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Journalismus als kulturelle Praxis

  • Johannes RaabeEmail author
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Zusammenfassung

Praxistheoretische Journalismusforschung interessiert sich für die geregelten Praktiken, deren immer wieder aufs Neue erfolgende Ausführung an verschiedenen Orten und über die Zeit Journalismus zu einem eigenständigen Zusammenhang der Gesellschaft macht, seine sinnhafte Ordnung aufrechterhält und ihm relative Stabilität verleiht. Erst innerhalb dieser überindividuellen Praktiken wird das Tun der Beteiligten zu sinnhaftem Handeln, mit dem die Strukturen des Journalismus reproduziert, aber auch transformiert werden. Das gilt für Praktiken der Redaktionsorganisation und der journalistischen Produktion wie für Rezeptionspraktiken journalistischer Angebote. Journalisten interessieren dann als Ausführende der weitgehend routinisierten Praktiken; ihr nicht voll explizierbares praktisches Wissen (knowing how) begründet ihre Praxiskompetenz, und ihr sinnhaftes Verstehen und unerlässliches Deuten macht den Vollzug der überindividuellen Praktiken zur kulturellen Praxis. Journalismus ändert sich, wenn sich die infrage stehenden Praktiken wandeln.

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Authors and Affiliations

  1. 1.BambergDeutschland

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