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Despotismus und Aufklärung

  • Ernst Marquardt
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Zusammenfassung

Karl Eugen von Württemberg, der älteste Sohn Karl Alexanders und sein Nachfolger, war beim Tode seines Vaters neun Jahre alt, er lebte fündundsechzig Jahre, davon fast fünfzig als regierender Herzog. Daß er überdurchschnittlich begabt war, bestätigen für seine Jugend Friedrich der Große, Goethe für sein Alter. Schiller äußerte, als er den Leichenzug Karl Eugens unter den Fenstern seiner Wohnung in Ludwigsburg vorüberziehen sah, mit Tränen in den Augen: „Ach Gott, nun ist er auch dahin — ich habe ihm doch auch vieles zu danken.‟ So erzählt seine Schwester Christophine; Schillers Freund und Altersgenosse, der Ludwigsburger Arzt Friedrich Wilhelm von Hoven, überliefert den Ausspruch des Dichters: „Da ruht er also (dies waren seine eigenen Worte), dieser rastlos tätig gewesene Mann! Er hatte große Fehler als Regent, größere als Mensch; aber die ersteren wurden von seinen großen Eigenschaften weit überwogen, und das Andenken an die letzteren muß mit dem Tod begraben werden.‟ Aus Schiller, der in seiner Jugend von Karl Eugen gefördert wurde, aber auch viel von ihm zu leiden hatte, sprach die ethische Haltung des Humanisten: von Toten soll man nur das Gute berichten; der Historiker aber möchte wissen, wie diese Toten waren. Worin bestanden Karl Eugens große Fehler als Regent und Mensch, und was waren seine großen Eigenschaften?

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1961

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  • Ernst Marquardt

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