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Steigende Ungleichheit unter Aussiedlern und Spätaussiedlern im Alter

  • Jochen Baumann
  • Tatjana Mika
Part of the Alter(n) und Gesellschaft book series (AUGES, volume 22)

Zusammenfassung

Aussiedlerinnen und Aussiedler bilden eine große Zuwanderergruppe in Deutschland. Noch in den 1990er Jahren galten sie als jünger als der Bevölkerungsdurchschnitt, als besser qualifiziert als alle anderen Migrantengruppen und als sehr gut integriert (Dietz 2007; Heinelt & Lohrmann 1992; Münz et al. 1999; Ronge 1997). Weil bei ihnen, im Unterschied zu anderen Zuwanderungsgruppen, Personen aller Altersgruppen nach Deutschland zuziehen durften, kamen allerdings viele auch im mittleren und höheren Alter nach Deutschland. Der Zuzug war besonders stark während und nach den politischen Umbrüchen in Mittel- und Ost europa um 1990. Der niedrige Altersdurchschnitt und der historisch späte Zuwanderungszeitpunkt sollten daher nicht zu der Annahme führen, dass erst wenige ältere (Spät-)Aussiedlerinnen und -Aussiedler in Deutschland leben. Tatsächlich ist die demografische Struktur dieser Gruppe der einheimischen deutschen Bevölkerung sehr ähnlich.

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Online-Quellen

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Authors and Affiliations

  • Jochen Baumann
  • Tatjana Mika

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