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Umstände: die Medienentwicklung im Überblick

  • Michael Jäckel

Zusammenfassung

Wer von der Evolution der Kommunikation spricht, verbindet damit unter anderem die Vorstellung, dass jede Erweiterung eines Mediums neue Über- und Vermittlungsmöglichkeiten schafft, aber auch eine Erweiterung des Empfängerkreises der Kommunikation bedeuten kann. Luhmann hat diesen Sachverhalt mit dem Begriff ‚Verbreitungsmedien‘ beschrieben. Je mehr sich diese Verbreitungsmedien von Orten und Personen lösen, desto unabhängiger wird die jeweilige Kommunikation „von der Anwesenheit dessen, der sie mitteilt.“ (Luhmann 1997, S. 314) Zugleich reduziert eine systematische Erweiterung der räumlichen Dimension von Kommunikation die Wahrscheinlichkeit von Zufällen. Die Nutzung mittelalterlicher Manuskripte illustriert dies: „Noch im Mittelalter war […] die semantische Evolution entscheidend davon abhängig, in welchen Bibliotheken welche Manuskripte aufbewahrt wurden und welche Zufälle Leser, die dadurch zu Ideen angeregt wurden, an die seltenen Manuskripte heranführten. Hier spielt […] der Körper von Individuen und damit ihr Aufenthalt an bestimmten Orten eine wichtige Rolle. Das ändert sich nach und nach mit der Verbreitung gedruckter Schriften.“ (Luhmann 1997, S. 314) Letztere beschleunigen gesellschaftliche Veränderungen und die Diffusion von Informationen2. Damit einher geht die Entstehung von Öffentlichkeit, die von diesen Öffnungen profitiert. Sobald die Kontrolle über den Zugang zu Informationen entfällt, ist der Empfängerkreis nicht eindeutig bestimmbar. Unter Rückgriff auf die Lasswell-Formel sind es hier die Umstände, die sich verändern.

Leseempfehlungen

  1. Fang, Irving (1997): A History of Mass Communication: Six Information Revolutions. Boston usw.Google Scholar
  2. Flichy, Patrice (1994): Tele. Geschichte der modernen Kommunikation. [Aus d. Franz.]. Frankfurt am Main u. a.Google Scholar
  3. Prokop, Dieter (1995): Medien-Macht und Massen-Wirkung. Ein geschichtlicher Überblick. Freiburg im Breisgau.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2012

Authors and Affiliations

  • Michael Jäckel
    • 1
  1. 1.Universität TrierTrierDeutschland

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