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Auszug

Der Typenbegriff und die Typenbildung als mögliche Form der Generalisierung des Einzelnen oder Besonderen zum Allgemeinen gehen auf Max Weber zurück. Das Ziel der Typenbildung ist eine Verallgemeinerung aufgedeckter Konzepte, mit denen komplexe soziale Realitäten und Sinnzusammenhänge abgebildet und erklärt werden sollen. Dies kann mithilfe unterschiedlicher Formen von Typen geschehen. Es wird differenziert zwischen Idealtypen, empirischen Typen, Strukturtypen, Prototypen etc. (vgl. Kelle/Kluge 1999). Der Ansatzpunkt ist zugleich das Problem dieser Form der Generalisierung. Es besteht darin, dass die Grundlagen für die Generalisierung die aus den Fallrekonstruktionen herausgearbeiteten Bedingungen, Verläufe und Zusammenhänge sind. Folglich hängt die Güte der Generalisierung eng mit der Auswahl der Fälle zusammen. Deshalb sollten bewährte Verfahren zur Fallauswahl verwendet werden, auch wenn solch abgesicherte Auswahlverfahren wie das Theoretical Sampling (vgl. Glaser/ Strauss 1998; Strauss/Corbin 1994; Strübinger 2004) die Frage nach der Legitimität der Generalisierung nicht restlos klären können. Es ist und bleibt umstritten, inwiefern von mehreren Einzelfällen auf Typizität geschlossen werden kann oder darf, denn für jede Typenbildung wird, ausgehend von der Fallstruktur, mittels eines Gruppierungsprozesses abstrahiert (vgl. Kelle/Kluge 1999). Leitend für den Prozess ist es, dass die Typen einer Gruppe möglichst homogen und die Typen zueinander möglichst heterogen sind.

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