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Journalismus als Beschreibungsproduzent – aus nondualistischer Sicht

  • Stefan WeberEmail author
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Zusammenfassung

„Nondualismus“ ist die griffigere Bezeichnung für die sogenannte „Nicht-dualisierende Redeweise“, die der österreichische Philosoph Josef Mitterer entwickelt hat (vgl. grundlegend 1992 bzw. die Neuauflage 2011a). Leitidee ist, dass die Unterscheidung zwischen Sprache und Wirklichkeit, zwischen Beschreibungen und ‚Substanz‘ bzw. ‚Materie‘, auf die sich unsere Beschreibungen beziehen, eine strikt sprachinterne ist, die ‚Welt‘ daher von der Sprache aus zu denken sei. Für die Medienforschung und insbesondere die Journalistik hieße dies, dass auf den Wirklichkeitsbezug der Medien bzw. des Journalismus auf eine beschreibungsunabhängige oder kategorial beschreibungsverschiedene Wirklichkeit verzichtet wird. Stattdessen rückt ein fortwährendes Weitergehen auf neue Beschreibungen auf Basis der bisherigen in den Vordergrund (‚Wandel statt Wahrheit‘).

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Authors and Affiliations

  1. 1.Medienwissenschaftler und PublizistDresdenDeutschland

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