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Der Preis des Erfolgs. Skizzen zur Psychologie des Vermögens und des Geldes

  • Tarek el Sehity
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Zusammenfassung

In diesem Beitrag werden die Interviews mit den 15 Hochvermögenden der vorliegenden Studie im Sinne von Expertengesprächen ausgewertet. Der Fokus der Auswertung liegt auf der Entwicklung einer vermögenspsychologischen Theorie, in der die spezifischen sozial-kognitiven wie auch affektiven Eigenheiten erfasst werden sollen, die ein Leben im ökonomischen Ressourcenreichtum auszeichnen. Ausgehend vom aktuellen zeitgeschichtlichen Kontext der Finanzkrise wird deutlich, dass die Befragten sich gegenüber einer Finanzelite abgrenzen wollen und akute Sorge um die zukünftige Stabilität des Gesellschaftssystems haben. Ein komplexes von der Psychologie des Geldes durchzogenes Grundprofil zeichnet sich ab, in dem affektiv die Furcht vor dem Neid der anderen hervortritt: Zwei Drittel der Befragten nennen den Neid der anderen als ihre vermögensbedingte größte Sorge. Der Neid beziehungsweise die Sorge vor dem Neid der anderen erweist sich als Emotion, die aufgrund ihrer kognitiven Architektur in Geldnähe gehäuft auftritt. Eine detaillierte Analyse des Neidgefühls zeigt darüber hinaus, dass seine Ursache weniger im Begehren fremden Besitzes liegt als in einem genuinen Unvermögen. Tatsächlich erschließt sich in der Psychologie des Neides eine komplementäre Perspektive auf das vermögenspsychologische Phänomen des Eigenvermögens.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2012

Authors and Affiliations

  1. 1.Consiglio Nazionale delle Ricerche (CNR)Institute of Cognitive Sciences and Technologies (ISTC,)RomItalien

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