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Konservatives in Deutschland nach 1950

  • Sven-Uwe Schmitz

Nach der Phase der Orientierungslosigkeit zwischen 1918 und 1949 schloss sich für den Konservativismus eine Phase der Bedeutungslosigkeit an. Unterkapitel 5.1. zeigt, dass die „Deutsche Partei“ in der 1949 gegründeten Bundesrepublik Deutschland die einzige Partei blieb, die überhaupt und dann nur kurzfristig ab 1952 den Begriff „konservativ“ in den Mittelpunkt ihrer Programmatik stellte. Nach deren Spaltung war die CDU ab 1961 zur alternativlosen Erbin der konservativen Wählerklientel geworden. Wie im Unterkapitel 5.2. erörtert wird, lehnte es die CDU von Anfang ihrer Parteigeschichte an ab, sich einseitig als „konservativ“ zu positionieren. Stattdessen definierte sie sich als Partei der Mitte, sodass in ihren Grundsatzprogrammen ab 1978 der Begriff nur als Teil einer Aufzählung auftauchte: Die CDU sei konservativ, liberal, sozial. Da die CDU es zudem versäumte, näher zu bestimmen, was sie unter „konservativ“ verstand, wurde der Begriff im Laufe der Zeit beliebig neu definiert und sogar vom politischen Mitbewerber für sich beansprucht. Im Unterkapitel 5.3. wird dargestellt, wie der Begriff „konservativ“ allmählich sowohl parteipolitisch als auch jenseits von Parteien nichtssagend wurde: Autoren, die ihre eigene oder eine fremde Position als „konservativ“ kennzeichnen wollten, taten das wei-testgehend unabhängig von bestimmten Inhalten aus der Geschichte des Konservativismus. Die Entwicklung im Einzelnen:

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Authors and Affiliations

  • Sven-Uwe Schmitz

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