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Das Darüberhinausgehende: Detlef Garz und die Idee der vertikalen Bildung

  • Fritz Oser

Drei Bücher von Detlef Garz habe ich mit mehr Vergnügen gelesen als seine anderen, nicht weil die anderen weniger wertvoll wären, sondern weil die drei einen narrativen Zug aufweisen, der mit Subtilität und Einfühlsamkeit daherkommt, einer Stille, die einem den Atem verschlägt, einer Empirie, die Inhalt vor Formalität stellt und existentiell werden lässt. Es sind dies die Schriften „Lawrence Kohlberg. Zur Einführung“ (1996), eine sorgfältig bearbeitete Biographie, dann „Moral, Erziehung und Gesellschaft“ (1998), und „Über den Mangel an Charakter des deutschen Volkes. Zu den autobiographischen Aufzeichnungen des jüdischen Arztes und Emigranten Dr. Julian Kretschmer aus Emden“ (mit Gesine Janssen, 2006). Da hier ein pädagogisches und allemal auf Entwicklung und Veränderung gerichtetes, also ein vertikales Anliegen sichtbar wird, stellt sich die Frage, wie Garz in der Vielfalt pädagogischer Strömungen ein Bild von Bildung und Sprache zeichnet, das tragfähig ist und mehr als akademischen Ehrgeiz darstellt. Es stellt sich die Frage, wie Bildung im traditionellen Gewand mit einer vertikalen Sicht von Entwicklung und Strukturtransformation sichtbar wird. Auch kann man erahnen, dass dieses Narrative und Interpretative nicht ohne Weiteres mit der vertikalen, strukturgenetischen Dimension vereinbar ist.

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  • Fritz Oser

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