Chapter

Wahlsysteme und Wahltypen

pp 194-216

Der lange Arm des Autoritarismus. Wahlen und Regierbarkeit in Taiwan und Südkorea

  • Christian Göbel

* Final gross prices may vary according to local VAT.

Get Access

Auszug

Das vorliegende Kapitel untersucht das Zusammenspiel von Wahlen und Regierbarkeit in der Republik China auf Taiwan (fortan: Taiwan) und Südkorea (fortan: Korea) seit Ende des zweiten Weltkrieges. Es liefert eine historisch-genetische Analyse des wechselseitigen Zusammenhangs zwischen den Regeln des Wahlprozesses auf der einen und den politischen Strategien gesellschaftlicher und politischer Akteure auf der anderen Seite. Zunächst wird dargestellt, wie Wahlen in beiden Ländern während der autoritären Ära von den Machthabern instrumentalisiert wurden, um die Bevölkerung zu kontrollieren, und welche Auswirkungen das jeweils für die Beziehung zwischen Regierenden und Regierten hatte. Insbesondere ist von Interesse, welche Rolle die Mechanismen der Wahlmanipulation für den Systemwechsel spielten. Der darauf folgende Abschnitt widmet sich umgekehrt der Frage, welchen Einfluss der Systemwechsel auf Wahlen in beiden Fällen hatte. Hat sich mit der Demokratisierung die Rolle von Wahlen „über Nacht“ geändert, oder gibt es Elemente der Kontinuität mit dem autoritären Regime? Schließlich wird der Zusammenhang zwischen Wahlen und Regier barkeit in der Gegenwart der beiden Länder beleuchtet.