Zygmunt Bauman pp 403-421 | Cite as

Von Fremden und Überflüssigen. Baumans Theorie der Ausgrenzung

Chapter

Zusammenfassung

Exklusion gehört nicht nur zu den key words des aktuellen soziologischen Diskurses, sondern stößt auch in der Öffentlichkeit auf breite Resonanz. Ob angesichts der Migration afrikanischer Flüchtlinge in das „gelobte Land“ Europa, ob angesichts der gewalttätigen Ausschreitungen in den Banlieus Frankreichs oder der hiesigen Diskussion um Hartz-IV: Immer wieder, in fast schon inflationärer Weise, ist von der Exklusion und den Exkludierten, von den Überzähligen, Überflüssigen oder Entbehrlichen die Rede. Ob bei Ulrich Beck, Pierre Bourdieu oder Ralf Dahrendorf, ob bei Anthony Giddens, Niklas Luhmann oder Richard Sennett: Exklusion steht für einen Ausschluss aus einer Gesellschaft, die eine wachsende Anzahl von Menschen als überflüssig ansieht. Ein zunehmender Anteil der Bevölkerung macht demnach die Erfahrung, dass es auf sie nicht mehr ankommt, dass auf ihre Beiträge für die Gesellschaft verzichtet werden kann – und dies nicht nur vorübergehend, sondern mehr und mehr dauerhaft.

Literatur

  1. Agamben, G. (2002). Homo sacer. Die souveräne Macht und das nackte Leben. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  2. Bauman, Z. (1994a). Das Jahrhundert der Lager. Die Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, 41(1), 28–37.Google Scholar
  3. Bauman, Z. (1995a). Moderne und Ambivalenz. Das Ende der Eindeutigkeit. Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch Varlag.Google Scholar
  4. Bauman, Z. (1995b). Ansichten der Postmoderne. Hamburg: Argument VerlagGoogle Scholar
  5. Bauman, Z. (1995c). Postmoderne Ethik. Hamburg: Humburger EditionGoogle Scholar
  6. Bauman, Z. (1995d). Große Gärten, kleine Gärten. Allosemitismus: Vormodern, Modern, Postmodern. In M. Werz (Hrsg.), Antisemitismus und Gesellschaft. Zur Diskussion um Auschwitz, Kulturindustrie und Gewalt (S. 44–61). Frankfurt a. M.: Verlag Neue Kritik.Google Scholar
  7. Bauman, Z. (1996). Gewalt – modern und postmodern. In M. Max & H.-G. Soeffner (Hrsg.), Modernität und Barbarei. Soziologische Zeitdiagnosen am Ende des 20. Jahrhunderts (S. 36–67). Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  8. Bauman, Z. (1997a). Flaneure, Spieler und Touristen. Essays zu postmodernen Lebensformen. Hamburg: Humburger Edition.Google Scholar
  9. Bauman, Z. (1997b). Postmoderne als Chance der Moderne. Gespräch mit Zygmunt Bauman. In T. M. Bardmann (Hrsg.), Zirkuläre Positionen. Konstruktivismus als praktische Theorie (S. 121–128). Opladen: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  10. Bauman, Z. (1997c). Die Armen – unnütz, unerwünscht, im Stich gelassen. http://www.widersprueche-zeitschrift.de/article764.html?print=1. Accessed 16 Feb 2006.
  11. Bauman, Z. (1997d). Schwache Staaten. Globalisierung und die Spaltung der Weltgesellschaft. In U. Beck (Hrsg.), Kinder der Freiheit (S. 315–332). Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  12. Bauman, Z. (1999). Unbehagen in der Postmoderne. Hamburg: Hamburger Edition.Google Scholar
  13. Bauman, Z. (2000a). Krise der Politik. Fluch und Chance einer neuen Öffentlichkeit. Hamburg: Hamburger Edition.Google Scholar
  14. Bauman, Z. (2000b). Vom Nutzen der Soziologie. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  15. Bauman, Z. (2000c). Völlig losgelöst. In Jahrbuch Arbeit (S. 23–37). Stuttgart.Google Scholar
  16. Bauman, Z. (2001). The individualized society. Cambridge: Polity Press.Google Scholar
  17. Bauman, Z. (2002). Dialektik der Ordnung. Die Moderne und der Holocaust. Hamburg: Europäische Verlagsanstalt/Sabine Groenewold Verlage.Google Scholar
  18. Bauman, Z. (2003). Flüchtige Moderne. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  19. Bauman, Z. (2004). The great seperation mark two or politics in the globalising and individualising society. In A. Nassehi & M. Schroer (Hrsg.), Der Begriff des Politischen (Bd. 14, S. 17–44). Baden-Baden: Nomos. (Soziale Welt Sonderband).Google Scholar
  20. Bauman, Z. (2005a). Verworfenes Leben. Die Ausgegrenzten der Moderne. Hamburg: Hamburger Edition.Google Scholar
  21. Bauman, Z. (2005b). Politische Körper und Staatskörper in der flüssig-modernen Konsumentengesellschaft. In M. Schroer (Hrsg.), Soziologie des Körpers (S. 189–213). Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  22. Beck, U. (1986). Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  23. Bonacker, T. (2002). Ambivalenzen der Post-Modernisierung: Zygmunt Bauman. In C. Stark & C. Lahusen (Hrsg.), Theorien der Gesellschaft. Einführung in zentrale Paradigmen der soziologischen Gegenwartsanalyse (S. 289–317). München: Oldenbourg Verlag.Google Scholar
  24. Foucault, M. (1976). Mikrophysik der Macht. Michel Foucault über Strafjustiz, Psychiatrie und Medizin. Berlin: Merve.Google Scholar
  25. Giddens, A. (1999). Der dritte Weg. Die Erneuerung der sozialen Demokratie. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  26. Junge, M. (2002). Ambivalenz: eine Schlüsselkategorie der Soziologie von Zygmunt Bauman. In M. Junge & T. Kron (Hrsg.), Zygmunt Bauman. Soziologie zwischen Postmoderne und Ethik (S. 81–101). Opladen: Springer.Google Scholar
  27. Junge, M., & Kron, T. (Hrsg.). (2002). Zygmunt Bauman. Soziologie zwischen Postmoderne und Ethik. Opladen: Springer.Google Scholar
  28. Kron, T. (2000). Postmoderne Ethik und Individualisierung. In T. Kron (Hrsg.), Individualisierung und soziologische Theorie (S. 219–239). Opladen: Leske + Budrich.CrossRefGoogle Scholar
  29. Luhmann, N. (1995). Inklusion und Exklusion. In N. Luhmann (Hrsg.), Soziologische Aufklärung. Bd. 6: Die Soziologie und der Mensch (S. 237–264). Opladen: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  30. Schroer, M. (1994). Soziologie und Zeitdiagnose: Moderne oder Postmoderne? In G. Kneer, K. Kraemer, & A. Nassehi (Hrsg.), Soziologie. Zugänge zur Gesellschaft (S. 225–246). Frankfurt a. M.Google Scholar
  31. Schroer, M. (1997). Fremde, wenn wir uns begegnen. Von der Universalisierung und der Sehnsucht nach Gemeinschaft. In A. Nassehi (Hrsg.), Nation, Ethnie, Minderheit. Beiträge zur Aktualität ethnischer Konflikte (S. 15–39). Köln: Böhlau, K.Google Scholar
  32. Schroer, M. (2001). Die im Dunkeln sieht man doch. Inklusion/Exklusion und die Entdeckung der „Überflüssigen“. Mittelweg 36, 10(5), 33–46.Google Scholar
  33. Schroer, M. (2006a). Räume, Orte, Grenzen. Auf dem Weg zu einer Soziologie des Raums. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag.Google Scholar
  34. Schroer, M. (2006b). Selbstthematisierung: Von der (Er-)Findung des Selbst und der Suche nach Aufmerksamkeit. In G. Burkart (Hrsg.), Ausweitung der Bekenntniskultur (S. 41–72). Wiesbaden: Springer.CrossRefGoogle Scholar
  35. Sennett, R. (2005). Die Kultur des neuen Kapitalismus. Berlin: BV Berlin verlag.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2014

Authors and Affiliations

  1. 1.Universität MarburgMarburgDeutschland

Personalised recommendations