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Bürgernahe Demokratie: Sprungbrett oder Falle (Belgien, Portugal, Niederlande)

  • Yves Sintomer
  • Carsten Herzberg
  • Anja Röcke
Chapter

Zusammenfassung

Die ‚bürgernahe Partizipation‘ ist bei weitem keine Besonderheit Frankreichs. Im Gegenteil: Ungeachtet der unterschiedlichen rechtlichen und politischen Kontexte handelt es sich um die derzeit meist verbreitete Beteiligungsform in Europa. Die verwendeten Begriffe sind diesbezüglich vielfältig: In Großbritannien spricht man mancherorts von neighbourhood democracy, in Deutschland von einer ‚bürgernahen Verwaltung‘ und in den Niederlanden gibt es das Konzept des wijkaanpak (‚Quartiersansatz‘). Die ‚bürgernahe Partizipation‘ stützt sich dabei auf verschiedene Instrumente, wie z.B. auf Quartiersmanagement, Quartiersbeiräte und Quartiersfonds. Sehr häufig stehen auch Programme der sozialen Stadtentwicklungspolitik am Beginn derartiger Verfahren. Die Beteiligung der Bürger an der sozialen Erneuerung des Stadtviertels befindet sich oft im Mittelpunkt dieser Stadtentwicklungsprogramme, und so haben sich in vielen Ländern Partizipationsverfahren zuerst in den so genannten Problembezirken entwickelt. Fast überall ist die mikro-lokale Ebene des Stadtteils das bevorzugte Terrain für solche partizipativen Experimente. Beteiligung wird hierbei oft als Synonym verstanden für eine intensivere Kommunikation und mehr Nähe zwischen Entscheidungsträgern und Bürgern. Warum hat die bürgernahe Partizipation einen solchen Erfolg? In welcher Weise prägt sie die Praxis der Bürgerhaushalte und, andersherum gefragt, inwieweit beeinflussen die Bürgerhaushalte die bürgernahe Partizipation? Ist das im letzten Kapitel beschriebene französische Beispiel des Bürgerhaushalts der Normalfall oder eher die Ausnahme in Europa? Inwieweit bedeutet eine Partizipation im Sinne der ‚bürgernahen Demokratie‘ ein ‚Sprungbrett‘ oder eine ‚Falle‘ für den Beteiligungsprozess [Blondiaux, 2001]? Da es weit über den Rahmen dieses Buches hinausgehen würde, das ganze Panorama der bürgernahen Partizipation aufzuzeigen, begnügen wir uns bei der Beantwortung der aufgeworfenen Fragen mit der Untersuchung von drei Beispielen: die Städte Mons in Belgien, Utrecht in den Niederlanden und Palmela in Portugal.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH 2010

Authors and Affiliations

  • Yves Sintomer
  • Carsten Herzberg
  • Anja Röcke

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