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Zentrale Fertilitätstheorien im Überblick

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Auszug

Der Erforschung der Fertilität sind nicht nur unzählige empirische Arbeiten gewidmet, sondern auch aus theoretischer Perspektive lässt sich hierzu eine höchst rege Forschungstätigkeit ausmachen. Verschiedene wissenschaftliche Disziplinen beschäftigen sich mit der Reproduktion des Menschen. Eine der ältesten Arbeiten stellt das 1798 von Malthus formulierte Bevölkerungsgesetz dar. In seinem ‘Essay on the Principle of Population, as it affects the Future Improvement of Society’ formuliert er einen positiven Zusammenhang zwischen Wirtschafts- und Wohlstandsentwicklung einerseits und dem Bevölkerungsumfang andererseits. Dass die „Bevölkerung sich unwandelbar vermehrt, wenn die Subsistenzmittel zunehmen“ (Malthus 1977: 484) ist historisch jedoch widerlegt. Strittig an der theoretischen Argumentation Malthus’ ist v. a. die unterstellte Prämisse eines uneingeschränkten Erhaltungstriebs der menschlichen Gattung. Sozio-biologische Zugänge zur Fertilität greifen diese Idee später in einer ähnlichen Weise wieder auf (für eine Übersicht vgl. u. a. Kopp 1992), finden allerdings keine weit reichende Beachtung. Die einflussreichsten theoretischen Erklärungsversuche stammen aus der Mikroökonomie, der Soziologie sowie der Psychologie, die je unterschiedliche Erklärungsfaktoren und Wirkungsmechanismen heranziehen und akzentuieren. Darüber hinaus variieren die Ansätze danach, ob sie die Fertilität über einen Rückgriff auf die Individualebene thematisieren oder ausschließlich auf der Ebene der makrostrukturellen Phänomene verbleiben.

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Literatur

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    Zusammenstellungen finden sich bei Bagozzi & van Loo 1978; Cromm 1988; Felderer & Sauga 1988; Herter-Eschweiler 1998; Hill & Kopp 2000; Höpflinger 1997; Huinink 2000; Kopp 2002; Loy 1981.Google Scholar
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    Schon 1963 vertritt Mincer die Auffassung, dass der Einkommens-vom Opportunitätenkosteneffekt zu trennen sei. Empirisch setzt er das über die Separierung der Einkommenseffekte von Mann und Frau um und kann zeigen, dass Letzterer überwiegt (1963: 77f.).Google Scholar
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    An dieser Stelle verweist von Rosenstiel (1978: 96f.) u. a. auf die VOC-Studien der 1970er, die Vorschläge für die durch Kinder realisierbaren Endziele geben.Google Scholar
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    Auszunehmen ist hier die Arbeit von Herter-Eschweiler (1998), der im einleitenden Kapitel festhält, „dass es weniger der Suche nach einem neuen theoretischen Erklärungsansatz bedarf, als vielmehr der Integration von Teilaspekten bestehender Erklärungsansätze. Mit nachfolgender Arbeit soll der Versuch einer solchen Integration unternommen werden“ (ebd.: 3).Google Scholar

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