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Robert Michels, Zur Soziologie des Parteiwesens in der modernen Demokratie: Untersuchungen über die oligarchischen Tendenzen des Gruppenlebens, Leipzig 1911

(2. Überarb. Aufl., Leipzig/Stuttgart 1925; VA: 4. Aufl., hrsg. und eingeleitet von Frank R. Pfetsch, Stuttgart 1989)
  • Elmar Wiesendahl
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Auszug

Robert Michels klassisches Werk “Zur Soziologie des Parteiwesens“ steht am Anfang moderner, systematischer Parteienforschung. Der Verfasser war ein kosmopolitischer, vielgereister Gelehrter großbürgerlicher Herkunft, der 1876 in Köln geboren wurde und 1936 in Rom verstarb. Aus politischen Gründen an einer akademischen Karriere in Deutschland gehindert, verließ er 1907 das Land und wurde 1913 italienischer Staatsbürger. Zunächst ab 1907 in Turin, dann auch in Basel lehrend, ließ er sich 1928 als glühender Anhänger Benito Mussolinis eine Professur an der faschistischen Hochschule in Perugia andienen. Diese vielfach problematisierte faschistische Wende Michels (siehe dazu u.a. Röhrich 1992) muss aber losgelöst von der Entstehung seiner Parteiensoziologie betrachtet werden, zumal er in den Jahren der Materialsammlung und Niederschrift des Werkes noch einer syndikalistischradikaldemokratischen Gesinnung anhing. Den italienischen Faschisten trat er 1923 bei. Dies deutete sich im Vorwort zur 2. Auflage seiner Parteiensoziologie von 1925 zwar an, hinterließ im nur partiell veränderten und ergänzten Buchtext aber keine nennenswerten Spuren.

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Literatur

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2007

Authors and Affiliations

  • Elmar Wiesendahl
    • 1
  1. 1.Universität der Bundeswehr MünchenDeutschland

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