„So genieße ich jetzt das Single-Leben in Frankfurt“ Adoleszente Bearbeitung der Migrationssituation

  • Marga Günther

Zusammenfassung

Jugendliche mit Migrationshintergrund finden zunehmend Interesse seitens der Migrationsforschung (vgl. Attia/Marburger 2000; Pott 2002; Boos- Nünning/Karakasoglu 2005) und der Sozialisationsforschung (vgl. Gogolin/ Nauck 2000; Sauter 2000; Nohl 2001). Die Forschung bezieht sich hierbei vor allem auf die Kinder von EinwanderInnen, bei denen Migration einen fremdbestimmten Prozess darstellt, da die Familien über ihre Auswanderung entscheiden. Der folgende Beitrag beleuchtet hingegen die Situation jugendlicher BildungsmigrantInnen aus Westafrika, die zur Absolvierung eines Studiums alleine nach Deutschland eingereist sind. Die Entscheidung zur Migration wie auch deren Bewältigung hat bei ihnen daher eine andere Bedeutung, sie ist stärker in den adoleszenten Entwicklungsprozess eingebunden und stellt im Zuge ihrer Identitätsentwicklung eine besondere Herausforderung dar. Im Mittelpunkt des vorliegenden Beitrags steht der subjektive Umgang von Jugendlichen mit der Migrationssituation unter besonderer Berücksichtigung ihrer Adoleszenzentwicklung. Anhand zweier Fälle wird gezeigt, wie die adoleszenzspezifischen Themen durch die Migration eine neue Dynamik erhalten und wie deren Bearbeitung sowohl mit den lebensgeschichtlichen als auch den migrationsspezifischen Bedingungen im Zusammenhang stehen.

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  • Marga Günther

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