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Ibn Battûta, ein Ideal für Muslime heute?

  • Ralf Elger

Zusammenfassung

Wenn in einer Kultur oder Gesellschaft oder – neutraler formuliert – einem Kollektiv von Menschen die eigene Geschichte und große Ereignisse als nachahmenswert oder Gestalten der Vergangenheit als Vorbilder oder Ideale beschworen werden, kann dies ganz verschiedene Auswirkungen haben. Unter den denkbaren Varianten seien nur zwei genannt: Wenn die Angehörigen des Kollektivs sich gegenwärtig schwach wähnen und keine rechte Perspektive für eine Besserung sehen, dann mögen sie in ihrer Geschichte Trost finden, über ihre einstige Größe kontemplieren, und sie hoffen vielleicht, dass diese irgendwann wiederkommt. Verharren sie in dieser nostalgischen Haltung, wird das der Kreativität bei der Überwindung der selbsterlebten aktuellen Krise hinderlich sein. Der Rückblick auf eine als besser empfundene Vergangenheit mag aber auch in eine andere Richtung wirken. Wenn sich Angehörige eines Kollektivs ohnmächtig oder zumindest in einer Krise fühlen, kann er Zukunftsperspektiven eröffnen. Man gewinnt daraus vielleicht Selbstbewusstsein, weil man meint, nicht von Natur aus unfähig zu großen Taten zu sein, da man dies ja in der Vergangenheit schon bewiesen habe. Wenn das Kollektiv zu der Ansicht kommt, dass es nur des Handelns im Geist der großen Vorfahren bedarf, um die Krise zu überwinden, dann dürfte das zu neuen Taten Anlass geben. Stolz auf die eigene Geschichte ist so betrachtet eine Kraft, die positiv und negativ wirken mag.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2010

Authors and Affiliations

  • Ralf Elger

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