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Auszug

Als leitender Begriff und zentrales theoretisches Konzept der Medienpädagogik wird Medienkompetenz verstärkt seit Anfang der 1990er Jahre diskutiert, als im Zuge der Einführung von Internet und Multimedia ein medienpädagogischer wie materiell-ausstattungsbezogener Nachholbedarf in nahezu allen Feldern von Bildung und Erziehung — insbesondere aber in Schulen (Stichwort ‚Schulen ans Netz“) — durch Bildungspolitiker, Wirtschaftsvertreter und Pädagogen attestiert wurde. Im wissenschaftlichen Diskurs wird die Medienkompetenz eines Menschen in ihren unterschiedlichen Dimensionen zu definieren und empirisch zu erfassen versucht. Sie umfasst die Wissensbestände über Medien sowie die Fähigkeit, Medien souverän bedienen, kritisch beurteilen und kreativ gestalten zu können. Sie kann eigenständig im Rahmen von Selbstsozialisationsprozessen erworben werden, sie wird aber auch mit Hilfe medienpädagogischen Handelns in formalen wie non-formalen Bildungssettings gefördert. Obwohl der gegenwärtige Diskurs die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien in den Mittelpunkt stellt, weil diese zurzeit die Entwicklungs- und Partizipationschancen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen entscheidend mitgestalten, orientiert sich Medienkompetenz an einem weit verstandenen Medienbegriff, der sowohl die individuelle Mediennutzung — von den klassischen Massenmedien über Computer und Internet bis hin zu mobilen Medien — als auch ihre Bezüge zu Gruppen, gesellschaftlichen Systemen und Kulturen mit einbezieht.

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

Authors and Affiliations

  • Kai-Uwe Hugger
    • 1
  1. 1.Fakultôt für ErziehungswissenschaftUniversität BielefeldBielefeld

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