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Das überflüssige Selbst — Zur Dequalifizierung des Charakters im neuen Kapitalismus nach Richard Sennett

  • Thomas Brüsemeister

Auszug

„Flexibilität” ist nach Richard Sennett die Formel, mit der sich der neue globale Kapitalismus auf den Begriff bringen lässt. Dieser bringt in einem Prozess der schöpferischen Zerstörung nicht nur sich immer schneller umwälzende Arbeitsformen hervor, sondern auch eine „Corrosion of Character”, so der Titel und Tenor seiner 1998 erschienenen Zeitdiagnose (Sennett 1998a).1 Wenn die Charakterbildung davon lebt, sich an langfristigen Zielen zu orientieren, und wenn dies von dauerhafteren mitmenschlichen Beziehungen abhängt, wie reagiert der moderne Mensch dann auf eine ‚ungeduldige Gesellschaft‘, „die sich nur auf den unmittelbaren Moment konzentriert” (12), insofern eine permanente berufliche Mobilität verlangt ist? Was passiert hinsichtlich der sozialen Integration, wenn in Gemeinden überwiegend hochmobile Berufstätige leben, die vor Ort kaum mehr bereit sind, etwas zu investieren, da sie schon den nächsten Umzug vor Augen haben? Welche Folgen hat der flexible Charakter für die biographische Identität?

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Literatur

  1. Coser, Lewis, 1976: The Social Functions of Conflict. New York: Free Press.Google Scholar
  2. Glißmann, Wilfried, 1999: Der Gewinn bin ich. Mehr Selbständigkeit, mehr Ausgrenzung. In: Wochenzeitung „Freitag”, Nr. 37, vom 10.9.1999.Google Scholar
  3. Sennett, Richard, 1994: Fleisch und Stein. Der Körper und die Stadt in der westlichen Zivilisation. Berlin 1995: Berlin Verlag.Google Scholar
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  5. Sennett, Richard, 1998b: Der neue Kapitalismus. In: Berliner Journal für Soziologie 8, 305–316.Google Scholar
  6. Sennett, Richard/ Jonathan Cobb, 1972: The Hidden Injuries of Class. New York: Knopf.Google Scholar

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2007

Authors and Affiliations

  • Thomas Brüsemeister
    • 1
  1. 1.Fern-UniversitätHagen

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