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit3(2007), S. 58–69.Google Scholar
  15. Zirker, H. (1993): Islam. Theologische und gesellschaftliche Herausforderungen. Düsseldorf: Patmos.Google Scholar

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2010

Authors and Affiliations

  • Haci-Halil Uslucan

There are no affiliations available

Personalised recommendations