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Quellen des Politikjournalismus Sichtweisen der Praxis

Auszug

Zum Kaffee werden morgens frische Croissants gereicht. Ab elf Uhr gibt es Mini-Quiches und Blätterteig-Häppchen. Zum Mittagessen werden große Töpfe mit dampfender Kartoffelsuppe und Würstchen aufgetragen. Wem das nicht schmeckt, der kann sich den mit Ricotta und Spinat gefüllten Nudeln zuwenden. An manchen Tischen gibt es kleine Schälchen mit verschiedenen Salaten, an anderen Gläschen mit Roter Grütze, Schokoladenmousse und Obstsalat. Nachmittags folgt Kuchen, und am frühen Abend werden Sandwiches serviert.

Es ist nicht verwunderlich, dass eine solche Presse-Lounge gut besucht ist. An den Stehtischen ist immer Betrieb, und auch die bequemen Sessel in der Sitzecke bleiben nicht lange leer. Die Journalisten, die zwei, drei und manchmal sogar vier Tage auf einem Parteitag verbringen, freuen sich über das Gratis-Angebot an leckeren Speisen. Um Zugang zu erlangen, genügt das Presse-Schildchen, das sich die Journalisten um den Hals hängen. Schwieriger ist es für das Parteivolk. Die normalen Delegierten werden nicht in die Lounge hereingelassen; sie müssen sich für teures Geld an den Ständen der Kongresshalle verpflegen. Nur Spitzenpolitiker mit einem besonders gekennzeichneten Ausweis werden durchgelassen. Um sie scharen sich dann die Journalisten, um sich über die Einschätzungen des Parteitags unterrichten zu lassen. Ganz diskret nur wird erwähnt, wem Journalisten und Politiker die gastfreundliche Bewirtung verdanken: Nicht der Partei, die hier ihren Kongress abhält, sondern der Tabakfirma Philip Morris.

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Weiterführende Literatur

  1. Leif, Thomas/Speth, Rudolf (2006): Die fünfte Gewalt-Lobbyismus in Deutschland. Wiesbaden: VS Verlag.Google Scholar
  2. Ludwig, Johannes (2007): Investigativer Journalismus. Konstanz: UVKGoogle Scholar
  3. Segbers, Michael (2007): Die Ware Nachricht. Konstanz: UVK.Google Scholar

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