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Europäisierung der Kriminalpolitik

  • Peter Nitschke

Auszug

Kriminalpolitik ist eine klassische Agenda des Nationalstaats, basiert doch das Gewaltmonopol des Staates unter anderem auf der Voraussetzung, dass die Ordnungspolitik der Exekutive die Maßstäbe für das, was „kriminell“ ist und was nicht, per definitionem setzt. Eine Politik der Inneren Sicherheit muss dann operationalisieren, was im Rahmen einer Bekämpfung von Delinquenz politisch wie juristisch als nicht tragfähig für das Zusammenleben in der modernen Gesellschaft gilt. Verbrechensbekämpfung ist somit der zentrale Bereich einer jeden Kriminalpolitik, ganz unabhängig davon, auf welchen demokratischen Legitimationsgrundlagen die Ordnungspolitik basiert. Nicht immer (und keineswegs notwendigerweise) gehen dabei die Legitimitätsaspekte mit den Funktionssachverhalten konform: Effizienz und die prozedurale Legitimität der Ordnungspolitik finden im Bereich der Exekutive noch stets ihre systemimmanente Frakturierung. Dies gilt ganz besonders für die Kriminalpolitik — und damit erst recht für den Bereich der Internationalisierung. Davon soll im Folgenden mit Blick auf die Europäische Integration die Rede sein.

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

Authors and Affiliations

  • Peter Nitschke
    • 1
  1. 1.Institut für Bildungs- und Sozialwissenschaften der Hochschule VechtaDeutschland

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