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Masse und Medien im Mordfall Hanika

Hermann Ungars Falldarstellung im Kontext der Reihe Außenseiter der Gesellschaft

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Part of the Kriminalität in Literatur und Medien book series (KLM,volume 1)

Zusammenfassung

Der Beitrag behandelt Hermann Ungars Kriminalfallbericht Die Ermordung des Hauptmanns Hanika. Tragödie einer Ehe, der 1925 als letzter Teil der Reihe „Außenseiter der Gesellschaft. Verbrechen der Gegenwart“ erschienen ist. Ungars Darstellung folgt der These, dass der Einfluss der ‚öffentlichen Meinung‘ für den Prozessverlauf entscheidend ist, die den Mord nicht als Einzelfall, sondern als zeittypisches Resultat einer Nachkriegsehe rezipiert und die Angeklagte als ‚Ehebrecherin‘ zum Tode verurteilt sehen will. Ungars Darstellung fokussiert dabei massenpsychologische wie massenmediale Aspekte und verfolgt ferner auf verschiedenen Ebenen des Falls Verfahren der Typisierung – diese sind sowohl für die ‚öffentliche Meinung‘, die von Ungar rezipierten soziologischen Theorien, den Prozessverlauf wie auch für die Schreibweise des Textes selbst kennzeichnend. Die Substitution psychologischer Individualisierung durch Typisierung markiert ferner die Differenz von Ungars Text zur Fallgeschichte in der Pitavaltradition. Nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch die ProtagonistInnen des Falls werden im Hinblick auf ihre durch populäre Medien geprägte Weltsicht charakterisiert. Die Konzentration auf mediale Bedingungen gerichtlicher Verfahren wird als eine Konstante der Reihe „Außenseiter der Gesellschaft“ identifiziert und abschließend auch an anderen Texten der Reihe – etwa dem von Yvan Goll – exemplarisch aufgezeigt.

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Notes

  1. 1.

    Wegen der besseren Verfügbarkeit wird der Text im Folgenden nach dem zweiten Band der dreibändigen, von Dieter Sudhoff herausgegebenen Werkausgabe zitiert. Zitate werden im Folgenden mit Seitenangaben in nachgestellten Klammern nachgewiesen.

  2. 2.

    Konzentrieren werde ich mich dabei auf die Fälle, in denen weibliche Angeklagte im Fokus stehen und an das Geschlecht gebundene Bilder mobilisiert werden, wie Ehebrecherin, Giftmörderin, Ladenmädchen, Engelmacherin, Midinette oder der französische Nationalmythos Jean d’Arc; diesen Aspekt werde ich jedoch nicht systematisch entwickeln.

  3. 3.

    Die Geschichte eines Mordes erschien 1920 zusammen mit der Erzählung Ein Mann und eine Magd unter dem Titel Knaben und Mörder. Zwei Erzählungen als erste selbstständige Veröffentlichung Ungars.

  4. 4.

    Vgl. Schöning: Scham, Schuld. Schöning vertritt die These, dass es nicht allein die Darstellung von Gewalt, Sexualität und drastischen physischen Gebrechen ist, die die RezipientInnen bei Ungar verstört habe, sondern „dass er geradezu modellhafte Szenarien der Genese von Gewalt entwirft, aber jeden kollektiven Sinn verweigert und damit eine Art Diskurshygiene gegenüber der soziologischen Zeitdiagnostik praktiziert.“ Ebd., 158.

  5. 5.

    Diskutiert wurde u. a. die literaturhistorische Einordnung zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit sowie das Verhältnis Ungars zur Prager deutschen Literatur. Als Spezifikum der Texte Ungars gelten neben der thematischen Konzentration auf soziale Deklassierung, physische Versehrtheit und (sexualisierte) Gewalt das Fehlen einer bewertenden Außenperspektive sowie die Diskrepanz von motivischer Drastik, die an den Expressionismus erinnert, und stilistischer Nüchternheit. Vgl. u. a. Sudhoff: Hermann Ungar; Lehnen: Krüppel, Mörder und Psychopathen; Lahl: Das Individuum im transkulturellen Raum; Bucher: Repräsentation.

  6. 6.

    Vgl. Sudhoff, 298–301. Im Unterschied zu Deutschland erregte der Prozess in der Tschechoslowakei großes Aufsehen, so dass Ungars Prozessbericht im Februar und März 1926 in täglichen Fortsetzungen in der Brünner Zeitung Lidové noviny erschienen ist.

  7. 7.

    „Hilde Hanika mußte den grauenhaften Tod durch den Strang nicht erleiden. Der Präsident der Republik hat auf das Gnadengesuch der Hanika die über sie verhängte Todesstrafe in eine fünfzehnjährige schwere Kerkerstrafe verwandelt.“ (146) Hilde Hanika „starb 1926 im Frauengefängnis Repy bei Prag.“ (Ungar: Werke 2, Anhang, 238)

  8. 8.

    1925 initiiert Leonhard in Berlin auch die Gruppe 25, eine Vereinigung von 39 linksorientierten Künstlern und Schriftstellern. Die Autoren der Reihe sind zum Teil auch Mitglieder der Gruppe 25: Alfred Döblin, Arthur Holitscher, Egon Erwin Kisch, Eduard Trautner und Hermann Ungar. Vgl. Petersen: Die „Gruppe 1925“.

  9. 9.

    „Außenseiter der Gesellschaft. Die Verbrechen der Gegenwart“. In: Prager Presse, 8.2.1924, Nr. 38, 6.

  10. 10.

    Vgl. z. B. Egon Erwin Kischs Prager Pitaval (1931) oder Edmund Otto Ehrenfreunds Wiener Pitaval (1924).

  11. 11.

    Eine eindeutige Gattungszuordnung der Reihenbeiträge ist nicht nur deshalb schwierig, weil die Texte sehr heterogen sind, sondern auch weil sie als generische Hybride klassifiziert werden können. Vgl. Herzog: Writing Criminals.

  12. 12.

    Trautner: Der Mord, 13. Die hier angedeutete Verbindung von Kunst und Verbrechen ist auch im siebten Band der Reihe Der Fall Strauß von Karl Otten zentral.

  13. 13.

    Linder und Herzog haben auf die Doppeldeutigkeit der Formulierung „Verbrechen der Gegenwart“ hingewiesen und ausgeführt, dass die Gegenwart als Akteur betrachtet werden kann. Vgl. Herzog: Writing Criminals; Linder: Außenseiter.

  14. 14.

    Der Fall Angerstein gehört zu den spektakulären Prozessen der Weimarer Republik mit einem Höchstmaß an öffentlichem Interesse und medialer Verwertung. Vgl. Stiegler: Tat ohne Täter sowie dessen Beitrag in diesem Band.

  15. 15.

    Yvan Goll: Germaine Berton. Die rote Jungfrau (Bd. 5); Arthur Holitscher: Ravachol und die Pariser Anarchisten (Bd. 8); Leo Lania: Der Hitler-Ludendorff-Prozeß (Bd. 9); Kurt Kersten: Der Moskauer Prozeß gegen Sozialrevolutionäre 1922 (Bd. 12).

  16. 16.

    Egon Erwin Kisch: Der Fall des Generalstabchefs Redl (Bd. 2); Eduard Trautner: Der Mord am Polizeiagenten Blau (Bd. 3).

  17. 17.

    Thomas Schramek: Freiherr von Egloffstein (Bd. 11).

  18. 18.

    Nordeck: Außenseiter, 548 f.

  19. 19.

    Vgl. Jolles: Einfache Formen.

  20. 20.

    Ungar: Die Ermordung, 97.

  21. 21.

    Allerdings könnte man argumentieren, dass Ungar nicht von Kasus spricht, sondern von Chronik, einer Form, die per definitionem die Ereignisse nur chronologisch ordnet und somit anders als der Kasus keine Fragen hinsichtlich möglicher Normverletzungen, ungeklärter Details oder kausaler Beziehungen aufwirft. Die Tatsache aber, dass Ungar am Ende seines Textes darauf verweist, dass Teile der schriftlichen „Beichte“ (145) Hilde Hanikas, die sie erst in der Haft nach ihrer Verurteilung verfasst hat, in seinen Bericht über den Prozess eingeflossen sind, konterkariert die Bezeichnung ‚Chronik‘ von vornherein. In dieser Beichte habe Hilde Hanika zumindest ihr Wissen um den Mordplan eingestanden, vor allem aber die Initiative der Mutter betont, die sie in ihren Aussagen vor Gericht entlastet hatte. Dieser Perspektive folgt Ungar insofern, als auch seine Darstellung nahelegt, dass die Mutter vermutlich die treibende Kraft für den Mordplan war. Auch die gegen Ende des Textes dialogisch wiedergegebenen Auszüge aus der Verhandlung verweisen auf eine starke Selektion und auf die Intention, durch Wiedergabe von suggestiven Fragen und Aussagen zu Ungunsten der Angeklagten, die Voreingenommenheit des Gerichts zu unterstreichen.

  22. 22.

    Das Konzept „Instinkt der Massen“ wird z. B. bei Anton Pannekoek, Karl Kautsky, August Bebel oder Ernst Fischer diskutiert.

  23. 23.

    Döblin: Die beiden Freundinnen, 75. Im Berliner Programm bringt Döblin im Begriff des „Kinostils“ ausdrücklich die Überwindung einer als naiv betrachteten Psychologisierung mit den Verfahren des neuen Mediums Film in Verbindung.

  24. 24.

    Döblin: Die beiden Freundinnen, 73.

  25. 25.

    Siegfried Kracauer schreibt eine solche Perspektive in Das Ornament der Masse einer an überholten bürgerlichen Idealisierungen festhaltenden Kultur zu. Das Gegenstück zur Typisierung wäre die Überhöhung von Unglücksfällen als „Tragödie“, worauf Ungar im Untertitel „Tragödie einer Ehe“ anspielt.

  26. 26.

    Trautner: Der Mord, 7.

  27. 27.

    Joachim Linder argumentiert, dass die Texte zum einen in dieser Tradition stehen, dass diese aber hier auch an ihr Ende kommt, insofern als die Reihenbeiträge deutlich selbstreflexiver sind als ihre Vorgänger und die Voraussetzungen der Pitavaltradition selbst in Frage stellen. Linder: Außenseiter.

  28. 28.

    Herzog: Writing Criminals, 45.

  29. 29.

    Ebd.

  30. 30.

    Auch für die zeitgenössische soziologische Diskussion ist die Analyse öffentlicher Meinungsbildung hochaktuell, vgl. z. B. Ferdinand Tönnies, Karl Mannheim oder Gerhard Münzner. Münzner diskutiert ganz im Sinne Ungars die Frage, ob die öffentliche Meinung von der Presse „beeinflußt oder faktisch erzeugt wird“ oder ob nicht vielmehr die „öffentliche Meinung die primäre Erscheinung“ ist. Münzner: Öffentliche Meinung, 92. Münzner gesteht zwar zu, dass Kapital und Parteien die Presse zur Einflussnahme nutzen, die Mittel dazu sind „‚Suggestion‘ und Gebrauch der Schlagworte und halben Wahrheiten“ (ebd., 79), sie könnten die „Grundgesinnung einer Masse“ (ebd., 91) aber nicht verändern. Wirkungssteigerung erziele die Presse dadurch, dass sie sich dem Niveau und emotionalen Charakter der Masse anpasse, sie „appelliert an jene Art zu denken, die in der Masse als primär und vorherrschend angesehen werden muß: an gefühlsbetonte Assoziationen“ (ebd., 77). Auch Münzner kommt zu dem Fazit, dass die Presse „den im Volke herrschenden Gefühlen Ausdruck“ (ebd., 92) verleihe.

  31. 31.

    Ein Kontrastbeispiel einer Massenreaktion auf einen Gerichtsprozess liefern die Beschreibungen vom Brand des Wiener Justizpalasts 1927. Die Massenproteste richten sich gegen ein Geschworenengericht, das drei Mitglieder der extrem rechten Frontkämpfervereinigung Deutsch-Österreich freigesprochen hatte, die auf streikende Arbeiter geschossen und dabei einen Arbeiter und ein Kind getötet hatten. In der Auseinandersetzung am Justizpalast werden 89 Demonstranten von der Polizei erschossen. Dieses Massenphänomen wird u. a. von Elias Canetti in Fackel im Ohr verarbeitet: Nur als Folge des skandalösen Urteils habe sich die organisierte Arbeiterschaft – eine geordnete, kontrollierte Masse –, in eine spontan agierende Masse verwandeln können. Vgl. auch Kaes: Das Kino und die Massen.

  32. 32.

    Le Bon folgt im Wesentlichen den massenpsychologischen Konzepten von Scipio Sighele und Gabriel Tarde, vgl. dazu auch Gamper: Masse lesen, Masse schreiben.

  33. 33.

    Vgl. Le Bon: Psychologie, 19.

  34. 34.

    „Die Presse, die einstige Leiterin der öffentlichen Meinung, hat wie die Regierungen gleichfalls der Macht der Massen weichen müssen. Gewiss besitzt sie noch eine bedeutende Macht, aber doch nur, weil sie lediglich die Widerspiegelung der öffentlichen Meinung und ihrer unaufhörlichen Schwankungen ist.“ Le Bon: Psychologie, 140.

  35. 35.

    Ebd., 139.

  36. 36.

    Der Verteidiger des Mörders Vesely, der diesen als unschuldiges, verführtes Instrument der Angeklagten darstellt, rekurriert affirmativ auf den überwältigenden Einfluss der ‚öffentlichen Meinung‘ auf den Prozess: „Es gibt Fälle, wo das Urteil des Schwurgerichts das Urteil der Öffentlichkeit, der ganzen menschlichen Gesellschaft ist.“ (142).

  37. 37.

    Vgl. Le Bon: Psychologie, 154–161.

  38. 38.

    „Die Geschworenenbank bestand aus Mitgliedern des kleinen Mittelstandes. Es saßen auf dieser Bank ein Maurer aus Nultsch, ein Installateur aus Holasek, ein Maurer aus Sebrovice, ein Kaufmann aus Austerlitz […]. Man sieht: Leute vom Land, kleine Menschen mit einem beschränkten Gesichtskreis“ (221). Explizit wird diese Opposition vom Verteidiger des Mörders Vesely eingesetzt: „‚Sie haben zu entscheiden, ob die Schuld in der reinen Seele dieses Knaben vom Lande liegt oder in der verderbten dieser städtischen Frauen […].‘“ (229)

  39. 39.

    Le Bon: Psychologie, 157.

  40. 40.

    Ebd.

  41. 41.

    Das Motiv des Ehebruchs spielt in Karl Federns Text Ein Justizverbrechen in Italien. Der Prozeß Murri Bonmartini (Bd. 13) eine vergleichbare Rolle.

  42. 42.

    Vgl. Pethes: Visualität des Falls.

  43. 43.

    Vgl. Ort: „Du bist ein Schelm geworden – ich Poet!“

  44. 44.

    Wulffen: Kriminalpsychologie, 232.

  45. 45.

    Ebd., 50. Dass Wulffen auch die Verwendung des Begriffs im ästhetischen Diskurs mitdenkt, verdeutlicht der Verweis darauf, dass statt einer Nachahmungswirkung auch eine kathartische Wirkung denkbar ist (etwa bei „Tragödien, die einen Rechtsbrecher zum Helden haben“, bei Märchen oder Geschichten wie „Max und Moritz“). Betont werden aber die Gefahren der Nachahmung: „Solche Schilderungen wirken wie ein Komplex von Bewegungsvorstellungen. Menschen mit lebhafter, gar pathologischer Phantasie und starker seelischer und körperlicher Erregbarkeit werden den Übergang von der gelesenen Schilderung zur nachahmenden eigenen Ausführung häufig überraschend schnell finden.“ (Ebd., 50)

  46. 46.

    „Im Kinematographen werden die gefährlichen Wirkungen noch gesteigert. Das flimmernde Lichtbild beunruhigt an und für sich schon durch die Anstrengung des Auges das Nervensystem. Vor allem bedeutsam ist aber, daß die Darstellung selbst sich in fortwährender hastiger Bewegung befindet und so der Übergang von Gefühl und Vorstellung in Handlung beim Zuschauer erleichtert wird, zumal wenn die aufregenden Szenen von einer sentimentalen Musik begleitet werden.“ (Ebd., 50)

  47. 47.

    Ebd., 52. Wulffen rekurriert auf einen von Schrenck-Notzing beschriebenen Fall, in dem die Presseberichterstattung die Sichtweise der Zeugen und ihre Aussagen nachhaltig beeinflusst hat: „Unter 210 geladenen Zeugen ließ sich nach Schrenck-Notzing die Aussage von 18 auf Beeinflussung durch Zeitungsnotizen zurückführen. Für die Beurteilung solcher Zeugenaussagen im Hinblick auf Meineid und fahrlässigen Falscheid ist zu berücksichtigen, daß gelesene Berichte und Meinungen unsere Gedankenrichtung bestimmen und unsere Erinnerungen gestalten können. Erlebtes, Gehörtes und Gelesenes werden vermischt und schließlich verwechselt. So kann beim Zeugen ein Gesamtbild aus Dichtung und Wahrheit entstehen, ohne daß er sich dessen bewußt würde.“ Ebd.

  48. 48.

    Auch Le Bon thematisiert massenpsychologische Wirkungen, die keine Anwesenheit voraussetzen. Die Formierung einer psychologischen Masse erfordere „nicht immer die gleichzeitige Anwesenheit mehrerer einzelner an einem einzigen Ort. Tausende von getrennten einzelnen können im gegebenen Augenblick unter dem Einfluss gewisser heftiger Gemütsbewegungen, etwa eines großen nationalen Ereignisses, die Kennzeichen einer psychologischen Masse annehmen.“ Le Bon: Psychologie, 30.

  49. 49.

    Die Analogie von Gericht und Theater, die traditionell auf die Transparenz und demokratische Kontrolle von Gerichtsverhandlungen abzielt (vgl. Vismann: Medien der Rechtsprechung), beschreibt in Ungars Text im Gegenteil eine Emotionalisierung des Verfahrens („Indizien des Gefühls“, 129), die die Möglichkeit juristischer Neutralität („ohne Haß und ohne Eifer“, 145) konterkariert.

  50. 50.

    „Die Massen können nur in Bildern denken und lassen sich nur durch Bilder beeinflussen. Nur diese schrecken oder verführen sie und werden zu Ursachen ihrer Taten. Darum haben auch Theatervorstellungen, die das Bild in seiner klarsten Form geben, stets einen ungeheuren Einfluß auf die Massen.“ Ebd. 44. Diese Argumentation in Bezug auf die Wirkung des Theaters wird dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts unverändert auf den Kinematographen übertragen. Das Zitat von Le Bon ist ein Beispiel dafür, dass das Theater um 1900 als Beispiel für massenpsychologische Effekte herangezogen wird; das Theaterpublikum und die moderne Masse (in Form von Menschenansammlungen oder als Adressat von Massenmedien) stimmen darin überein, dass ihre Reaktionen im höchsten Maße emotional sind.

  51. 51.

    Eine zusätzliche Dimension des Titels resultiert aus der Tatsache, dass fast alle Texte der Reihe Außenseiter der Gesellschaft Theatermetaphern auf die juristischen Verfahren anwenden (Drama, Schauspiel, Farce, Tragikomödie etc.), um auf deren scheinhaften, täuschenden oder inszenierten Charakter hinzuweisen. Außerdem wird in vielen Texten auf dramatische Repräsentationsformen zurückgegriffen.

  52. 52.

    Die „Beichte“ (145; 146) der Hilde Hanika aus der Haft wird dagegen erst am Ende des Textes erwähnt, aber nicht zitiert.

  53. 53.

    Zum einen verweist Ungar explizit auf die Sentimentalität der Formulierungen, zum anderen kontrastiert er sie mit den Fakten der Ehe, stellt aber auch psychologische Spekulationen darüber an, welche Verhaltensweisen durch die „Buchphrasen“ verdrängt werden sollen: „Es ist vielleicht so, daß dieser Schlag von Menschen in großen Dingen nicht anders kann als schwach sein, weinend um Vergebung bittend, um sich in Kleinigkeiten durch seine Schroffheit und Brutalität vor sich selbst zu rehabilitieren.“ (112) Wiederum geht es nicht um einen Einzelfall, sondern um einen „Schlag von Menschen“.

  54. 54.

    Die Geschworenen „lassen sich ungewollt und unbewußt von der Antipathie gegen diese kinobesuchende, tanzende, kokettierende Frau beeinflussen, da sie nicht wissen, daß das Kinobesuchen, Tanzen, Kokettieren in der Gesellschaft, in der diese Offiziersfrau verkehrt, das Alltägliche ist.“ (130) Möglicherweise spielt Ungar hier auch darauf an, dass in kriminologischen Arbeiten um 1900 städtische Vergnügungen auch mit Prostitution korreliert werden und in einem zweiten Schritt eine Korrelation von Prostitution und der Frau als Verbrecherin hergestellt wird.

  55. 55.

    Zur großen Verbreitung und Popularität illustrierter Zeitschriften, von Rundfunkübertragungen und Kinos in den 1920er Jahren vgl. Rosenhaft: Lesewut, Kinosucht. Vor allem das Kinopublikum wurde in Deutschland nicht nur als vorwiegend großstädtisch, sondern auch als weiblich identifiziert und problematisiert.

  56. 56.

    Kracauer: Über Erfolgsbücher, 67.

  57. 57.

    Ebd., 70.

  58. 58.

    Ebd., 71.

  59. 59.

    Ebd., 71 f.

  60. 60.

    Ebd., 72.

  61. 61.

    Ebd., 74.

  62. 62.

    Kracauer: Die kleinen Ladenmädchen, 279.

  63. 63.

    Kracauer: Film 1928, 295. In der frühen Kinotheorie verwischt die Grenze zwischen der Beschreibung der Massen im Allgemeinen und dem Kinopublikum im Besonderen. Emilie Altenloh z. B. beschreibt in ihrer frühen soziologischen Studie über das Kinopublikum den Kinematographen als Medium des „Durchschnittsmenschen“, das sowohl untere Schichten als auch die Mittelschicht anspricht: „Der Kino ist eben in erster Linie für die modernen Menschen da, die sich treiben lassen und unbewußt nach den Gesetzen leben, die die Gegenwart vorschreibt.“ Altenloh: Zur Soziologie des Kinos, 94.

  64. 64.

    Kracauer: Die kleinen Ladenmädchen, 280.

  65. 65.

    Ebd. Und auch das Kino reproduziert das Motiv der zu schicksalhaften Tragödien stilisierten Unglücksfälle: „Die Tragödien von heutzutage sind die zur Erhaltung des Bestehenden von der Gesellschaft metaphysisch aufgeputzten Privataffären mit schlechtem Ausgang.“ Ebd., 292.

  66. 66.

    Kracauer: Film 1928, 298.

  67. 67.

    Ebd., 296.

  68. 68.

    Kracauer: Kult der Zerstreuung, 314.

  69. 69.

    Simmel: Weibliche Kultur, 164. Betrachtet Simmel die Prostitution mit einem kritischen Blick auf die Sicht des Mannes, so radikalisiert Ungar diesen Ansatz, indem er eine Perspektive andeutet, in der die entlohnte Prostitution dem unentlohnten Sexualakt in der Ehe vorgezogen wird. Damit entidealisiert Ungar Simmels philosophische Geschlechterkonstruktion, die auf dualistischen Zuschreibungen wie weibliche Zentrierung und Ganzheit versus männliche Spezialisierung und Arbeitsteilung basiert, indem er sich konsequent auf die soziale und ökonomische Basis der Beziehungen beschränkt.

  70. 70.

    „Er lebt von ihrem Gewerbe, das er für schmutzig hält, er verachtet sie in seinem Dünkel. […] Die Charvat sagt der Tochter, daß diese für den Mann nichts sei als ein ‚Strohsack‘; er habe sie nur geheiratet, um sie geschlechtlich zu benützen und sich zu versorgen.“ (103)

  71. 71.

    Wulffen macht seinerseits wiederum Milica Vukobrankovics zum Gegenstand seines Schreibens. Vgl. dazu Weiler: Giftmordwissen.

  72. 72.

    Weiss: Der Fall Vukobrankovic, 85.

  73. 73.

    Vgl. Linder: Außenseiter der Gesellschaft (1924/1925); Siebenpfeiffer spricht in diesem Zusammenhang von einer „literarische[n] Dekonstruktion spezialdiskursiv erzeugter Eindeutigkeiten“. Siebenpfeiffer: Böse Lust, 119. Herzog kommt zu dem etwas kurzschlüssigen Fazit, dass die Offenheit der Texte in der Reihe Außenseiter der Gesellschaft durch eine Verbindung von Fallberichten mit literarischen Techniken der klassischen Moderne entsteht, deren Verzicht auf Kohärenz er mit Deutungsabstinenz gleichsetzt, vgl. Herzog: Writing Criminals.

  74. 74.

    Andriopoulos stellt dagegen die unterstellte Opposition von juristischer Schließung und literarischer Offenheit in Frage. Ebenso wie das Verbrechenskonzept der Kriminologie in den 1920er Jahre durch feste Topoi bestimmt werde, gelte das auch für kriminalliterarische Texte des gleichen Zeitraums. Vor allem in Bezug auf Weiss’ Text vertritt er die These, dieser hebe sich nicht von den kriminologischen Zuschreibungen ab, vgl. Andriopoulos: Unfall und Verbrechen, 97. In Bezug auf Döblins Die beiden Freundinnen und ihr Giftmord argumentiert Andriopoulos, Döblin folge der kriminologischen These, dass erst die Mutterschaft eine Grenze zwischen weiblichem Geschlecht und Verbrechen errichte. In Döblins Darstellung werde die Tatsache, dass Ellis Wunsch, Mutter zu werden, von ihrem Ehemann zurückgewiesen wird, Auslöser für ihre homosexuelle Beziehung und den Entschluss, ihren Mann zu vergiften. Dem Mordplan werde von Döblin die Funktion des Kindersatzes zugeschrieben („Kind ihrer Seele“), vgl. ebd., 106 f.

  75. 75.

    Dies ließe sich etwa im Hinblick auf Theodor Lessings Text über den Fall Haarmann konstatieren oder in Bezug auf Ernst Weiss’ Erzählung Hodin, in der die ermittelnde Instanz zwar einerseits eine innere Verwandtschaft mit dem Verbrecher feststellt, dieser andererseits aber als animalisch in Szene gesetzt wird.

  76. 76.

    In beiden Fällen wird hervorgehoben, dass die Hintergründe vor allem sozialer Natur sind. Döblin zeichnet gerade keine klassische ‚Giftmörderin‘, sondern eine Frau, die aus sozialer Not agiert. In beiden Fällen erscheint die Scheidung als nahe liegende Lösung, die aber durch patriarchale Strukturen (fehlendes Einverständnis des Ehemannes oder Vaters) verhindert wird; in beiden Texten erscheint dieser Aspekt zentral für die Frage der Schuld. In beiden Texten wird nahegelegt, dass ein gewaltsames Sexualverhalten der Männer den Konflikt verschärft. Dagegen wird den Frauen sexuelle ‚Kälte‘ zugeschrieben.

  77. 77.

    Federn: Ein Justizverbrechen, 115.

  78. 78.

    Ebd., 189.

  79. 79.

    Ebd., 18.

  80. 80.

    Ebd., 66 f.

  81. 81.

    Ebd., 9.

  82. 82.

    Goll: Germaine Berton, 23.

  83. 83.

    „Dann die Linkspartei: Nun kommen die wahren Männer der Republik, und ihr einziges Ziel ist, aus dieser Affäre Berton eine Revision des Jaurès-Prozesses zu machen. Jaurès ist das Stichwort. Jaurès ist die Klage, mittels deren die ganze Anklage immun wird. […] Ein Mädchen sitzt da, eine Vision Frankreichs, das gilt es zu retten.“ Ebd., 48.

  84. 84.

    Die „Vision Jaurès“ (ebd., 62) durchzieht den ganzen Prozess, er wird zum Märtyrer stilisiert: „er schwebt neben dem Christusbild hinter dem Präsidenten“ (ebd., 41), „‚Im Namen Jaurès!‘ werden jetzt alle Zeugen schwören.“ (ebd.)

  85. 85.

    Ebd., 20.

  86. 86.

    Ebd., 36. Im Prozess deutet der Schriftsteller Pierre Hamp die „Tat der Gemaine Berton“ als „Ausfluß der öffentlichen Empörung“, als Tat, die „einem Kollektivwillen“ „entspringt“ (ebd., 53).

  87. 87.

    Ebd., 24.

  88. 88.

    Ebd., 32. Die ‚Midinette‘ kann als französische Entsprechung zum ‚Ladenmädchen‘ aufgefasst werden.

  89. 89.

    Ebd., 42–45.

  90. 90.

    Ebd., 41.

  91. 91.

    Ebd., 45. Der auf Legendenbildung angelegte Charakter des Falls wird unterstrichen durch die Tatsache, dass der ‚Knabe‘ als zweiter Rimbaud erscheint und die anarchistische Zeitung nach seinem Tod Gedichte von ihm publiziert.

  92. 92.

    Die Überblendung des Falls mit Shakespeares Romeo und Julia entspringt wiederum Germaine Bertons Phantasie, indem sie Philippe Daudet als „Bruder im Leid“ und „Bräutigam ihrer Einsamkeit“ imaginiert: „Einer aus dem Hause Daudet! (Shakespeare.) Schleier der Melancholie weben um die Wirklichkeit, die sich in wenigen Jahren zum zartesten Märchen verdichten wird. Unser Jahrhundert, wie einst die große Antike, schafft sich ihre eigne Mythologie.“ Ebd., 46.

  93. 93.

    Die Geschichte der Jean d’Arc ist nicht nur eine wichtige Projektionsfläche für verschiedene politische Richtungen in Frankreich, sie ist auch ein populärer Stoff des frühen Stummfilms.

  94. 94.

    „Und sofort, wo das Volk eingreift, spielt eine gewisse Sentimentalität mit, die das kalte Gesetz, die kalte Logik abschwächt. Das französische Volk liebt das Pathos, das Theater, die Tränen.“ Goll: Germaine Berton, 37.

  95. 95.

    Vgl. Goll: Es gibt kein Drama.

  96. 96.

    Goll: Germaine Berton, 63.

  97. 97.

    Ebd., 64.

  98. 98.

    Vgl. Goll: Das Kinodram, 142.

  99. 99.

    Ebd.

  100. 100.

    Ebd., 143.

  101. 101.

    Goll: Germaine Berton, 9.

Literatur

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Düwell, S. (2021). Masse und Medien im Mordfall Hanika. In: Düwell, S., Hamann, C. (eds) Verbrechen als „Bild der Zeit“. Kriminalität in Literatur und Medien, vol 1. J.B. Metzler, Stuttgart. https://doi.org/10.1007/978-3-476-05790-7_9

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  • Publisher Name: J.B. Metzler, Stuttgart

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