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Ausblick

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Auszug

Richtet man den Blick in die Zukunft, so drängt sich die spannende Frage auf, ob auch der zweite demographische Umbruch für die Türkei zu erwarten ist. Eine Antwort hierauf ist nicht zuletzt auf Grund der gesellschaftspolitischen Relevanz des in diesem Zusammenhang wachsenden Anteils Kinderloser bedeutungsvoll. Dass eine bloße Betrachtung des gesellschaftlichen Modernisierungsgrades für eine Prognose zu kurz greift, ergibt sich bereits aus dem Erklärungsmodell, wird aber auch empirisch durch Beispiele aus Ostasien unterstützt. Mit Korea und Japan lassen sich moderne Nationen anführen, in denen die Geburtenraten in jüngster Vergangenheit zwar ebenfalls unter das Reproduktionsniveau gesunken sind, gleichwohl Kinderlosigkeit ein marginales Phänomen darstellt. Dauerhafte Kinderlosigkeit leitet sich der VOC-Perspektive folgend aus einer über den Lebenslauf hinweg beständigen, negativen Kosten-Nutzen-Bilanz mit Blick auf die Erstgeburt ab. Insbesondere vor dem Hintergrund des im Rahmen dieser Arbeit gefundenen Erklärungsdefizits der Kinderkosten, ist es überaus interessant, dass Erklärungsversuche in Deutschland, das international gesehen eine Spitzenreiterposition mit Blick auf Kinderlosigkeit einnimmt, typischerweise an den Kosten ansetzen: Empirische Studien arbeiten erwerbsbezogene Opportunitätenkosten als Hauptursachen heraus sowie beschränkte finanzielle Ressourcen, die um die wachsenden Verwendungsmöglichkeiten konkurrieren (u. a. Dorbritz & Schwarz 1996; Wirth & Dümmler 2004). Vor allem die Verfolgung beruflicher Ziele wird durch die von Kindern beanspruchte Zeitverwendung be- oder gar verhindert, weshalb der Angelpunkt der Diskussion von Kinderlosigkeit in Deutschland die schwierige Vereinbarung von Beruf und Familie ist: Hauptsächlich sehr gut ausgebildete Frauen sind zur Aufnahme dieses Konfliktes nicht bereit.

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Literatur

  1. 76.
    Darüber hinaus können auch andere, explizit als Paarinteraktionsansätze angelegte Modelle auf ihre Brauchbarkeit und Integrationsfähigkeit hin geprüft werden (für eine Übersicht vgl. Bagozzi & van Loo 1978; Herter-Eschweiler 1998: 219ff.).Google Scholar

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

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