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Wandernde Autorschaft im Zeichen der Entsagung: Goethes Wanderjahre

  • Barbara Thums
Part of the Germanistische Symposien Berichtsbände book series (GERMSYMP)

Zusammenfassung

»Meine Werke sind Teil meiner Biographie.«1 Diese Aussage Foucaults aus den achtziger Jahren erscheint auf der Folie von Was ist ein Autor? gelesen ausgesprochen provokant, gründet der Topos vom Tod des Autors doch ausgerechnet auf der Zurückweisung einer Einheit von Autor und Werk. Doch die Frage »Was ist ein Autor?« beschäftigt Foucault nach wie vor: sei es im Zuge des ironischen Vorschlags, bei der Drucklegung von Büchern ein Jahr lang auf den Autorennamen zu verzichten,2 sei es hinsichtlich seines unter dem Pseudonym Maurice Florence geschriebenen Lexikonartikels Fou-cault.3 Allerdings haben sich die Vorzeichen geändert. Das Konzept einer ›wandernden Autorschaft‹ — basierend auf der Relektüre seiner Schriften — verbindet zentrale Aspekte von »Was ist ein Autor?« mit dem späteren Entwurf einer Ästhetik der Existenz. Autorschaft läßt sich dann fassen als Ego-Pluralität im Kontext prozessualer Selbsttransformation: Ausgehend von sich wandelnden Sprecherpositionen vollzieht sich im wechselseitigen Bedingungsverhältnis von Transformation und Konstitution eine ›ethopoetische Selbstkonstruktion in der Schrift seiner selbst‹, wie sie Foucaults L’écriture de soi (1983) entwirft, ohne jedoch den Bezug zu Was ist ein Autor? oder zu anderen älteren Schriften explizit herzustellen. Nach wie vor jedoch zentral ist die Zurückweisung der Vorstellung von Texturheberschaft.

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Notizen

  1. 4.
    Vgl. dazu den Forschungsbericht von: Bahr, Ehrhard: »Wilhelm Meisters Wanderjahre oder die Entsagenden«. In: Goethe-Handbuch, Bd. 3. Stuttgart/Weimar 1997, S. 186–231. S. 219ff.Google Scholar
  2. Goethes Erzählen im »Der Mann von funfzig Jahren« und in den »Wanderjahren«». In: Poetica 31 (1999), S. 149–174.Google Scholar
  3. 5.
    Vgl. dazu Gerhard Neumanns Kommentar in: Neumann, Gerhard/Dewitz, HansGeorg (Hg.): Johann Wolfgang von Goethe: Sämtliche Werke — Briefe, Tagebücher und Gespräche 110. Frankfurt/M. 1989, S. 963.Google Scholar
  4. 6.
    Wiethölter, Waltraud: » … was nicht entschieden werden kann, bleibt im Schweben — Zum Verhältnis von Erzählung und Moral in Goethes Wilhelm-Meister-Projekt«. In: Greiner, Bernhard/Moog-Grünewald, Maria (Hg.): Kontingenz und Ordo. Selbstbegründung des Erzählens in der Neuzeit. Heidelberg 2000, S. 161–175, S. 162.Google Scholar
  5. 9.
    Gespräch mit von Müller am 18. 2. 1830. In: Grumach, Ernst (Hg.): Kanzler von Müller: Unterhaltungen mit Goethe — Kritische Ausgabe. Weimar 1956, S. 52.Google Scholar
  6. 10.
    Foucault, Michel: Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften. Frankfurt/M. 1974.Google Scholar
  7. 11.
    Foucault, »Was ist ein Autor?« In: Jannidis, Fotis/Lauer, Gerhard/Martinez, Matias/Winko, Simone (Hg.): Texte zur Theorie der Autorschaft. Stuttgart 2000, S. 198–229, S. 204.Google Scholar
  8. 12.
    Zu dieser Argumentationsrichtung vgl.: Bahr, Ehrhard: The novel as archive: the genesis, reception, and criticism of Goethe’s Wilhelm Meisters Wanderjahre. Columbia 1998, S. 99ff. Auf Wanderschaft als »Prinzip der Darstellung« (S. 117) weist Muschg hin, bezieht dies jedoch auf die Erzählskepsis des einen wandernden Autors, nicht aber auf die hier vertretene These eines Wanderns unterschiedlicher Autorschaften.Google Scholar
  9. Muschg, Adolf: Goethe als Emigrant. Auf der Suche nach dem Grünen bei einem alten Dichter. Frankfurt/M. 1986.Google Scholar
  10. 13.
    Gewissermaßen lösen die Wanderjahre ein, was die feministische Kritk an Foucaults Konzepten des Spätwerks kritisierte, nämlich die fehlende Ausdifferenzierung gemäß der Kategorie gender. Zur (kritischen) Rezeption Foucaults durch feministische Theoretikerinnen vgl.: Sawicki, Jana: »Foucault, Feminismus und Identitätsfragen«. In: Deutsche Zeitschrift für Philosophie 42 (1994), S. 609–631.Google Scholar
  11. 15.
    Ebd., S. 214 und S. 212. Vgl. außerdem dazu: Bosse, Heinrich: Autorschaft ist Werkherrschaft. Über die Entstehung des Urheberrechts aus dem Geist der Goethezeit. München u.a. 1981.Google Scholar
  12. 17.
    Im Kontext seiner Kritik an Foucaults »impliziten historischen Fortschrittsmodell […] einer negativen Geschichtsphilosophie« betont Lauer die argumentative Notwendigkeit für Foucault, auf »Wertungen, die der Genieästhetik entnommen sind«, zurückzugreifen. Lauer, Gerhard: »Kafkas Autor. Der Tod des Autors und andere notwendige Funktionen des Autorkonzepts«. In: Jannidis, Fotis u. a. (Hg.): Rückkehr des Autors: zur Erneuerung eines umstrittenen Begriffs. Tübingen 1999, S. 209–234, S. 219.Google Scholar
  13. 18.
    Vgl. dazu insbesondere die Beiträge von Jannidis, Lauer, Martinez, van Peer, Scholz und Weimar in: Rückkehr des Autors. Sowie: Burke, Sean: The Death and Return of the Author. Criticism and Subjectivity in Barthes, Foucault and Derrida. Edingburgh Univ. Press 1992.Google Scholar
  14. 19.
    Foucault, Michel: Schriften zur Literatur (1963–1969). Frankfurt/M. 1988. Literatur wird definiert als »das Sprechen, das sich so weit wie möglich von sich selbst entfernt: und wenn es in diesem ›Außer-sich-Geraten‹ sein eigenes Sein enthüllt, so enthüllt diese plötzliche Klarheit eher eine Abweichung als ein Zurückkommen auf sich selbst, eine Dispersion eher als eine Rückkehr der Zeichen zu sich selbst«. (S. 132)Google Scholar
  15. 20.
    Foucault, Michel: Die Sorge um sich. Sexualität und Wahrheit 3. Frankfurt/M. 1986, S. 317.Google Scholar
  16. 21.
    Foucault, Michel: Technologien des Selbst (s. Anm. 1), Frankfurt/M. 1993.Google Scholar
  17. 22.
    Zur Einschätzung des zweiten und dritten Bandes von Sexualität und Wahrheit vgl. Foucault, Michel: Foucault Live. Collected Interviews. 1961–1984. Ed. by Sylvère Lotringer. New York 1996. S. 633: »Il s’agit en somme de l’histoire de la ›subjectivité‹, si on entend par ce mot la manière dont le sujet fait l’expérience de lui-même dans un jeu de vérité où il a rapport à soi.«Google Scholar
  18. 23.
    Zu Foucaults Auseinandersetzung mit Kant vgl. u. a.: Dreyfus, Hubert L./Rabinow, Paul (Hg.): »Was ist Mündigkeit? Habermas und Foucault über ›Was ist Aufklärung?‹« In: Erdmann, Eva/Forst, Rainer/Honneth, Axel (Hg.): Ethos der Moderne. Foucaults Kritik der Aufklärung. Frankfurt/M./New York 1990, S. 55–69.Google Scholar
  19. 27.
    Foucault, Michel: Diskurs und Wahrheit. Berkeley-Vorlesungen. Berlin 1996, S. 180.Google Scholar
  20. 28.
    «Genealogie der Ethik (Interview mit Michel Foucault)«. In: Dreyfus, Hubert L./Rabinow, Paul: Michel Foucault. Jenseits von Strukturalismus und Hermeneutik. Frankfurt/M. 1987, S. 265–292, hier: S. 274.Google Scholar
  21. daß es sich gerade um eine ›Theorie‹ handelte, die wissenschaftlicher Absicherungen auf der Grundlage der Linguistik, der Semiologie, der Psychoanalyse bedurfte, [.] — all dies beweist, daß die Tätigkeit des Schriftstellers nicht mehr das aktive Zentrum war.« Foucault, Michel: Dispositive der Macht. Berlin 1978, hier: S. 46.Google Scholar
  22. 32.
    Foucault, Michel: Der Mensch ist ein Erfahrungstier. Gespräch mit Ducio Trombadori. Übersetzt von Horst Brühmann. Mit einem Vorwort von Wilhelm Schmid. Mit einer Bibiliographie von Andrea Hemmiger. 2. Aufl. Frankfurt/M. 1997, S. 84f.Google Scholar
  23. 33.
    Zum impliziten Zusammenhang der handlungstheoretischen Konzeption des Subjekts im Rahmen einer freien Wahl der verschiedenen diskursiven Praktiken zu zentralen Aspekten der späteren Technologien des Selbst vgl. Schmaus, Marion: Die poetische Konstruktion des Selbst. Grenzgänge zwischen Frühromantik und Moderne: Novalis, Bachmann, Christa Wolf, Foucault. Tübingen 2000, S. 285 f.CrossRefGoogle Scholar
  24. 34.
    Kögler, Hans Herbert: Michel Foucault. Stuttgart 1994, S. 126f.Google Scholar
  25. 38.
    Im Anschluß an Heideggers Kant-Interpretation erschließt Deleuze die Kategorie der Zeitlichkeit als »wesentliche Struktur der Subjektivität« der ästhetischen Existenz im Sinne Foucaults. Vgl. dazu: Deleuze, Gilles: Michel Foucault. Frankfurt/M. 1987, S. 151.Google Scholar
  26. 48.
    Foucault, Michel: Der Gebrauch der Lüste. Sexualität und Wahrheit. Bd. 2. Frankfurt/M. 1986, S. 16.Google Scholar
  27. 51.
    Foucault, Michel: Freiheit und Selbstsorge. Interview 1984 und Vorlesung 1982. Hg. von Wolfgang Becker, Lothar Wolfstetter u.a. Frankfurt/M. 1985, S. 12.Google Scholar
  28. 54.
    «Kurz gesagt, ich habe das Problem des Subjekts nicht ausschließen wollen, sondern die Positionen und Funktionen definieren wollen, die das Subjekt in der Verschiedenheit der Diskurse einnehmen konnte.« Foucault, Michel: Archäologie des Wissens. Frankfurt/M. 1973, S. 285.Google Scholar
  29. 56.
    Vgl. dazu: Fink, Gonthier-Louis: »Tagebuch, Redaktor und Autor: Erzählinstanz und Struktur in Goethes Wilhelm Meisters Wanderjahre«. In: Recherches-Germaniques 16 (1986), S. 7–54.Google Scholar
  30. 57.
    Vgl. dazu: Elsaghe, Yahya A.:«Anni demunt«. Die drei Paraphrasen des »Mann(s) von funfzig Jahren«. In: Zeitschrift für Deutsche Philologie 112/4 (1993), S. 509–528.Google Scholar
  31. 59.
    Anzumerken bleibt, daß sich der in der Anthropologie, Populärmedizin — und Philosophie sowie in der Literatur breit geführte diätetische Diskurs seinerseits in die Tradition der Antike stellt. Vgl. dazu Verf.: »Moralische Selbstbearbeitung und Hermeneutik des Lebensstils. Zur Diätetik in Anthropologie und Literatur um 1800«. In: Bergengruen, Max/Borgards, Roland/Lehmann, Johannes (Hg.): Die Grenzen des Menschen. Anthropologie und Ästhetik um 1800. Königshausen&Neumann 2001, S. 97–111.Google Scholar
  32. Vgl. außerdem: Dane, Gesa: «Die heilsame Toilette«. Kosmetik und Bildung in Goethes »Der Mann von funfzig Jahren«. Göttingen 1994.Google Scholar
  33. 60.
    Sommerhage, Claus: »Familie Tantalos. Über Mythos und Psychologie in Goethes Novelle Der Mann von funfzig Jahren«. In: Zeitschrift für deutsche Philologie 103 (1984).Google Scholar
  34. Elsaghe, Yahya A.: »›Eins und Doppelt‹: Zur Verdoppelung mythologischer Identitäten in Goethes Der Mann von funfzig Jahren«. In: Sprachkunst 23/2 (1992), S. 213–32.Google Scholar
  35. Koschorke, Albrecht: »Die Textur der Neigungen. Attraktion, Verwandtschaftscode und novellistische Kombinatorik in Goethes Der Mann von funfzig Jahren«. In: DVjs 73 (1999), S. 592–610, hier: S. 601.Google Scholar
  36. 64.
    Zur Quellenlage der Novelle vgl. Oellers, Norbert: »Goethes Novelle »Die pilgernde Thörinn« und ihre französische Quelle«. In: Goethe-Jahrbuch 102 (1985), S. 88–104.Google Scholar
  37. 67.
    Zur Herkunft dieses Treueideals aus dem mittelalterlichen höfischen Roman vgl. Herwig, Henriette: Das ewig Männliche zieht uns hinab: »Wilhelm Meisters Wanderjahre»: Geschlechterdifferenz, sozialer Wandel, historische Anthropologie. Tübingen 1997, S. 68.Google Scholar
  38. 68.
    Henkel sieht in der »Fixierung« der Leidenschaft auf die enttäuschte Liebe einen »defizienten Modus« der Entsagung, weil der Aspekt der »Freiheit« fehlt. Vgl. dazu: Henkel, Arthur: Entsagung: eine Studie zu Goethes Altersroman. Tübingen 1954, S. 82.Google Scholar
  39. 74.
    Zur Entstehungsgeschichte des Märchens vgl.: Fink, Gonthier-Louis: »Goethes »Neue Melusine« und die Elementargeister. Entstehungs- und Quellengeschichte«. In: Goethe-Jahrbuch 21 (1959), S. 140–151.Google Scholar
  40. 75.
    In bezug auf das Modell einer Autorschaft als Vaterschaft folge ich der Deutung von Lubkoll, Christine: »In den Kasten gesteckt: Goethe’s ›Neue Melusine‹«. In: Roebling, Irmgard (Hg.): Sehnsucht und Sirene: Vierzehn Abhandlungen zu Wasserphantasien. Pfaffenweiler 1992, S. 49–63.Google Scholar
  41. 76.
    Ökonomische und sexueller Produktivität werden im Kästchen symbolisch zusammengeschossen: »Es ist die Schatzkammer und zugleich der Mutterschoß.« Vgl. dazu Kittler, Wolf: »Causa sui: Mythen der Autorschaft bei Goethe und Hölderlin«. In: Kniesche, Thomas W. (Hg.): Körper/Kultur: Kalifornische Studien zur deutschen Moderne. Würzburg 1995, S. 167–192. S. 172f.Google Scholar
  42. 79.
    Detering, Heinrich: »Goethe, Lenardos Tagebuch«. In: Jöns, Dietrich/Lohmeier, Dieter (Hg.): Festschrift für Erich Trunz zum 90. Geburtstag. Vierzehn Beiträge zur deutschen Literaturgeschichte. Neumünster 1998, S. 115–128.Google Scholar
  43. Vgl. außerdem Jeßing, Benedikt: Konstruktion und Eingedenken. Zur Vermittlung von gesellschaftlicher Praxis und literarischer Form in Goethes »Wilhelm Meisters Wanderjahre« und Johnsons Mutmaßungen über Jakob«. Wiesbaden 1991.Google Scholar
  44. 80.
    Mayer, Mathias: Selbstbewußte Illusion: Selbstlegitimation und Legitimation der Dichtung im »Wilhelm Meister«. Heidelberg 1989.Google Scholar
  45. Naumann, Barbara: »Geistererscheinungen: Wiederholung und Symbolisierung in Goethes Roman Wilhelm Meisters Wanderjahre«. In: Hilmes, Carola (Hg.): Dasselbe noch einmal: Die Ästhetik der Wiederholung. Wiesbaden 1998, S. 38–62.CrossRefGoogle Scholar
  46. 81.
    Zur Mitteilungsstruktur der »Wanderjahre« vgl. Karnick, Manfred: Wilhelm Meisters Wanderjahre oder die Kunst des Mittelbaren: Studien zum Problem der Verstandigung in Goethes Altersepoche. München 1968, S. 81–83.Google Scholar
  47. 82.
    Foucault, Michel: Die Sorge um sich. Sexualität und Wahrheit. Bd. 3. Frankfurt/M. 1986. S. 71.Google Scholar
  48. die Erzähltechnik wechselt zwischen personaler, auktorialer und IchErzählung, und die thematische Spannweite erstreckt sich von der Kunstkritik bis zur Industriereportage. Vgl. dazu den ersten grundlegenden Beitrag von: Neuhaus, Volker: »Die Archivfiktion in Wilhelm Meisters Wanderjahren«. In: Euphorion 62 (1968) S. 13–27. Außerdem: Fink, Redaktor und Autor (s. Anm. 56);Google Scholar
  49. Müller, Klaus-Detlef: »Lenardos Tagebuch: Zum Romanbegriff in Goethes Wilhelm Meisters Wanderjahre«. In: DVjs 53 (1979), S. 275–99.Google Scholar
  50. 89.
    Zu den sprachlichen Aspekten von Entsagung vgl. Henn, Marianne: »Sagen und Entsagen in Goethes ›Wilhelm Meisters Wanderjahre oder die Entsagenden«. In: Fisher, Richard (Hg.): Ethik und Ästhetik: Werke und Werte in der Literatur vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Festschrift für Wolfgang Wittkowski zum 70. Geburtstag. Frankfurt/M./Berlin u.a. 1995, S. 383–396;Google Scholar
  51. außerdem Baldwin, Birgit: »Wilhelm Meisters Wanderjahre as an Allegory of Reading«. In: Goethe Yearbook 5 (1990), S. 213–232.CrossRefGoogle Scholar
  52. 90.
    Kluckhohn, Paul/Samuel, Richard (Hg.): Novalis: Schriften. Die Werke Friedrich von Hardenbergs. 5 Bde. Stuttgart 1960–1988. Bd. II, S. 269f.Google Scholar
  53. 91.
    Vgl. dagegen Pornschlegel, Clemens: Der literarische Souverän: zur politischen Funktion der deutschen Dichtung. Freiburg i.Br. 1994. Pornschlegel beschreibt die Archivfiktion als Fiktion »einer ganzen Welt, die zusammenläuft in einem unsichtbar bleibenden, dritten und göttlichen Literaten-Auge, das alle Texte, die fingierten wie die nicht-fingierten, ein- und übersieht, um dieselbe, sich schließlich bis ins Komische weitende Welt des Romans aus ihnen zu integrieren« und weiter: »Dieses dritte Auge ist die wahrhaft souveräne Autorfunktion selbst: Es ist jener Punkt, in dem Eines und Alles zusammenfällt, Teil und Ganzes.« (S. 170)Google Scholar

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Authors and Affiliations

  • Barbara Thums
    • 1
  1. 1.GießenDeutschland

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