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Zurück in die Zukunft? Vorwärts in die Vergangenheit? Zum Reflexionsbedarf der Kinder- und Jugendarbeit in schwieriger Zeit

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Auszug

Erkundungen über die aktuelle Situation der Kinder- und Jugendarbeit erzeugen derzeit ein wenig optimistisches Bild. Auf vielen Ebenen steht das Arbeitsfeld unter verschärftem Legitimationsdruck, der sich am augenfälligsten in mitunter existenzbedrohenden finanziellen Kürzungen und Einsparungen manifestiert. Erweitert man den Blick, so wird deutlich, dass die spezifische Lage der Kinder- und Jugendarbeit eingespannt ist in ein komplexes Netz sich wechselseitig beeinflussender Wirkungsfaktoren, die allesamt unter dem Etikett der (Post-)Modernisierung firmieren. Etliche der bislang haltenden, steuernden und orientierenden gesellschaftlichen Strukturen und Leitbilder werden im Rahmen einer bislang unbekannten Kontingenzexplosion unwiderruflich aufgerieben (vgl. Beck/Lau 2004). Das Projekt der Moderne befindet sich offenkundig in einem fundamentalen Umbruch, der mit Verlusten ihrer Versprechungen und Basisannahmen sowie mit dem vielfach propagierten Abschied von bisherigen Gestaltungsansprüchen einhergeht. Inmitten des Anwachsens von Flüchtigkeit, Flexibilität, Ent-Traditionalisierung, politischen Steuerungsdefiziten und dem Schwinden von ordnenden Zusammenhangen wird dann auch die „Crise des Sozialstaats“ verortet, in deren Rahmen sich eine zunehmend „erschöpfte“ Soziale Arbeit um Positionierungen bemüht (vgl. Lutz 2005; Böllert 2005).

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Literatur

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2006

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