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Identität und Habitus

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Part of the Einführungskurs Soziologie book series (2809)

Zusammenfassung

Die Begriffe Identität und Habitus bezeichnen Verhaltensdispositionen, die Menschen im Verlauf ihres Lebens entwickeln. Individuen statten sich selbst mit bestimmten sozialen Merkmalen aus und ordnen sich sozialen Gruppen zu. Auch werden sie von anderen zugeordnet und sozial typisiert; beispielsweise als Männer oder Frauen, Kopfarbeiter oder Handarbeiter, Fußballfans oder Golfspieler. Diese Zuordnungen werden in Verhaltensstilen, Denkweisen, Kleidung, Gestik und Mimik wie auch durch Sprache zum Ausdruck gebracht. Sie werden in Form von zum Beispiel Konkurrenz oder Solidarität, von Geist und Körper, Männlichkeit und Weiblichkeit, Ästhetik und Lebensstilen ausgebildet. Typen und Besonderheiten von Menschen in bestimmten Gesellschaften zu einer bestimmten Zeit werden als Identität und als Habitus sichtbar. Die Begriffe sind einem Wandel der Bewertungen unterworfen, keinesfalls statisch oder gleichbleibend und variieren historisch wie auch kulturell.

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Informationsteil

1. Kommentierte Literatur zur Einführung und zur Vertiefung

  • Bourdieu, Pierre, 1996: Habitus, illusio und Rationalität, in: ders./Wacquant, Loic J.D.: Reflexive Anthropologie, Frankfurt/M., S. 147–175 (Réponses pour une anthropologie réflexive, Paris 1992 ). In diesem in Interviewform gehaltenen Beitrag fasst Bourdieu seine Überlegungen zum Habitus-Begriff zusammen. Er begründet, was ihn veranlasste, den „Habitus“ als „generatives und vereinheitlichendes Prinzip”, als ein System von Disposition wie auch als „sozialisierte Subjektivität“ zu konzipieren. Hier weist er auch den Vorwurf des Deterministischen im Begriff des Habitus zurück.

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  • Elias, Norbert, 1987: Die Gesellschaft der Individuen, herausgegeben von Michael Schröter, Frankfurt/M. bearbeitet die Frage nach dem wechselseitigen Zusammenhang von „Individuum“ und „Gesellschaft”. Elias kritisiert die begriffliche Trennung von „Individuum“ und „Gesellschaft”, die suggeriert, es handele sich hier um zwei verschiedene, von einander trennbare Gegenstände. Mit Hilfe von Begriffen wie „Habitus“, „soziale Persönlichkeitsstruktur” und „Ich-Wir-Identität“ veranschaulicht Elias seine Vorstellung von der gesellschaftlichen Bindung der individuellen Aktivitäten.

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  • Erikson, Erik H., 1966: Identität und Lebenszyklus, Frankfurt/M. (Identity and the life cycle, New York 1959) ist ein vieldiskutierter Klassiker der Identitätsforschung. Hier begründet Erikson seine Vorstellung von der „Ich-Identität“ als Synthese- und Integrationsleistung von Einzelpersonen. Die Möglichkeiten von Individuen, unterschiedliche Ansprüche zwischen gesellschaftlich vermittelten Normen und Idealen und leibgebundenen Wünschen und Sinnesregungen zu einer Gestalt zusammenzubringen, stehen im Mittelpunkt der Ausftihrungen und Problematisierungen. Erikson typisiert die Identitätsentwicklung, ihre Abläufe und Ausdifferenzierungen als Entwicklungsstufen im Prozess des Lebenslaufs.

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  • Giddens, Anthony, 1991: Modernity and Self Identity. Self and Society in Late Modern Age, Stanford beschreibt den Prozess des Erwerbs von Identitäten am Ende des 20. Jahrhunderts. Nach Giddens muss Identität heute als ein reflexives Projekt begriffen werden. Da die Wissensbestände der herkömmlichen Institutionen, die eine soziale Zugehörigkeit bislang garantierten, einem chronischen Revisionsbedarf unterliegen, muss die Einzelperson ihre Identität nun selbst herstellen. Zur Erweiterung des eigenen Selbstverständnisses und der Biografie werden Lebensstile gewählt, Informationen ausgewertet und soziale Beziehungen herangezogen. Individuen heute, so lautet Giddens’ These, sind sich der Aufgabe, eine befriedigende Identität zu konstruieren, bewusst und betreiben dieses „Projekt“ deshalb systematisch.

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  • Keupp, Heiner/Höfer, Renate (Hg.), 1997: Identitätsarbeit heute. Klassische und aktuelle Perspektiven der Identitätsforschung. Frankfurt/M. ist ein Sammel-band verschiedener Aufsätze, der die Bandbreite der Identitätsforschung veranschaulicht. Neben philosophischen Grundlagen und dem Bezug auf klassische Theorietraditionen werden anhand ausgewählter Themen die Prozesse der alltäglichen Herstellung von Identitäten verdeutlicht. Die sozio-kulturell veränderten Bedingungen für die Bildung von Identitäten werden kritisch reflektiert und die Frage aufgeworfen, ob angesichts von gesellschaftlichen Veränderungen und Dynamiken nicht vielmehr von „postmodernen Selbsten“ gesprochen werden sollte.

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  • Taylor, Charles, 1994: Quellen des Selbst. Die Entstehung der neuzeitlichen Identität, Frankfurt/M. (Sources of the self. The making of the modern identity, Cambridge 1989) ist ein monumentales Werk über die geschichtliche Entwicklung der Selbst-Bilder und Personen-Vorstellungen. Taylor beschreibt die zentralen Veränderungen des Denkens über die Person und leitet die Entstehung des Identitätsverständnisses im 16. und 17. Jahrhundert her, indem er die Trägergruppen, die wichtigsten gesellschaftlichen Veränderungen und die Veränderungen im Denken und in den Diskursen charakterisiert.

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2. Weiterführende Literatur. Wichtige Beiträge in Sammelbänden oder Handwörterbüchern

  • Bourdieu, Pierre, 1997: Die männliche Herrschaft, in: Krais, Beate/Dölling, Irene (Hg.): Ein alltägliches Spiel. Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Frankfurt/M., S.153–217 (La domination masculine, in: Actes de la Recherche en Sciences Socials 84, 1990, S. 1–25 )

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  • Bourdieu, Pierre, 1997: Zur Genese der Begriffe Habitus und Feld, in: ders.: Der Tote packt den Lebenden (Schriften zu Politik und Kultur 2, hg. von Margarete Steinrücke), Hamburg, S. 59–78

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  • Giesen, Bernhard, 1999: Identität und Versachlichung: unterschiedliche Theorieperspektiven auf kollektive Identität, in: Willems, Herbert/Hahn, Alois (Hg.): Identität und Moderne, Frankfurt/M., S. 389–402

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  • Hahn, Alois, 1987: Identität und Selbstthematisierung, in: ders./Kapp, Volker (Hg.): Selbstthematisierung und Selbstzeugnis: Bekenntnis und Geständnis, Frankfurt/M., S. 9–24

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  • Habermas, Jürgen, 1976: Moralentwicklung und Ich-Identität, in: ders.: Zur Rekonstruktion des Historischen Materialismus, Frankfurt/M., S. 63–91

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  • Hitzler, Ronald/Honer, Anne, 1995: Bastelexistenz. Über subjektive Konsequenzen der Individualisierung, in: Beck, Ulrich/Beck-Gernsheim, Elisabeth (Hg.): Riskante Freiheiten, Frankfurt/M., S. 307–315

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  • Joas, Hans, 1994: Kreativität und Autonomie. Die soziologische Identitätskonzeption und ihre postmoderne Herausforderung, in: Görck, Christoph (Hg.): Gesellschaft im Übergang. Perspektiven kritischer Soziologie, Darmstadt, S. 109–119

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  • Straub, Jürgen, 1991: Identitätstheorie im Übergang? Über Identitätsforschung, den Begriff der Identität und die zunehmende Beachtung des Nicht-Identischen in subjekttheoretischen Diskursen, in: Sozialwissenschaftliche Literaturrundschau 23, S. 49–71

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  • Weeks, Jeffrey, 1995: Sexualität, Subversion und Bürgerpartizipation, in: Zeitschrift für Sexualforschung 8, S. 222–240

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3. Zitierte Literatur (falls nicht unter 1. oder 2. bereits genannt)

  • Berger, Peter L./Luckmann, Thomas, 1969: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit, Frankfurt/M.

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  • Bilden, Helga, 1997: Das Individuum — ein dynamisches System vielfältiger TeilSelbste. Zur Pluralität in Individuum und Gesellschaft, in: Keupp, Heiner/Höfer, Renate (Hg.): Identitätsarbeit heute. Klassische und aktuelle Perspektiven der Identitätsforschung, Frankfurt/M., S. 227–250

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  • Bourdieu, Pierre, 1987: Sozialer Sinn. Kritik der theoretischen Vernunft. Frankfurt/M. ( Le sens pratique, Paris 1980 )

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  • Elias, Norbert, 1976: Über den Prozess der Zivilisation. Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen, Bd. 2.: Wandlungen der Gesellschaft Entwurf zu einer Theorie der Zivilisation, Frankfurt, Neuauflage 1998

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  • Gehlen, Arnold, 1963: Studien zur Anthropologie und Soziologie, Neuwied

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  • Gehlen, Arnold, 1957: Die Seele im technischen Zeitalter. Sozialpsychologische Probleme der industriellen Gesellschaft, Hamburg

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  • Giesen, Bernhard, 1998: Kollektive Identität, Frankfurt/M.

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  • Goffman, Erving, 1967: Stigma. Über Techniken der Bewältigung beschädigter Identität, Frankfurt/M. (Stigma. Notes on the Mangement of Spoiled Identity, New York 1963 )

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  • Guttandin, Friedhelm/Kamper, Dietmar, 1991: Selbstkontrolle. Dokumente zur Geschichte einer Obsession, Berlin

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  • Keupp, Heiner/Bilden, Helga, 1989: Verunsicherungen. Das Subjekt im gesellschaftlichen Wandel, Göttingen

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  • Maffesoli, Michel, 1988: Jeux de Masques: Postmodern Tribalism, in: Design Issues, Vol IV, Numbers 1&2 Special Issue, S. 141–151

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  • Mead, George Herbert, 1968: Geist, Identität und Gesellschaft, Frankfurt/M. ( Mind, self, and society from the standpoint of a social behaviourist, Chicago 1950 )

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  • Miller, Max, 1989: Systemisch verzerrte Legitimationsdiskurse. Einige kritische Überlegungen zu Bourdieus Habitustheorie, in: Eder, Klaus (Hg.): Klassenlage, Lebensstil und kulturelle Praxis. Theoretische und empirische Beiträge zur Auseinandersetzung mit Pierre Bourdieus Klassentheorie, Frankfurt/M., S. 191–219

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  • Riesman, David, 1958: Die einsame Masse, Reinbek (The lonely crowd. A study of the changing American character, New Haven 1952 )

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  • Rousseau, Jean-Jacques, 1983: Emile Oder Über die Erziehung, Opladen (zuerst 1762 )

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  • Soeffner, Hans-Georg, 1992: Die Ordnung der Rituale. Die Auslegung des Alltags 2, Frankfurt/M.

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© 2006 VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden

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Liebsch, K. (2006). Identität und Habitus. In: Korte, H., Schäfers, B. (eds) Einführung in Hauptbegriffe der Soziologie. Einführungskurs Soziologie. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-531-90032-2_4

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