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Theatergeschichtliche Stellung

  • Bert Nagel
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Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Obwohl die Stellung Hrotsvits in der Theatergeschichte bis heute ungeklärt geblieben ist, besteht doch daran kein Zweifel, daß ihre eigentliche Leistung und Bedeutung im Bereiche des Dramas liegen. In zahlreichen Zügen bezeugt sich ihre dramatische Begabung, ja ein genuin dramatischer Gestaltungsimpuls. Sie hat „einen Blick für das Bühnengemäße, für dankbare schauspielerische Aufgaben“ (Scherer I, S. 74). Butler (S. 14) nennt sie „a playwright who created intuitively for an audience“. Selbst historische Berichte (›Gesta‹ und ›Primordia‹) gestaltet sie mit Vorzug in lebendig geschauten Szenen, reiht also nicht einfach die Fakten aneinander, sondern läßt die Personen ‚auftreten‘, d.h. redend und handelnd sich selber vorführen. Wenn z.B. Herzog Ludolf den Papst Sergius um Reliquien für das geplante Gandersheimer Stift bittet, so wird das in ihrer Darstellung zu einem bühnenhaft vergegenwärtigten Auftritt: der Papst auf seinem Thron, umgeben von seinem geistlichen Hofstaat und den Römern; ihm gegenüber das sächsische Herzogspaar solcher Pracht etwas ungewohnt und staunend, aber voll adeligem Selbstbewußtsein in Rede und Gestus ; das Ganze wesentlich als Dialog gestaltet.

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Literatur:

  1. Bertold Brecht: Vetgnügungstheater oder Lehrtheater? 1957 (Schriften zum Theater, Bibliothek Suhrkamp Bd 41.)Google Scholar
  2. Philarète Chasles: Le Moyen Age, Paris 1876Google Scholar
  3. Heinz Haffter : Hrotsvit von Gandersheim und ihr Drama. In : Der Landbote (Sonntagspost) vom 26. 4. 1952: Einführung zur Aufführung des »Dulcitius« in Winterthur.Google Scholar
  4. Allardyce Nicoll: II. Masks, Mimes, and Miracles, New York 1931. Von den früher zitierten Werken handeln eingehend über diese Frage Butler, Hunningher, St. John, Magnin, Nagel, Piltz, Reich I und II, Von Winterfeld III und Zeydel VI.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1965

Authors and Affiliations

  • Bert Nagel

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