Advertisement

Wirtschaft und Wirtschaftstheorie de-konstruiert

  • Matthias Junge

Auszug

Die nachfolgenden Ausführungen wollen in die Dekonstruktion der Wirtschaft und der Wirtschaftstheorie einführen. Dekonstruktion bezeichnet dabei ein Verfahren, welches unausgesprochene Voraussetzungen einer Theorie aufdeckt und dadurch deren innere Widersprüchlichkeit sichtbar werden lässt. Dekonstruktivistisches Denken entwickelte sich explizit erst im Zuge der Entstehung des sogenannten Poststrukturalismus, wie er vor allem durch das Werk von Jacques Derrida verkörpert wird. Dessen Arbeiten zielten vorwiegend auf die Dekonstruktion von Theorien, Theorieelementen oder einzelnen Konzepten theoretischer Zusammenhänge, vor allem in der Philosophie, der Sprachwissenschaft, dem soziologischen Strukturalismus und der allgemeinen Ökonomie. Eine weitere Möglichkeit der Dekonstruktion ergibt sich dann, wenn ein Gegenstand, etwa die Wirtschaft oder eine bestimmte wirtschaftliche Handlung, in einer neuartigen Perspektive betrachtet wird. In dieser ‚Verfremdung‘ des Gegenstands liegt der heuristische Gewinn dieses Vorgehens, denn es werden bislang unentdeckte oder nicht thematisierte Merkmale des Gegenstands freigelegt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Adloff, Trank und Steffen Mau (Hg.), 2005: Vom Geben und Nehmen. Zur Soziologie der Reziprozität. Frankfurt/M.: Campus.Google Scholar
  2. Angehrn, Emil, 2004: Interpretation und Dekonstruktion. Untersuchungen zur Hermeneutik. 2. Aufl., Weilerswist: Velbrück.Google Scholar
  3. Aristoteles, 1995: Politik. Orig. v. ∼350 v. Chr., Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.Google Scholar
  4. Aristoteles, 2004: Die Nikomachische Ethik. 4. Aufl., Orig. v. ∼350 v. Chr., München: dtv.Google Scholar
  5. Baecker, Dirk, 2006: Wirtschaftssoziologie. Bielefeld: transcript.Google Scholar
  6. Bataille, Georges, 1975: Die Aufhebung der Ökonomie. Der Begriff der Verausgabung. Der verfemte Teil. Kommunismus und Stalinismus. München: Rogner & Bernhard.Google Scholar
  7. Baudrillard, Jean, 1981: For a Critique of the Political Economy of the Sign. St. Louis: Telos Press.Google Scholar
  8. Baudrillard, Jean, 1991a: Das System der Dinge. Über unser Verhältnis zu den alltäglichen Gegenständen. Frankfurt/M.: Campus.Google Scholar
  9. Baudrillard, Jean, 1991b: Der symbolische Tausch und der Tod. München: Matthes & Seitz.Google Scholar
  10. Bauman, Zygmunt, 1999: Work, Consumerism and the New Poor. Buckingham: Open University Press.Google Scholar
  11. Brunner, Otto, 1968: Neue Wege der Verfassungs-und Sozialgeschichte. 2., vermehrte Aufl., Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.Google Scholar
  12. Campbell, Colin, 1987: The Romantic Ethic and the Spirit of Modern Consumerism. Oxford: Blackwell.Google Scholar
  13. Culler, Jonathan, 1983: On Deconstruction. Theory and Criticism after Structuralism. London: Routledge.Google Scholar
  14. Derrida, Jacques, 1993: Falschgeld. Zeit geben I. München: Fink.Google Scholar
  15. Derrida, Jacques, 1994: Die Schrift und die Differenz. 6. Aufl., Frankfurt/M.: Suhrkamp.Google Scholar
  16. Derrida, Jacques, 2004: Die différance. S. 76–113 in: Engelmann, Peter (Hg.), Postmoderne und Dekonstruktion. Texte französischer Philosophen der Gegenwart. Stuttgart: Reclam.Google Scholar
  17. Engelmann, Veter, 2004: Einleitung. S. 7–30 in: Engelmann, Peter (Hg.), Postmoderne und Dekonstruktion. Texte französischer Philosophen der Gegenwart. Stuttgart: Reclam.Google Scholar
  18. Gernalzick, Nadja, 2000: Kredit und Kultur. Ökonomie-und Geldbegriff bei Jacques Derrida und in der amerikanischen Literaturtheorie der Postmoderne. Heidelberg: Winter.Google Scholar
  19. Granovetter, Mark S., 1991: The Social Construction of Economic Institutions. S. 75–81 in: Elzioni, Amitai und Paul R. Lawrence (Hg.), Socio-Economics. Toward a New Synthesis. Armonk/NY: Sharpe.Google Scholar
  20. Heinsohn, Gunnar und Otto Steiger, 1996: Eigentum, Zins und Geld. Ungelöste Rätsel der Wirtschaftswissenschaft. Reinbek: Rowohlt.Google Scholar
  21. Hörisch, Jochen, 1993: Dekonstruktion des Geldes. Die Unvermeidbarkeit des Sekundären. S. 173–182 in: Wetzel, Michael und Jean-Michel Rabaté (Hg.), Ethik der Gabe. Denken nach Jacques Derrida. Berlin: Akademie.Google Scholar
  22. Mauss, Marcel, 1990: Die Gabe. Form und Funktion des Austauschs in archaischen Gesellschaften. Frz. Orig. v. 1923, Frankfurt/M.: Suhrkamp.Google Scholar
  23. Norris, Christopher, 1987: Derrida. London: Fontana Press.Google Scholar
  24. North, Douglass C., 1977: Markets and Other Allocation Systems in History. The Challenge of Karl Polanyi. Journal of European Economic History 6: S. 703–716.Google Scholar
  25. Polanyi, Karl, 1979: Ökonomie und Gesellschaft. Frankfurt/M.: Suhrkamp.Google Scholar
  26. Pribram, Karl, 1998: Geschichte des ökonomischen Denkens. Frankfurt/M.: Suhrkamp.Google Scholar
  27. Priddat, Birger P., 2002: Theoriegeschichte der Wirtschaft. oeconomia — economics. München: Fink/UTB.Google Scholar
  28. Ritzer, George, 1999: Enchanting a Disenchanted World. Revolutionizing the Means of Consumption. Thousand Oaks: Pine Forge Press.Google Scholar
  29. Sahlins, Marshall D., 1972: Stone Age Economics. Chicago: Aldine-Atherton.Google Scholar
  30. Schotter, Andrew R., 1981: The Economic Theory of Social Institutions. Cambridge: Cambridge University Press.Google Scholar
  31. Schumpeter, Joseph A., 1965: Geschichte der ökonomischen Analyse. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.Google Scholar
  32. Slater, Don, 1997: Consumer Culture and Modernity. Cambridge: Polity Press.Google Scholar
  33. Sombart, Werner, 1983: Liebe, Luxus und Kapitalismus. Über die Entstehung der modernen Welt aus dem Geist der Verschwendung. Orig. v. 1912, Ausgabe folgt 2. Aufl. v. 1922, Berlin: Wagenbach.Google Scholar
  34. Weber, Max, 1993: Die protestantische Ethik und der „Geist“ des Kapitalismus. Textausgabe auf der Grundlage der ersten Fassung von 1904/05 mit einem Verzeichnis der wichtigsten Zusätze und Veränderungen aus der zweiten Fassung von 1920. Bodenheim: Athenäum Hain Hanstein.Google Scholar
  35. Zima, Peter V., 1994: Die Dekonstruktion. Einführung und Kritik. Tübingen: Francke/UTB.Google Scholar

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

Authors and Affiliations

  • Matthias Junge
    • 1
  1. 1.Universität RostockDeutschland

Personalised recommendations