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Zusammenfassung

Die Idee zu diesem Einführungsbuch ist jenen Studenten zu verdanken, die das mehr oder minder große Vergnügen hatten, sich in meinen Veranstaltungen die in vielen Studiengängen immer noch obligatorische „Geschichte der Soziologie“ entlang verschiedener soziologischer Autoren und Theorien aneignen zu dürfen. Eigentlich bin ich ja der Meinung, dass die Soziologie besser problemorientiert vermittelt werden sollte. Aber selbst dann kommt man um bestimmte Theoriedarstellungen und damit verbundene Namen selbstverständlich nicht herum. Im Anschluss wurde hin und wieder von den Studenten die eindringliche Frage gestellt: Warum muss es sich bei Einführungen in die Soziologie immer um „alte“ Theorien zumeist toter Autoren handeln? Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Selbstverständlich gibt es gute Gründe dafür, zuerst historische Grundlagen einer Wissenschaftsdisziplin zu unterrichten. Aber muss dies zwingend nach zeitlich geordneten Aspekten verlaufen? Warum fängt man nicht mit einer aktuell in der Diskussion stehenden Theorie an und fragt von da aus, wo diese ihre Wurzeln hat? Denn wenn man genauer weiß, wie mit einer Theorie aktuell umgegangen, wie sie diskutiert wird, dann hat man vielleicht auch mehr Interesse (um nicht zu schreiben: Spaß) daran, deren Ursprünge zu entdecken. Auch die Aneignung bestimmter Theorien leuchtet nicht immer ein. Zwar ist es wiederum nicht unberechtigt, dass Lehrende diejenigen Soziologen und Theorien vorstellen, an denen sie selbst ein Interesse haben. Aber es könnten zumindest immer auch andere Autoren sein. Und schließlich ist es sachlich gar nicht so eindeutig, was denn die Grundlagen der Soziologie überhaupt sind oder sein können bzw. sollten. Die Auseinander setzungen etwa um die angemessene Art der sozialwissenschaftlichen Analyse – erklären oder beschreiben bzw. verstehen? – zeugen von diesem mangelnden Konsens zu den Fundamenten der Soziologie.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2010

Authors and Affiliations

  • Thomas Kron

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