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Ethische Anforderungen im digitalen Journalismus

Perspektiven der Forschung
  • John Pavlik

Zusammenfassung

Dicke Rauchschwaden steigen im Sommer 2006 über der libanesischen Hauptstadt Beirut auf. Gerade haben israelische Kampfflugzeuge ihr Bombardement beendet. Der Libanese Adnan Hajj ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort und drückt auf den Auslöser seiner Kamera. Anschließend verkauft der freie Mitarbeiter von Reuters das Bild der düsteren Szene an die Agentur. Das Foto überzeugt auch die deutschen Chefredakteure – wenige Stunden später zieren die dicken Rauchwolken die Nachrichtenseiten zahlreicher Internetportale. Erst aufmerksame Online-Leser stolpern über das Bild, als ihnen auffällt, dass die einzelnen Rauchschwaden ein verdächtig ähnliches Muster der Rauchentwicklung aufweisen. Und tatsächlich: Adnan Hajj hatte mit Hilfe des Programms Photoshop sowie den Tasten Copy und Paste die Rauchentwicklung verstärkt, um das Bild besser verkaufen zu können. Nachforschungen ergaben, dass der freie Mitarbeiter weitere Fotos gefälscht hatte und zudem seine Bilder direkt selbst in der Datenbank der Agentur speicherte, statt sie zuerst an ein Redaktionsbüro zu schicken. Als Konsequenz löschte Reuters alle Fotos des Fälschers und kündigte seine Anstellung.

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Weiterführende Literatur

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH 2009

Authors and Affiliations

  • John Pavlik

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