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Formulierung, Implementation und Evaluierung von kriminalpolitischen Programmen

  • Hans-Jürgen Lange
  • Jean-Claude Schenck
  • Stephan Heinrich

Auszug

Der (kriminal-) politische Prozess lässt sich analytisch in unterschiedliche Phasen unterteilen (vgl. Jann/Wegrich 2003), in deren Verlauf ein wahrgenommenes und als regelungsbedürftig beurteiltes Problem über Transformationsstufen in einen konkreten Handlungsauftrag für die Exekutive gewandelt wird. Idealtypisch finden sich am Beginn des Policy-Cycles die Phasen der „Problemdefinition“ und des „Agenda Settings“ (siehe den Beitrag von Hartmut Aden in diesem Band). Hierbei rückt ein bestimmtes Problem in die Aufmerksamkeit der politischen Akteure, zugleich konkurrieren zumeist unterschiedliche Problemlösungsstrategien um die Dominanz im politischen Prozess. An diese Phasen schließBen vier weitere an. Zu nennen sind: die Phase der „Politikformulierung“, in der Lösungen, staatliche Programme und Ziele formuliert werden, mithilfe derer das diagnostizierte Problem gelöst werden soll.1 Die Phase der „Implementation“, wiederum zu unterteilen in Ressourcenbereitstellung, Programmkonkretisierung und Einzelfallentscheidungen, ist mitunter die entscheidende Phase für das Gelingen politischer Programme und erst spät in ihrer Bedeutung für den politischen Prozess erkannt worden. Die darauf folgende Phase der „Evaluierung“ kann unterschieden werden nach den möglichen Arten und Zielsetzungen: der politischen Evaluierung, der administrativen Evaluierung und der wissenschaftlichen Evaluierung. Zumindest bei den letztgenannten Arten stehen seit einigen Jahren betriebswirtschaftlich inspirierte Evaluierungsmethoden im Vordergrund.

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Literatur

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

Authors and Affiliations

  • Hans-Jürgen Lange
    • 1
    • 2
  • Jean-Claude Schenck
    • 3
  • Stephan Heinrich
    • 4
    • 5
  1. 1.Philipps-Universität MarburgDeutschland
  2. 2.Rhein-Ruhr-Instituts für Sozialforschung und Politikberatung (RISP) an der Universität Duisburg-EssenDeutschland
  3. 3.Universität Duisburg-EssenDeutschland
  4. 4.Forschungsgruppe polikon am Rhei-Ruhr-Institut für SozialforschungDeutschland
  5. 5.Politikberatung (RISP) an der Universität Duisburg-EssenDeutschland

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