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Journalismus als Wirklichkeitskonstruktion

  • Bernhard PörksenEmail author
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Zusammenfassung

Es ist die zentrale Annahme aller konstruktivistischen Ansätze, dass wir im Erkennen Befangene sind, dass der Zugriff auf eine absolute Wahrheit unmöglich ist, unmöglich sein muss. In diesem Beitrag werden – ausgehend von Vorläufern und zentralen Bezugstheorien der Philosophiegeschichte – die unterschiedlichen Theoriestränge des Konstruktivismus beschrieben, die aus den Naturwissenschaften, den Geistes- und den Sozialwissenschaften stammen. Es folgt eine Darstellung der Debatte in der Journalistik und Kommunikationswissenschaft, die – zunächst in äußerst robuster Form – über den Konstruktivismus geführt wurde. Inzwischen sind konstruktivistische überlegungen jedoch Teil der Normalwissenschaft der Disziplin.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Universität Tübingen, Institut für MedienwissenschaftTübingenDeutschland

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