Rekonstruktion konditionierter Vorgänge und Verhaltenstendenzen

  • Bernt-Michael Hellberg

Zusammenfassung

Die im Rahmen der Auseinandersetzung mit der Berufswahl-Entscheidung auftretende ANGST-Emotion unterscheidet sich, den Ergebnissen dieser Untersuchung zufolge, hinsichtlich der Prozessstrukturen, in die sie eingebunden ist, in grundlegender Weise von den bisher modelltheoretisch rekonstruierten Qualitäten der LUST/UNLUST, der inneren ABWEHR und der als gutes/ungutes GEFÜHL benannten emotionalen Erregung. Während die Analysen der anderen drei emotionalen Qualitäten ein dichtes Netz von kognitiv-emotionalen Prozessabläufen ergeben haben, das – quasi in Form einer „Innenschau“ – das in den Köpfen Rat suchender Personen vor sich gehende intrapsychische Geschehen widerspiegelt, bilden die im Zusammenhang mit der Untersuchung der ANGSTEmotion erarbeiteten Ergebnisse eher eine „Außenschau“ ab, nämlich eine Fokussierung auf äußere Sachverhalte, wie beispielsweise Bewertungen durch die Umwelt. Der zentrale Unterschied besteht hier darin, dass die ersten drei emotionalen Qualitäten das Produkt eines Prozessgeschehens sind, das darauf ausgerichtet ist, berufsbezogene Zukunftsszenarien auf ihre spezifischen Merkmale hin zu überprüfen, um darüber zu einer realistischen Einschätzung der interessierenden Fragestellungen zu gelangen. Demgegenüber erscheint die ANGSTEmotion als eine Reaktionsform, der kein differenziertes Netz an Überprüfungsmechanismen zugrunde liegt, sondern die allein auf der Basis konditionierter Vorgänge entsteht und infolgedessen ohne einen konkreten Realitätsbezug auftritt. Ein die ANGST-Emotion charakterisierendes Kennzeichen besteht noch darin, dass sie eine enge Verbindung mit Verhaltenstendenzen aufweist.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH 2009

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  • Bernt-Michael Hellberg

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