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Auszug

Der konfliktträchtige Gegensatz zwischen Individuellem und Kollektivem ist eine Grundkonstante des menschlichen Zusammenlebens (vgl. dazu auch Triandis 1995) und prägt demzufolge unseren privaten wie beruflichen Alltag. Diese nahezu paradigmatisch labile Konstellation erhielt besonders seit dem 20. Jahrhundert ausgesprochen viel Aufmerksamkeit in den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen (vgl. Gelfand et al. 2004). Doch schon in der Philosophie der antike erfuhr der andauernde Antagonismus zwischen dem Einzelnen und der Gemeinschaft Beachtung: Während Platon in einer kollektivistischen Sichtweise das Wohl des Ganzen in den Mittelpunkt stellte, betonte Perikles dagegen die Freiheit des Einzelnen (vgl. Scholl 1995, Sp. 1750f.). Gerade weil dieses Spannungsverhältnis ein so grundlegendes ist, treffen wir es selbstverständlich auch in heutigen Organisationen als Problem an (vgl. auch Wendt 1999, S. 21). denn hier stehen die Bedürfnisse des Individuums denen der Organisation direkt gegenüber. Das daraus abgeleitete Problem der Integration von Individuum und Organisation ist folglich zwar kein gänzlich neues (vgl. Argyris 1964, S. 7), erfährt aber durch die Komplexität immer vielfältigerer Umweltbezüge von Organisationen eine neue Bedeutung. Denn praktisch alle modernen Organisationen bewegen sich gleichzeitig im Spannungsfeld von Innen- vs. Außenorientierung sowie einer individuellen vs. kollektiven Ausrichtung. Im Kontext organisierter Leistungsgemeinschaften haben sich dazu spezielle Umgangsformen herausgebildet, die die Eigenheiten und Interessen des Einzelnen mit den Besonderheiten und dem Interesse der Organisation zu verbinden versuchen.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

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