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Auszug

Etwa seit 1970 beginnt weltweit in den Staaten des westlichen oder abendländischen Kulturkreises ein Diskurs über die gleichberechtigte und gleichwertige politische und gesellschaftliche Anerkennung von Minderheiten, die sich von der Mehrheit in Merkmalen unterscheiden, die sowohl in der Eigendefinition der Minderheitsangehörigen als auch in der Fremddefinition durch die Angehörigen der Mehrheiten als kulturell codiert werden. Das beginnt vermutlich in Kanada mit entsprechenden Überlegungen zur Anerkennung der französisch-sprachigen Minderheit und der indigenen Minderheiten und wird dann auch übertragen auf Minderheiten von Einwanderern. Von diesen war bis dahin angenommen worden, dass sie sich im Durchgang von drei Generationen vollständig assimilieren werden. Das galt zwar für einige Einwanderergrappen, nicht aber für alle. Sprachbildlich drückte sich dieser Wechsel der Sichtweise in der Aufgabe des Bildes vom Schmelztiegel und der Neukonstruktion des Bildes von der Salatschüssel aus. Damit sollte die grundsätzliche Gleichwertigkeit aller Beteiligter und die Bereicherang ausgedrückt werden, die durch die Kulturen der Einwanderer auch für die einheimische Mehrheit möglich geworden sei.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

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